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| 02:49 Uhr

Gablenz investiert in Trauzimmer und Feuerwehr

Gablenz. Auch in diesem Jahr will Gablenz investieren, ohne dafür Kredite aufzunehmen. So hat es der Gemeinderat in seiner Januarsitzung beschlossen. Allerdings gibt es in dem Zahlenwerk einige Unwägbarkeiten. Regina Weiß

Wenn jeder Gablenzer und Kromlauer am Ende dieses Jahres 20,02 Euro in die Gemeindekasse zahlen würde, dann wäre die Kommune schuldenfrei - ein schöner Traum. Eine geringe Summe, wenn man zum Vergleich auf die Nachbarstadt Bad Muskau schaut: Dort stehen 1060,60 Euro pro Einwohner zu Buche.

Neue Schulden sind in Gablenz auch in diesem Jahr nicht geplant. Auch die Bürger können sich freuen, an den Hebesätzen (Grundsteuer A und B beziehungsweise Gewerbesteuer) muss nicht gedreht werden. Es bleibt bei den bekannten Zahlen.

Sparkurs beibehalten

Insgesamt weist der Etat einen positiven Saldo aus. Allerdings muss Finanzausschussvorsitzender Johannes Rackel eingestehen, dass die Abschreibung noch nicht einberechnet wurde. Hier hält sich Gablenz an die in Sachsen noch mögliche Übergangszeit. "Wenn wir unseren Sparkurs beibehalten, dann ist auch mittelfristig unsere Liquidität nicht gefährdet", schätzt Rackel vor dem Gemeinderat ein. Der stimmt übrigens dem Etat einstimmig zu.

Um investieren zu können, muss die Liquiditätsreserve (Sparstrumpf) angegriffen werden. Rund 16 000 Euro entnimmt man, um die geplanten Investitionen rund zu bekommen. So ist die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos geplant. Die Kommune hofft auf eine Förderung von 85 Prozent. Dann würden bei der Anschaffung nur noch 30 000 Euro bei der Gemeinde verbleiben. 39 000 Euro sollen ins Kromlauer Schloss fließen. Nach der denkmalgerechten Innensanierung geht es nun um die Ausstattung. Schon bei Erstgenanntem kommt Bürgermeistermeister Dietmar Noack (CDU) beim Neujahrsempfang ins Schwärmen. "Mit viel Liebe zum Detail sind die Arbeiten gestaltet worden", so Dietmar Noack. Die Rede ist vom Intarsienparkett im Saal, den Fliesen im Wintergarten oder den Wandmalereien. "Die sind das i-Tüpfelchen." Nun soll der Saal ansprechend gestaltet werden, damit sich Brautpaare dort wohlfühlen. Zudem braucht die Tourist-Info nach ihrem Umzug ins Schloss eine neue Ausstattung. Wie das einmal aussehen soll, das können sich die Bürger vor Ort anschauen. Geplant ist im Kromlauer Schloss nämlich ein Tag der offenen Tür.

Einige Wackelkandidaten

In Gablenz wird in neue Straßenbeleuchtung investiert. Und auch das Breitbandthema ist nicht aus der Welt. Allerdings hofft die Kommune darauf, dass diese Investition in die Zukunft zu 100 Prozent gefördert wird. Sollte sich diese Hoffnung zerschlagen, muss die Kommune nachträglich rund 50 000 Euro an Eigenmitteln einplanen.

Nicht der einzige Wackelkandidat beim diesjährigen Haushalt. Noch fehlt die Endabrechnung für den Bau der Ortsdurchfahrt. Gablenz geht immer noch von den einst besprochenen rund 67 000 Euro aus.

Ebenfalls noch völlig außen vor geblieben ist die Kostenbeteiligung, wenn es um den erneuten Förderantrag für den Kromlauer Park geht. Die Gemeinde will einen zweiten Versuch starten, um in diesem Jahr in das Programm "Nationale Projekte des Städtebaus" Eingang zu finden. Im Januar habe es deshalb ein erstes Gespräch in Dresden gegeben. Laut Noack gehe es um das Kleinod der Gemeinde, das ihr allerdings schwer auf der Tasche liegt.

Einen erheblichen finanziellen Zuschuss erhält auch in diesem Jahr wieder die Kita. Hier hat die Gemeinde 182 500 Euro eingeplant. Fast das Doppelte davon führt sie an den Kreis ab. Die Kreisumlage schlägt mit 325 100 Euro zu Buche. Die Verwaltungsumlage beträgt 120 000 Euro. Sie war in dieser Höhe bis zu diesem Jahr mit Bad Muskau festgeschrieben. "Nun muss sie neu verhandelt werden", so Johannes Rackel.