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Astronomie
Galaxien werden zum Greifen nah

Im Rahmen des jährlichen Astronomietages luden die Lausitzer Sterngucker am Samstag auf den Modellflugplatz nach Sagar/Kaupen ein.
Im Rahmen des jährlichen Astronomietages luden die Lausitzer Sterngucker am Samstag auf den Modellflugplatz nach Sagar/Kaupen ein. FOTO: Arlt Martina
Sagar/Kaupen. Die Sterngucker-Familie baut ihre Technik für Interessierte in Sagar/Kaupen auf. Rüdiger Mönch gehört zu den Hobby-Astronomen. Von Martina Arlt

Wer sich für die Raumfahrt und Astronomie interessiert, der war am Samstag auf dem Modellflugplatz in Sagar/Kaupen genau richtig. Ein Anlass ist jedes Jahr der Astronomietag, zu dem die Lausitzer Sterngucker unter Leitung von Rüdiger Mönch einladen.

Dieser besondere Tag war in diesem Jahr genau am 24. März. Etwas verspätet war der Zeitpunkt am Wochenende gekommen, um interessierte Sterngucker anzulocken. Dazu bauten die Hobbyfreunde der Astronomie mehrere  Spiegel- und Linsenteleskope auf. Für diese Technik müssen die echten Liebhaber schon einige Scheinchen auf den Tisch legen, erzählen sie. „Venus als Abendstern, Galaxien und Kugelsternhaufen, werden wir heute sicher sehen. Vielleicht auch noch den Jupiter...“, stellt Rüdiger Mönch in Aussicht. Mars und Saturn wird man erst nach Mitternacht entdecken, erklärt er. Auch die Sonne mit den Ausbrüchen sollten die Besucher beobachten können, war er überzeugt. „Als Kind konnte ich mich schon für die Astronomie begeistern. Was passiert im Universum, das war und ist immer noch eine spannende Frage. Zuhause hatten wir damals schon ein Feldstecher, wo man Einiges am Sternenhimmel sehen konnte“, so der 56-jährige Mönch.

Besonders für Kinder war nun am Samstag auch der Himmelsglobus mit verschiedenen Einstellungen interessant, der von Vereinsmitglied Dietrich Strauch aus Kolkwitz betreut wurde. Die Besucher hatten die Möglichkeit, die Mondwaage zu benutzen. Ebenfalls soll eine Jupiterwaage demnächst mit etwas technischem Verständnis umgebaut werden.

Auch Stephan Matheus (29) aus Forst interessiert sich seit zehn Jahren für dieses Thema und kam am Samstag mit seinem Vater Freimut (51). Beide betreiben dieses Hobby. „Beim Astro-Tag hier in Kaupen bin ich meistens dabei. Wenn ich es einrichten kann, dann auch beim großen Herzberger Teleskop-Treffen“, erzählt er. Obwohl er sich ein eigenes Teleskop zugelegt hat, ist er doch hauptsächlich am Samstagabend  mit dem Fotoapparat unterwegs. „Denn mit Langzeitbelichtungen und Filter kann man viele gute Sachen machen. Dieser Modellflugplatz ist ein schöner Standort dafür, liegt mitten in der Natur, man hat einen wunderbaren Rundumblick, kein Licht, wunderbar“, so Stephan.

Der 64-jährige Dietmar Schubert aus Weißwasser entschied sich vor wenigen Wochen, dem Verein der Lausitzer Sterngucker beizutreten: „Mit dieser Materie beschäftige ich mich schon lange. Raumfahrt und Astronomie interessieren mich einfach, es macht mir Spaß. Nun habe ich das Rentenalter erreicht, wo man sich zeitlich diesem Hobby mehr widmen kann“, so Dietmar Schubert.  Demnächst will er sich ein eigenes Teleskop anschaffen, verrät er.

Rüdiger Mönch, der hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Krauschwitz ist, hält die ganze Sterngucker-Familie zusammen und findet selbst bei diesem schönen und lehrreichen Hobby Entspannung. Die Lausitzer Sterngucker gründeten sich 2004 und zählen heute 16 Mitglieder. Die Hobbyastronomen kommen nicht nur aus Weißwasser, sondern auch aus Bad Muskau, Forst, Cottbus, Sonnewalde und Drachhausen.

Rüdiger Mönch hat sich daheim vor etwa zwanzig Jahren eine eigene Sternwarte gebaut. Dort befindet sich das Domizil der Sterngucker, doch öffentlich zugänglich ist sie nicht. Doch der Verein lädt drei- bis viermal jährlich an verschiedenen Standorten zu Astrotreffen ein. Im Juni 2018 gibt es auf jeden Fall wieder Gelegeneit, in die Sterne zu gucken, beim einen Tag der offenen Tür in der Station Junger naturforscher und Techniker in Weißwasser, kündigt Mönch an. Außerdem starten die Vereinsmitglieder in diesem Jahr zu einer zweitägigen Ausfahrt, die sie zum Raumfahrtmuseum Morgenröthe-Rautenkranz sowie zur Sternwarte Drebach, führt. Ein Höhepunkt im Vereinsleben wird wieder das Herzberger Teleskoptreffen in Jeßnigk sein im September. „Bei dieser Sternparty werden rund 400 Teleskope durch die Amateure der Astronomie aufgebaut, das immer wieder gigantisch ist“, gerät Mönch ins Schwärmen.