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| 02:52 Uhr

Gablenz hat gut aufgestellte Truppe – aber das Alter . . .

Ein bewegender Augenblick. Wer gehört schon 70 Jahre der Feuerwehr an? Nur ganz wenigen ist das vergönnt. Für dieses seltene Jubiläum wurde Kamerad Willi Paulick mit dem Ehrenkreuz der Feuerwehr ausgezeichnet. Wehrleiter Freddy Schmidtke und Bürgermeister Dietmar Noack gratulieren dem 87-Jährigen dazu.
Ein bewegender Augenblick. Wer gehört schon 70 Jahre der Feuerwehr an? Nur ganz wenigen ist das vergönnt. Für dieses seltene Jubiläum wurde Kamerad Willi Paulick mit dem Ehrenkreuz der Feuerwehr ausgezeichnet. Wehrleiter Freddy Schmidtke und Bürgermeister Dietmar Noack gratulieren dem 87-Jährigen dazu. FOTO: Ingolf Tschätzsch/igt1
Gablenz. Jahreshauptversammlung der Feuerwehr: technische Hilfeleistungen nehmen zu. Dazu gehören neuerdings auch die Notöffnungen von Wohnungstüren. Von INGOLF TSCHÄTSCH / igt1

Die Freiwillige Feuerwehr Gablenz ist personell gut aufgestellt. Diesen erfreulichen Fakt stellte Wehrleiter Freddy Schmidtke gleich an den Anfang seines Rechenschaftsberichtes am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Brandschützer. Immerhin tragen 39 Männer und Frauen - wovon 23 der aktiven Gruppe angehören - die dunkelblaue Uniform.

Im gleichen Atemzug musste Schmidtke jedoch mahnen: "Wir sollten uns nicht von der genannten Anzahl an aktiven Kameraden täuschen lassen und unbedingt weiter an ihrer Stärke und Altersstruktur arbeiten." Denn: "Wenn man bedenkt, dass man bereits mit 16 Jahren bei der aktiven Gruppe mitmachen kann, wir in Gablenz aber bis zum vollendeten 30. Lebensjahr gerade einmal fünf Kameraden dabei haben, sollte uns das doch nachdenklich stimmen", fügte der Feuerwehr-Chef hinzu. Auch innerhalb der Wehr müsse geschaut werden, ob die Florianjünger immer den verschiedenen Aufgaben gewachsen seien. Freddy Schmidtke verwies hier auf das Fahren des Löschfahrzeuges. Von den insgesamt neun Kraftfahrern bzw. Maschinisten sind vier über 50 und drei über 60 Jahre alt. "Auch da fehlen uns bald die Leute", so der oberste Brandschützer der Gablenzer.

Trotz dieser Probleme: Auf die Kameradinnen und Kameraden war bei den sieben Einsätzen im Berichtszeitraum 2016 Verlass. So wurden die Florianjünger zu einem Waldbrand, einer Übung und fünf technischen Hilfeleistungen gerufen, die zwei Verkehrsunfälle mit einschlossen. Laut Schmidtke sei längst nicht mehr das ursprüngliche Verhindern und Löschen von Bränden Hauptbestandteil der Aufgaben einer Feuerwehr. In diesem Zusammenhang verwies der Redner auf ein neues Phänomen - die Notöffnung von Türen. Zweimal mussten die Brandschützer hier ran. In beiden Fällen waren verletzte und hilflose Personen in ihren Wohnungen betroffen. "Wir können stolz darauf sein, das Fahrzeug bei jedem Einsatz besetzt zu haben, egal, zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Auch wenn es einmal nur zwei Kameraden waren, wurde das Einsatzziel immer erreicht", lautete das Fazit des Wehr-Chefs.

Lobende Worte fand er auch - als er über die geleisteten Stunden bei Ausbildung und Schulung sprach - speziell zu Maik Schuster. Dieser habe alle vier auf Kreisebene angebotenen Lehrgänge besucht und erfolgreich abgeschlossen. "Also 92 Stunden, und das freiwillig mit fast 50 Jahren", hob Freddy Schmidtke hervor. Damit haben die Gablenzer wieder sieben Atemschutzgeräteträger in ihren Reihen, während es im Vorjahr noch drei waren.

Der zwölfjährige Frederik Pittermann konnte berichten, dass die Jugendwehr weiteren Zuwachs erhalten hat. 14 Brandschützer im Alter von acht bis fünfzehn Jahren sind es jetzt. "Leider ist es uns aber immer noch nicht gelungen, ein Mädchen zu gewinnen. Vielleicht klappt es damit in diesem Jahr", sagte Frederik. Er und seine Mitstreiter werden jeden zweiten Mittwoch von Jugendfeuerwehrwart Janek Tiefel ausgebildet. Im vorigen Jahr konnten die jungen Brandschützer beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Reichwalde in der Gruppenstafette in ihrer Altersklasse einen hervorragenden zweiten Platz erkämpfen.

Bürgermeister Dietmar Noack (CDU), Gast der Jahreshauptversammlung, bedankte sich bei den Kameraden für das Geleistete und betonte, dass jeder im Ort die Feuerwehr gebrauchen kann, siehe nur Türnotöffnungen. Das Gemeindeoberhaupt lenkte die Blicke der Anwesenden auf 2018, wenn Gablenz sein 750-jähriges Jubiläum und die Feuerwehr ihr 115-jähriges Bestehen feiert. Er bat die Kameraden, sich hier mit einzubringen und sich beispielsweise aktiv am angedachten Festumzug zu beteiligen.

Zum Thema:
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Würdigung von Willi Paulick. Der 87-Jährige ist seit 70 Jahren ein Florianjünger und wurde mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Philipp Noack, der stellvertretende Wehrleiter, erhielt für zehnjährige Zugehörigkeit das Ehrenzeichen in Bronze.