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Gablenzer Devise: aller guten Dinge sind drei

Mit Schneehaube präsentiert sich derzeit die Rakotzbrücke im Kromlauer Park.
Mit Schneehaube präsentiert sich derzeit die Rakotzbrücke im Kromlauer Park. FOTO: Regina Weiß
Kromlau. Der Hype um die Rakotzbrücke im Rhododendron-Park Kromlau ebbt auch zu Jahresbeginn 2017 nicht ab. Mittlerweile sind die Fotos nicht mehr zählbar, die das Bauwerk aus allen Perspektiven und in vielerlei Stimmungen zeigen. Im Internet sind sie weltweit zu sehen. Regina Weiß

Schnee ist schön. Er verpasst dem Kromlauer Park einen wunderschönen Wintermantel. Aber Schnee ist auch verräterisch. In ihm sind die Fußspuren wie an einem Tatort zu lesen. Und sie zeigen in diesen Wintertagen, dass selbst die Bauzäune nicht ausreichen, um die Rakotzbrücke abzusichern. Fußstapfen "zieren" den Schnee auf dem steinernen Halbbogen. Vermutlich wollen manche den Schnappschuss fürs Leben machen und scheuen dabei nicht vor halsbrecherischen Aktionen zurück. Im sozialen Netzwerk sorgt das auch für Kopfschütteln. So kommentierte eine Nutzerin - wohlgemerkt sarkastisch - dass nur noch die einstürzende Brücke das Fotomotiv mit Neuigkeitswert wäre.

Aber gerade das soll ja nicht passieren. Auch 2017 bemüht sich die Gemeinde Gablenz, Fördermittel für den Kromlauer Park zu akquirieren. Zweimal beim Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus leer ausgegangen, schaut die Kommune nun hoffnungsvoll auf das Land. Seit Monaten laufen Vorbereitungen und Gespräche, um beim Programm "Kleinere Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke" (KSP) nicht wieder auf dem Bauch zu landen. Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) nutzte den Neujahrsempfang vor wenigen Tagen, um denen zu danken, die sich dafür bisher ins Zeug gelegt haben.

Kürzlich wurde der Förderantrag, das Programm wird gemeinsam mit Bad Muskau genutzt, beim Innenministerium in Dresden vorgestellt. "Das Ganze ist für gut befunden worden", so Noack. "Aller guten Dinge sind drei", gibt der Bürgermeister die Hoffnung nicht auf. Im Sommer könnte man dann guter Erwartung sein. Gibt es ein Daumen hoch aus Dresden, dann geht es um drei Millionen Euro Fördermittel, die dem Park und vor allem seinen Bauwerken zugutekommen sollen. Das Geld soll sich über einen Zeitraum von fünf Jahren erstrecken. Noack spricht von einem Kraftakt, der dann gestemmt werden müsse. "Das ist richtig viel Arbeit, aber wir wollen diese Arbeit. Wir machen das gerne", so der Gemeindechef in der Januar-Ratssitzung.

Der Hype um das Markenzeichen des Kromlauer Parks - die Rakotzbrücke - hält derweilen auch nach dem Jahreswechsel an. Bei Facebook wird immer wieder von einem "Amazing portal to another world" (tolles/einmaliges Portal in eine andere Welt) oder der Devilsbridge (Teufelsbrücke) geschrieben. Erstaunlich auch, in welcher Sprache außer Deutsch sich Einträge finden: Englisch, Polnisch, Dänisch, Griechisch, Georgisch, Spanisch, Hebräisch. Entweder waren die Gäste aus diesen Ländern selbst im Park oder teilen das Foto, das ihnen so gut gefällt. Und so wächst die Fanschar weiter.

Im jüngsten Gemeinderat hat noch ein anderer Umstand rund um die Brücke für Diskussionen gesorgt. Fast gleichlautend hatten die RUNDSCHAU und die Gablenzer Dorfzeitung nach einem Gespräch mit dem örtlichen Rechtsanwalt Klaus Budach berichtet, dass die Gemeinde beim Markenschutz Gelder liegen lässt, weil Vergehen nicht gesammelt und geahndet würden. Die Kritik konnte zum Beispiel Gemeinderat Norbert Thorausch nicht nachvollziehen. Er verwies auf eine Information, die Bürgermeister Dietmar Noack nach einem Gespräch mit dem Patentrechtsanwalt weitergegeben habe, dass es gar nicht so einfach sei, Leute abzustrafen, die gegen das Markenrecht verstoßen haben. Noack stieß diesbezüglich noch etwas anderes auf. "Wir machen alles im Ehrenamt. Wir werden das schrittweise angehen. Da muss man schon ein bisschen Geduld haben. Wir haben kein Rathaus, wo es für jedes Thema einen Beschäftigten gibt."