Es ist schon zur Tradition geworden, dass die jährliche Halbzeittagung mit Auswertung der abgelaufenen Halbjahresspielserie der Kreisoberligaschiedsrichter und Schiedsrichterbeobachter des Fußballverband Oberlausitz (FVO) in Gebelzig stattfindet. So haben insgesamt 27 Schiri’s und deren Beobachter an der Veranstaltung teilgenommen.

FVO-Präsident Jürgen Heinrich und der Vorsitzende der speziell eingerichteten Schiedsrichterkommission des Fußballverbandes Tobias Weickelt haben die „Unparteiischen“ begrüßt.

Zum Programm gehört neben der Auswertung auch ein Regeltest. Auch ist man der Frage nachgegangen, wie die vom Deutschen Fußballbund (DFB) vorgegebene Patenschaft für junge, neu ausgebildete Schiedsrichter umgesetzt werden sollen. Immerhin soll von nun an jedem neuausgebildete Schiedsrichter ein erfahrener Kollege als Paten in der ersten Zeit seiner Schiedsrichtertätigkeit zur Seite gestellt werden. Die Regelung soll in der Oberlausitz auch gleich für die unlängst in einen mehrtägigen, 25-stündigen Lehrgang ausgebildeten neuen jungen Schiedsrichter-Anwärtern zur Anwendung kommen.

Hintergrund davon sind besonders in jüngerer Vergangenheit gemachte Vorkommnisse im Amateurfußball. Inzwischen nämlich haben nicht nur die Zuschauerzahlen zugenommen – was die Neuschiedsrichter unter Druck setzt –, auch ist vermehrt von verbalen und handgreiflichen Auseinandersetzungen die Rede. In Hessen ist im vergangenen Jahr ein Schiedsrichter bewusstlos geschlagen worden, weil er einen Spieler mit Geld-Rot vom Platz stellte.

Gewalt und Diskriminierung sind die Ausnahme

Kurz darauf meldete sich DFB-Vize-Präsident Ronny Zimmermann zu Wort: Gemessen an der Anzahl der absolvierten Spiele stellten Gewalt- und Diskriminierungsfälle statistisch gesehen nach wie vor noch immer eine Ausnahme dar, argumentierte er und sagt: „Das ändert jedoch nicht, dass jeder einzelne Fall einer zu viel ist und bleibt.“

Dem DFB – der nur für die obersten Spielklassen zuständig ist – sei klar, dass gerade in den unteren Ligen die personelle Absicherung von Fußballspielen schwierig sei. Deshalb nun also die Regelung und die Aufforderung an die Vereine, deren Spieler für das Thema entsprechend zu sensibilisieren.

In der Oberlausitz ist es bislang noch nicht zu solcher Gewalt gekommen. Allerdings stehen auch hier Bedrohungen, Kraftausdrücke und zum Teil auch das „Anspucken“ an der Tagesordnung. Insofern sei die Vorgabe, erfahrene Kollegen den „Neuen“ zur Seite zu stellen, zu begrüßen, ist man sich in der Oberlausitz einig.

Nach DFB-Angaben sind Woche für Woche circa 75 000 Schiedsrichter sind Woche für Woche im Einsatz, damit 1,5 Millionen Fußballspiele in ganz Deutschland Jahr für Jahr stattfinden können.