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Schleifer Ehranamtspreis
Für Mut und Umsicht ausgezeichnet

Helmut Hantscho (l) erhielt den „Schleifer Ehrenpreis 2017“ aus den Händen von Ortsvorsteher Wolfgang Goldstein. Die Skulptur fertigte Holzkünstler Thomas Schwarz an.
Helmut Hantscho (l) erhielt den „Schleifer Ehrenpreis 2017“ aus den Händen von Ortsvorsteher Wolfgang Goldstein. Die Skulptur fertigte Holzkünstler Thomas Schwarz an. FOTO: Arlt Martina
Schleife. Helmut Hantscho hat in Schleife viel bewirkt. Dafür hat er den Ehrenamtspreis des Ortes erhalten. Von Martina Arlt

Eine besondere „Ehrenrunde“ hat sich am Donnerstagabend in der „Sportklause“ in Schleife versammelt und das aus einem guten Grund. Denn Ortsvorsteher Wolfgang Goldstein hatte engagierte Mitmenschen eingeladen, die sich stets um das Gemeinwesen in Schleife einsetzen. Der Höhepunkt des Abends war die Vergabe des „Schleifer Ehrenpreises 2017 - Ein Leben für Schleife“. Dieser ist vom Ortschaftsrat nun zum dritten Mal verliehen worden.

Als Preisträger wurde in diesem Jahr der 79-jährige Helmut Hantscho auserkoren. Er hat es mehr als verdient: „Sein Mut, in den entscheidenden Jahren des gesellschaftlichen Umbruchs nach der DDR-Zeit Verantwortung für Schleife zu übernehmen und seine geschickte Umsichtigkeit als erster frei gewählter Bürgermeister nach der Wende bei der Entwicklung im Ort stellen ein Lebenswerk dar“, so Wolfgang Goldstein. Der Ortsvorsteher ist sich sicher: Ohne Helmut Hantscho gäbe es mit großer Wahrscheinlichkeit das Sorbische Kulturzentrum nicht und damit wäre auch das Sorbentum im Kirchspiel verkümmert. Zu seinen Verdiensten gehören auch der Fortbestand der weiterführenden Schule und somit die Sprachentwicklung des Schleifer Sorbisch.

Der Ortsvorsteher könnte unzählige Beispiele nennen, die Helmut Hantscho auszeichnen. Dazu gehören das Munagelände, das Aufstellen der ersten Buswartehäuschen, der Rückbau des Zaunes um die Kirche, die Fällung der Bäume vor der damals noch stehenden Bibliothek sowie die Gestaltung des gesamten Platzes um die Kirche. Und nicht zuletzt hat sich Helmut Hantscho auch nach seiner Amtszeit um das Dorfbild von Schleife verdient gemacht. In traditioneller Weise angerührter Kalkmörtel und unendliche Geduld ließen ein Gebäudeensemble entstehen, das als Eingang zum Dorfanger ein bemerkenswertes, prägendes Bild abgibt.

Zu den Geehrten am Donnerstagabend gehörten auch Rosemarie Schieke – sie ist in der Kirchgemeinde sehr aktiv und sozusagen das „Mädchen für alles“ – und Sylvia Panoscha, die seit mehr als 20 Jahren das Sorbische Kulturzentrum leitet und nicht auf die Uhr schaut, wenn es dort um Veranstaltungen oder Aktivitäten geht. Sie organisiert sorbische und deutsche Angebote; für sie war es bereits die zweite Nominierung. Auch drei Künstler gehörten zu dern „Ehrenrunde“: Hartmut Hantscho – er hat durch seine gewissenhafte Arbeit für Schleife Werke möglich gemacht, die weit mehr sind, als nur ein persönliches Hobby. So gibt es beispielsweise auch Publikationen verschiedener Genres in Schleifer Sorbisch. Helmut Geißler, der künstlerisch als Maler tätig ist, und der Holzkünstler Thomas Schwarz.

Auch Erich Krauz gehörte zu diesen „besonderen Menschen“ am Donnerstagabend, die vom Ortsvorsteher geehrt wurden. Denn Generationen von Schülern lernten bei ihm die Buchstaben und Zahlen und genau so viele Kinder begeisterte Erich Krauz für Sport. Ohne sein entscheidendes Mitwirken  hätte es Ende der 90er-Jahre nicht den Versuch gegeben, das Witajprojekt des Kindergartens Rohne in der Grundschule und später in der Mittelschule fortzusetzen. Still und ohne großes Aufsehen war er auch über Jahrzehnte ein Schleifer Botschafter für gute Nachbarschaft und ehrenamtliche Hilfe im Kirchspiel.

Als Dankeschön erhielten alle Nominierten einen Kalender, gestaltet von Thomas Schwarz und Frank Stein.