Kreisoberliga. Die zahlreichen Zuschauer sahen eine schnelle und rassige Begegnung, in der die Gastgeber eine halbe Stunde lang dominierten. In dieser Zeit fielen auch die beiden Treffer. Bereits in der 2. Minute hatte Marc Gaumer nach Flanke von Marcus Schünemann das erste Tor auf dem Kopf. Schlussmann Metelka war in dieser Situation auf dem Posten. Nachdem auch die Gäste über Daniel Schuster zu ihrer ersten ungenutzten Gelegenheit kamen, tönte in der 12. Minute Torjubel am Turnerheim. Marcus Schünemann wollte von der rechten Seite in den Strafraum flanken, doch sein Ball bekam so viel Kraft, dass er den rechten Pfosten streifte und von dort in die Maschen zum 1:0 rollte.

Der VfB gab sich damit nicht zufrieden und betrieb weiter ein aufwändiges Forechecking, was dem Tabellenführer überhaupt nicht behagte. Sehr schöne Angriffszüge mit schnellem Passspiel überrollten immer wieder die Abwehr des FSV. Folge dessen war der zweite Treffer der Gastgeber in der 20. Minute. Tomasz Skrzypczak spielte Stefan Beil an, und der traf zum 2:0. Zu diesem Zeitpunkt war die Welt für den VfB in Ordnung.

Doch der Favorit entzog sich durch Kampfmoral und zunehmender spielerischer Klasse der drohenden Niederlage. Allmählich engte er die Räume der Gastgeber ein, die gegen Ende der ersten Spielzeit ihrem hohen Anfangstempo Tribut zollen mussten. Mehrere Male konnte Marko Adamczak, flankiert von den beiden Martins (Schleußing und Tzschacksch), vor dem Anschlusstreffer klären, und auch Steven Knobel war stets zur Stelle. Der Sturm setzte weiterhin Akzente nach vorn. Dem immer größer werdenden Druck musste der VfB dann erstmals in der 41. Minute nachgeben. Torwart Knobel konnte eine rechte Flanke nicht festhalten. Im Nachsetzen drückte Hendrik Dietrich den Ball zum 2:1 über die Torlinie. Doch schon im Gegenzug hätte Stefan Beil den alten Abstand wieder herstellen müssen. Im Spagat rettete der Oderwitzer Schlussmann vor einem weiteren Gegentreffer. Mit der knappen 2:1-Führung für die Gastgeber begannen die Teams die Halbzeitpause.

Im zweiten Teil konnten die Glasmacherstädter in der Form an ihre überzeugende Leistung aus der ersten Hälfte nicht mehr anknüpfen. Kampfmoral, Einsatz und Einstellung stimmten, und doch fehlte die Spritzigkeit. Der finale Pass kam nicht mehr an, aber der Druck der Gäste blieb. Hinzu kam in Halbzeit zwei noch eine unerwartete Komponente. Schiedsrichterin Linda Gundel, die nicht immer auf der Höhe des Balles war, entschied in der 52. Minute auf Tor für Oderwitz, obwohl Torhüter Steven Knobel auf dem Ball lag und Matej Werner diesen durch ein Dranschlagen unter dessen Körper vorholte. Damit stand das Spiel 2:2.

Fortan kochten die Emotionen hoch. Nicht ganz unbeeindruckt blieb dabei der VfB. In der 58. Minute behauptete Stefan Beil über zwei Abwehrspieler den Ball, sein Abschluss verfehlte knapp das Gehäuse. In der 61. Minute setzte Marc Gaumer den Kopfball auf Zuspiel von Silvio Pätzold nur aufs Tornetz. Und wieder war es eine äußerst umstrittene Entscheidung der Spielleiterin in der 64. Minute, als sie nach einem Zweikampf Robert Balko Gelb zeigte und gegen den VfB an der linken Seitenlinie einen Freistoß pfiff. Nach der direkten Ausführung von Hendrik Dietrich landete das Leder am rechten Pfosten und von dort in den Maschen. Steven Knobel konnte nicht eingreifen, da er im Fünfmeterraum behindert wurde.

Der VfB brachte dann mit Niklas Wiesner einen frischen Angreifer und Oderwitz die Zeit rum. Angriffsverschleppung, Ballwegschlagen, Wechsel und Verletzungspausen waren die Mittel. Trotz fortgesetzten Bemühens gelang den Kickern vom Turnerheim kein weiterer Treffer, und damit gab es keine Punkte. Die gute Mannschaftsleistung des VfB Weißwasser und das Bemühen blieben somit unbelohnt.

Doch die Chance auf Punkte am Wochenende ist noch gegeben, wenn das Team am Ostermontag in das Stadion der Jugend reist und auf den dort ansässigen FSV Empor Löbau trifft. Um 15 Uhr ertönt der Anpfiff zur letzten Nachholpartie der Liga.

Weißwasser: Steven Knobel, Marko Adamczak, Robert Balko, Martin Schleußing, Martin Tzschackasch, Marc Gaumer, Silvio Pätzold, Marcus Schünemann, Norman Reher, Tomasz Skrzypczak, Stefan Beil (66. Niklas Wiesner)