Tenor des Schreibens ist: Die Mitglieder der Jagdgenossenschaft - 33 haben den Brief bei ihrer Versammlung vor wenigen Tagen unterschrieben - fordern, den Wolf als zu bewirtschaftendes Wild einzustufen. Diesen Schritt fordern die Gablenzer vom Landrat, damit er seiner Fürsorgepflicht nachkommt. "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Wolf auch in unserer Region seine Daseinberechtigung hat. Das wirkliche Verhalten der Wölfe, entgegen der Prognosen der Mitarbeiter des Wolfskontaktbüros Rietschen, dass der Wolf scheu sei und menschliche Nähe meide; dass er nur altes und krankes Wild als Nahrung aufnehmen würde; dass er durch Elektrozäune von Nutzviehbeständen abzuhalten sei; dass er sich nicht mit Hofhunden paaren würde; dass Herdenschutzhunde in Schafherden als Abschreckung genügen, ist ein anderes. Denn all diese Aussagen bzw. Prognosen wurden durch die Realität widerlegt", sc hreiben die Gablenzer.
Nach ihrer Meinung sei die Wolfsentwicklung in der hiesigen Region nicht mehr überschaubar und damit durch die Wolfschutzbeauftragten nicht kontrollierbar.
Aktuelle Geschehnisse führen die Gablenzer diesbezüglich als Beweise an. So sind Rissfunde ganz in der Nähe der Wossinka ausgemacht worden. Die Gablenzer sind der Meinung, dies war der Wolf. Er mache ihrer Ansicht nach auch vor verschlossenen Grundstücken inmitten des Ortes nicht Halt.
Ein Jagdrechtsinhaber der Jagdgenossenschaft bemerkt, dass sich ein Tier nachts Einlass zu seinem Gehöft verschafft hatte. Dies befindet sich nach den Aussagen von Jagdvorsteher Wilfried Paulick rund 100 Meter neben dem Kindergarten. Das Tier, nach Aussagen der Gablenzer ein Wolf, inspizierte den Hof. Die Hunde schlugen an. Dem Großvieh passierte nichts, es stand im Stall. "Beim Nachschauen sah der Hofbesitzer einen Wolf. Dass es sich offensichtlich um einen Wolf handelte, wurde am Morgen des nächsten Tages durch den Revierförster anhand der vorhandenen Trittsiegel und der Art und Weise des Zuganges des Tieres zum Grundstück nicht ausgeschlossen", schreiben die Gablenzer.
Zudem führen die Gablenzer auf, dass durch den viel zu hohen Wolfsbesatz Minderungen bei der Jagdverpachtung entstehen. Ganz zu schweigen von der Ausrottung von Tieren - in dem Fall von Muffelwild.
"Ich habe das Schreiben persönlich im Sekretariat des Landrates abgegeben", berichtete Paulick den Räten. Nun hoffen er und seine Mitstreiter aus der Jagdgenossenschaft auf eine Reaktion aus Niesky.