Von Paul Kretschmar

SV Rot-Weiß Bad Muskau – SV Lok Schleife 2:3 (2:0). Tore: 1:0 Kreiner (24.), 2:0 Rost (28./FE), 2:1 Kranig (67.), 2:2 Kranig (80./HE), 2:3 Briesemann (82.); Zuschauer: 151; Schiedsrichter: Nico Fohl

Bad Muskau: Mersiovsky, Koschkar, Haeberlein, Kreiner, Lehnigk, Tadajewski, Zielinski, Kranisch (66. Nyschan), Rößler, Rost, Gaebel

Schleife: Knox, Dokter, N. Schurmann, Petrick (87. Zuchold), Lampe, Kranig, Korla, Briesemann, Michlenz, Schuster (90. Holz), Zeisig

Was für ein historisches Spiel im Bad Muskauer Parkstadion, wo der Gastgeber als Tabellenletzter der Oberlausitzer Kreisoberliga zur Halbzeit sogar mit 2:0 in Führung lag – wie so oft beim Derby zwischen diesen beiden Teams.

Doch Schleife hatte sich noch nicht aufgegeben. Trainer Gahner schlug in der Kabine einen etwas lauteren Ton an, um seine Schützlinge wach zu rütteln. Und die schienen anscheinend genau das gebraucht zu haben. Was dann in der zweiten Halbzeit ablief, war großes Kino. Es schien, als wären elf neue Spieler auf dem Platz, die Lok war wie ausgewechselt und stürmte wütend auf Muskaus Tor zu.

Für den Anschlusstreffer war aber ein verfrühtes Ostergeschenk vom Muskauer Torhüter Mersiowsky nötig, der sich nach einem relativ harmlosen Schuss von Kranig die Kugel selbst ins Nest legte – 2:1 (67.). Dies war der Weckruf für die Schleifer Aufholjagd, die immer wieder vor allem bei Standards gefährlich waren. Beim Ausgleich zeigte sich indes erneut Bad Muskau hilfsbereit. Nach einer Ecke sprang der Ball einem Verteidiger unglücklich gegen die Hand und Schiedsrichter Fohl zeigte auf den Punkt. Kranig bewies Nervenstärke und verwandelte den Strafstoß eiskalt – 2:2 (80.).

Nur zwei Minuten später verlängerte Schurmann eine Michlenz-Ecke auf den langen Pfosten. Dort stand Schleifes Rekordtorschütze Lars Briesemann und tat, was er am besten kann: den Ball über die Linie drücken. Es stand damit plötzlich 2:3 (82.), was auch der Endstand war. Es folgten große Emotionen, nachdem Schleife seit mehr als 70 Jahren nicht in Bad Muskau gewinnen konnte.