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Gablenz und Zary-Land rücken eng zusammen

Dietmar Noack (l.) und Wieslaw Polit verlängern mit ihrer Unterschrift unter die Rahmenvereinbarung die Partnerschaftsbeziehungen zwischen Gablenz und Zary-Land. Foto: Ingolf Tschätsch/igt1
Dietmar Noack (l.) und Wieslaw Polit verlängern mit ihrer Unterschrift unter die Rahmenvereinbarung die Partnerschaftsbeziehungen zwischen Gablenz und Zary-Land. Foto: Ingolf Tschätsch/igt1 FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Gablenz. Das war ein guter Tag für Gablenz, dieser 29. Februar. Am Nachmittag wurde der Partnerschaftsvertrag mit Zary-Land verlängert und am Abend beim Neujahrsempfang eine erfolgreiche Bilanz 2011 gezogen – nicht zuletzt dank des ehrenamtlichen Wirkens von Bürgern und Vereinen. Schließlich gab es auch noch erfreuliche Nachrichten vom Landkreis. igt1

Schon bald könnte das Wappen von Zary auf noch aufzustellenden touristischen Begrüßungsschildern in Gablenz Fremde auf die Partnerschaft mit diesem polnischen Landkreis aufmerksam machen. Möglich auch, dass Chöre und Tanzgruppen von dort beim Park- und Blütenfest in Kromlau 2013 oder anderen Veranstaltungen in der Kommune auftreten, die Freizeitfußballer vom FSV bei ihrem Straßenturnier polnische Kicker begrüßen, Senioren von östlich der Neiße sich auf dem Bartelshof mit dem hiesigen Heimatverein treffen, um von dessen guten Erfahrungen auch bei der Betreuung älterer Bürger zu hören oder deutsche und polnische Feuerwehrleute miteinander fachsimpeln.

Das sind nur einige wenige Beispiele, wie sich die Zusammenarbeit von Gablenz mit der polnischen Gemeinde Zary-Land in nächster Zeit weiter entwickeln könnte. Fest steht: Beide Seiten wollen näher zusammenrücken. Ihr Versprechen hielten sie schwarz auf weiß fest, indem die Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) und Wieslaw Polit mit ihrer Unterschrift die Verlängerung des seit 2006 bestehenden Partnerschaftsvertrages besiegelten.

Mit einer neunköpfigen Delegation waren die Polen nach Gablenz gekommen, um mit Bürgermeister, den beiden Feuerwehrchefs und den Ausschussvorsitzenden neue Möglichkeiten des Zusammenwirkens auszuloten. So wollen beide Seiten im Rahmen der Euroregion Neiße gemeinsam Vorhaben anschieben, die in beiden Territorien gleichgelagert sind, und dafür Fördermittel beantragen. Die neue Förderperiode von 2014 bis 2020 haben sie dabei im Auge. So besitzt Kromlau einen Park, Zary-Land mit dem "Grünen Wald" ein ähnliches Landschaftsidyll, wie es hieß. Hier wie dort sei die Infrastruktur zu verbessern, indem beispielsweise neue Sitzmöglichkeiten zu schaffen sind.

Konkrete ProjekteZwei ganz konkrete Projekte will Zary schon in Kürze realisieren: die Herausgabe einer grenzüberschreitenden Tourismuskarte, auf der auch Gablenz und Kromlau zu finden sind, und die Möglichkeit, die Internetseite der Landgemeinde ins Deutsche zu übersetzen.

Dietmar Noack sicherte zu, dass aus dem Gemeinderat heraus eine kleine Arbeitsgruppe gebildet wird, die sich speziell der Zusammenarbeit mit Zary-Land widmet. Beide Seiten wollen eine Liste ihrer Kulturveranstaltungen erstellen und sich diese zuschicken. Man will sich künftig öfter treffen und einen regen Informationsaustausch anstreben. "Ich denke, es sollte keine Probleme bei der Entwicklung unserer Zusammenarbeit geben", äußerte sich Wieslaw Polit hoffnungsvoll. Seit Dezember 2010 sei er neuer Bürgermeister von Zary-Land, wie der 46-Jährige der RUNDSCHAU verriet, und damit zuständig für ein Gebiet mit 27 Dörfern mit rund 12 000 Einwohnern.

Im Anschluss an die Diskussion unternahmen die polnischen Gäste einen kleinen Rundgang durchs Dorf, bei dem sie die durch An- und Umbau verbesserten Betreuungsbedingungen in der Kita in Augenschein nahmen und sich auf dem Bartelshof umsahen.

Am Abend wurde die Delegation aus Zary-Land beim Neujahrsempfang im Gemeindesaal begrüßt. Dort konnte Bürgermeister Dietmar Noack eine erfolgreiche Bilanz 2011 ziehen: u.a. Kita-An- und -Umbau; Sanierung Kavaliershaus Kromlau; Umbau der Waldstation Kromlau zum Vereinshaus; Parkseminar; 3. Platz beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft". Kopfzerbrechen bereite die planmäßige Bewirtschaftung des Parks, was die Kraft der Kommune übersteige. Außerdem warte Gablenz immer noch auf Fördermittel für die Kita. Noack würdigte das ehrenamtliche Engagement von Bürgern und Vereinen: "Ohne sie wären wir ein totes Dorf." Dezernent Werner Genau vom Landratsamt Görlitz überbrachte den Gablenzern zwei gute Nachrichten. Erstens: "Sofern Land und Bund Mittel bereitstellen, wird die Förderung der Kita-Baumaßnahme ganz oben auf die Prioritätenliste des Landkreises gestellt", sagte er. Zweitens: "2013 soll mit dem ersten Abschnitt des Ausbaus der Dorfstraße begonnen werden. Bis 2015 ist der Abschluss geplant."

Geehrt wurden das Redaktionskollegium "Unsere Dorfzeitung", die 20-jähriges Bestehen feiert, und Heimatvereinsvorsitzender Norbert Thorausch für sein Engagement. Der Männergesangverein 1845 Bad Muskau und die Tanzgruppe des Jugendklubs Kromlau erhielten für ihre Auftritte kräftigen Applaus.