Weißwasser, mit leichtem Wind und der Sonne im Rücken, begann eigentlich ziemlich nervös. Prompt folgte dafür die Quittung. Lok-Angreifer Matthias Marusch fackelte nicht lange und zog aus zwanzig Meter mit dem schwachen linken Fuß trocken ab. Ronny Wetzke im Grün-Weiß-Tor wohl sichtlich irritiert, musste schließlich hinter sich greifen. Der angestrebte Blitzstart des Gastgebers traf voll ein. Beim nächsten Gegenzug erwischte Ben Pohling eine recht günstige Position, doch er verstolperte im letzten Moment. Erneut kam Schleife über rechts gut durch, hier fehlte Bruder Mike Pohling die Genauigkeit, der Ball landete am Außennetz.
Nach elf Minuten riskierte der Spitzenreiter den ersten Schuss in Richtung Lok-Tor, sozusagen als Vorwarnung. Und die machten anschließend Nägel mit Köpfen. Die Lok-Abwehr, einen Moment nicht im Bilde, so schoss André Gundlack in der 16. Minute den Ausgleich. Beim nächsten Konter musste Lok-Schlussmann Torsten Knox alles riskieren und verhinderte die mögliche Führung der Glasstädter.
Auf der Gegenseite hatten die Gäste Riesenglück, denn innerhalb von 120 Sekunden krachten gleich zwei Bälle an die Querlatte. Denis Medak traf zuerst, den Nachschuss versemmelte Mike Pohling. Nach einem durchdachten Angriffszug war dann Steffen Wierick dran, den folgenden Kopfball hielt Ronny Wetzke. In der 29. Minute kam plötzlich Ben Pohling frei zum Schuss, auch hier parierte die gegnerische Nummer eins großartig. Nach einer halben Stunde bekam Weißwasser deutlich Oberwasser, der Platzbesitzer geriet in Rückstand. Dabei ging es flott, die Lok-Abwehr hatte das Nachsehen. Das Tor schoss Göran Sagner. Eine Vorentscheidung fiel in der 32. Minute. Die Gäste schlugen einen Freistoß in den gegnerischen Torraum, hier verlängerte Christian Behring, unterwegs noch abgefälscht, trudelte der Ball über die Torlinie. Mit der sicheren 3:1-Führung im Rücken, machten die Grün-We ißen weiter das Spiel, obwohl deren Torsteher noch zweimal gut abwehrte.
Die Fans aus Weißwasser waren sich eigentlich zur Halbzeit recht einig: Drei Tore auf des Gegners Platz müssten doch reichen. Dagegen sahen die Lok-Anhänger dem zweiten Spielabschnitt doch eher skeptisch entgegen, denn die letzten Heimspiele der eigenen Truppe waren ja leistungsgemäß sehr dünn.
Robert Reiß brachte mit Lutz Schmidt und Steffen Krause aber der 46. Minute frische Kräfte in die Partie.
Mit einem unerwarteten Doppelschlag kämpfte sich die Lok-Elf wieder heran. Im Anschluss an einen Eckball verkürzte Mike Pohling aus Nahdistanz zum 2:3 (51.). Die Vorarbeit leistete dabei per Kopf der eingewechselte Sebastian Kirschke. Nach 53 Minuten nutzte Medak eine Abwehrschwäche des Gegners. Sein Kopfball zappelte zum vielumjubelten 3:3-Ausgleich im Netz. Der furiose Zwischenspurt war voll gelungen. Weißwasser wirkte nun im Feldspiel nicht mehr so stark, Lok drückte auf Tempo. Die Belohnung folgte in der 68. Minute. Matthias Marusch markierte das 4:3, hier reklamierte Weißwasser auf eine angebliche Ausseitsstellung. Die große Chance, den Sack endgültig zuzubinden, verpasste der 19-jährige Christian Kraink. Von Marusch mustergültig frei gespielt, schoss er die Kugel aus acht Metern dem Torsteher direkt in die Arme. Im weiteren Spielverlauf konterte Grün-Weiß zwar, das Durchsetzungsvermög en der ersten Halbzeit wurde nicht mehr erreicht. Dem diesmal sehr agil wirkenden Matthias Marusch blieb das dritte Tor versagt. Seinen Schuss hielt der Pfosten auf, bevor Torwart Wetzke den Abpraller dankend annahm. Kurz vor Schluss hatte Schleife nochmals eine bange Situation zu überstehen, die aber Torsten Knox im Tor bereinigte. Dann beendete der Schiedsrichter Blümel aus Weißwasser ohne größere Probleme die überaus faire Partie. Schleife stoppte damit vorerst die Negativserie, während Weißwasser die zweite Niederlage kassierte.
Lok Schleife: Knox, Kuhnert, M. Schurmann, Bork, Scherfer (ab 46. Kirschke), Wierick, M. Pohling, Marusch, Medak, B. Pohling (ab 37. Kraink), Kranig.
Grün-Weiß W eißwasser: Wetzke, Pohl, Gundlack (ab 46. L. Schmidt), Fritsche, Höhne (ab 70. Duhlich), Schuhmacher, Sagner (ab 40. Krause), Behring, Pätzold, Abramek, Beil.