| 17:02 Uhr

Gablenz
Biber sorgen in Gablenz für Ärger

Biber und Wolf sind für zahlreiche Landwirte inzwischen ein Ärgernis. Die Umweltminister plädieren aber für Wege, um mit den Tieren zu leben. Fotos: dpa
Biber und Wolf sind für zahlreiche Landwirte inzwischen ein Ärgernis. Die Umweltminister plädieren aber für Wege, um mit den Tieren zu leben. Fotos: dpa FOTO: Patrick Pleul
Gablenz. Stefanie Berg und ihr Lebensgefährte haben Probleme mit einer bauwütigen Biberfamilie. Die Gemeinde und Landkreisbehörde reagieren umgehend. Von Gabriela Nitsche

 Biber sind an sich ja pussierliche Tierchen, wenn man sie so beobachtet. Aber ihre Bauwut kann gewaltigen Schaden anrichten. Das haben jetzt erst wieder Anwohner der Dorfstraße in Gablenz zu spüren bekommen. Für Stefanie Berg Grund, in die Ratssitzung zu kommen und um Hilfe zu bitten. Hinter dem Grundstück der Familie verläuft die Räderschnitza. Vor zwei Jahren wurde das kleine Fließgewässer gesäubert. Inzwischen habe die Vegetation Überhand genommen, das Flüsschen sei total verschlammt. Es müsse dringend ausgebaggert werden, so die junge Frau. „Es ist kein fließendes Gewässer mehr. Es steht, stinkt und hat schon Entengrütze drauf“, beschrieb sie die Situation. Denn: „Der Biber baut Dämme ohne Ende und hat auf diese Art und Weise die Räderschnitza so angestaut, dass absolut nichts mehr ins Bioptop fließen kann. Aber der absolute Knackpunkt ist unsere Bio-Kläranlage. Die meckert schon“, so die Gablenzerin.

Bei Bürgermeister Dietmar Noack (CDU) schrillten sofort die Alarmglocken. Es sei nicht das erste Biber-Problem, mit dem sich die Gemeinde konfrontiert sieht. Die Fließgeschwindigkeit nehme durch die Biberbauten stark ab. Schon im vorigen Jahr hatte er den Biberbeauftragten im Landkreis Görlitz in Gablenz vor Ort. Im Endeffekt durfte der Gemeindearbeiter nicht mehr allein eingreifen. Noack bat, nichts zu machen, er werde sich umgehend an die Untere Naturschutzbehörde wenden. „Wir können den Abfluss der Räderschnitza nicht mehr gewährleisten, und der Herbst mit erfahrungsgemäß viel Regen und am Ende des Winters die Schneeschmelze stehen ja noch bevor.“ Am nächsten Tag werde er sich erst einmal selbst ein Bild von allem machen.

Gesagt, getan. „Die von der Anwohnerin beschriebene Gefahr war akut“, bestätigte Noack. Der Gablenzer Gemeindechef freut sich, dass er in der zuständigen Landkreisbehörde sofort auf offene Ohren gestoßen ist. Kaum hatte er angerufen und von dem Problem berichtet, waren die Fachleute vor Ort und trafen notwendige Entscheidungen. „Am Samstag haben wir das Parkseminar in Kromlau genutzt und in einer gemeinsamen Aktion behutsam eingegriffen und damit den Rückstau in die Bio-Kläranlagen der Anwohner verhindert. Das war dringend notwendig.“ Auch die Prohav habe mit ihrer Technik und Know-how geholfen, denn das rückgestaute Wasser aus der Räderschnitza machte sich auf deren Landwirtschaftsflächen breit. Bereits 2015 hatten alle eine solche Situation erlebt und wollten deshalb dieses Mal zeitig reagieren. Damals hatten die Tiere fünf Dämme errichtet, um ausgiebig schwimmen und tauchen zu können, hatte der Fachmann von der Kreisbehörde erläutert.

Ganz vertrieben wurde die Biberfamilie jedoch auch dieses Mal nicht. In Abstimmung mit dem Biberbeauftragten und der Naturschutzbehörde wurde festgelegt: „Am Sauenloch dürfen die Tiere bleiben“, erklärt Dietmar Noack.