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| 19:30 Uhr

Muskauer Park
Fürst Pückler in der DNA

Bad Muskau. Mit der Winterbühne gibt es ein neues Veranstaltungsformat in Bad Muskau. Zum Start wird’s komödiantisch. Von Regina Weiß

Bevor es feste Theaterbühnen in deutschen Landen gegeben hat, zogen die Schauspieler mit ihren Wagen übers Land, um die Menschen mit ihrem Spiel zu erfreuen und zu unterhalten. Die Künstler haben sicherlich einst auch in Muskau ihre Zelte aufgeschlagen. Nicht umsonst gab es im Kavalierhaus ein Theater. Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, geht davon aus, dass Fürst Pückler einst viel Spaß an solchen Darbietungen hatte.

Der Name des ehemaligen Standesherren ist das Stichwort für Wolf-Dieter Gööck, künstlerischer Leiter und Regisseur der Serkowitzer Volksoper. Das Ensemble wird im Februar im Muskauer Schloss spielen. Das neue Format nennt sich Winterbühne. „Wir haben Fürst Pück­ler in der DNA“, erzählt er bei einem Pressegespräch. Denn der Lausitzer Opernsommer, der bis 2011 im Branitzer Park und damit in Pücklers Alterssitz die Besucher angezogen hat, ist quasi der Vorläufer der Serkowitzer Volksoper. Diese hat seit 2011 in der Dresdener Saloppe ihre Heimstatt gefunden. Was mit sechs unterschiedlich besuchten Vorstellungen begonnen hat, hat im vergangenen Jahr zu acht ausverkaufen Aufführungen geführt. So etwas würden die Künstler gern in Bad Muskau wiederholen. Soll heißen, die Winterbühne soll keine Eintagsfliege bleiben.

„Wir wollen perspektivisch dranbleiben. Da sind wir uns mit den Unterstützern einig. Deshalb werden wir uns langfristig um Fördermittel bemühen“, blickt Isolde Matkey von der Projektentwicklung & Kulturmanagement TristanProduction schon mal in die Zukunft. Eine mehrtägige Veranstaltung mit Theater, Konzert und/oder Lesung könnte sie sich vorstellen.

Doch jetzt soll erst mal die Premiere der Winterbühne möglichst erfolgreich über die Bühne gehen. „Die Entführung auf dem Jahrmarkt oder Mangelwirtschaft in Serkowitz“ heißt es Samstag, 9. Februar, 19 Uhr, und am 10. Februar, 15 Uhr, im Festsaal. Die Gäste erwartet ein pralles Stück Schaubudentheater nach Goethes Schwank „Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern“ und Wolfgang Amadeus Mozarts Singspiel „Entführung aus dem Serail“.

 Die von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ inspirierte Aufführung der Serkowitzer Volksoper „Die Entführung auf dem Jahrmarkt“ ist im Februar an zwei Tagen im Muskauer Schloss zu erleben.
Die von Wolfgang Amadeus Mozart und seinem Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ inspirierte Aufführung der Serkowitzer Volksoper „Die Entführung auf dem Jahrmarkt“ ist im Februar an zwei Tagen im Muskauer Schloss zu erleben. FOTO: Robert Jentzsch

 Komödiantentum, Ernsthaftigkeit und Schabernack sind die Zutaten für diesen höchst vergnüglichen Opernabend, der am 30. August 2015 in Dresden zur Uraufführung kam. „Damit bleiben wir unserer künstlerischen Handschrift treu“, so der Regisseur, „musikalisches Erbe und aktuelle gesellschaftliche Themen gehen eine Verbindung ein.“

Eingebettet in eine Rahmenhandlung, die an Goethes „Jahrmarktsfest“ erinnert, findet das eigentliche Musiktheaterstück statt nach Mozarts „Entführung aus dem Serail“. Aber was bitte meint „Mangelwirtschaft“? Wie soll es aber sonst bezeichnet werden, wenn 25 Rollen von drei Darstellern gespielt werden müssen? Auf der Bühne zu erleben sind Marie Hänsel, Dorothea Wagner und Cornelius Uhle – Absolventen der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und inzwischen gefragte Interpreten auf Opern- und Konzertbühnen. Dass die drei es sogar schaffen, ein Sextett auf die Bühne zu bekommen, werden die hoffentlich vielen Gäste erleben können.

Geht es nach Isolde Matkey, dann soll es sich schon auszahlen, dass dieses Angebot zu einer besonderen Zeit gemacht wird. Zum einen soll die Kultur nicht nur in den großen Städten steppen, sondern auch in den Regionen. Zum anderen geht es um die Winterzeit. „Wir haben so einen schönen Park, aber ihm ist nur ein halbes Jahr Brillanz gegönnt“, sagt Cord Panning. Der Winter ist viel zu lang, findet der Parkleiter. Klar, sei die Landschaft da. Aber der Park mit Bäumen ohne Blätter sei wahrscheinlich eher etwas für Fachleute, beschreibt Panning. Deshalb sei es eine Herausforderung, die Attraktivität zu erhöhen, damit die Gäste auch in dieser grauen Zeit nach Bad Muskau kommen. Mit dem Winterlichtfest sei  bereits versucht worden, „Leute aus der Stube zu locken.“ Mit der siebenten Auflage am 23. Februar sei schon von einer kleinen Erfolgsgeschichte zu sprechen.

Für die Winterbühne hat sich die Stiftung neben dem Volksoper-Team auch den Förderverein Fürst-Pückler-Park sowie das Kulturhotel Fürst-Pückler-Park Bad Muskau als Partner ins Boot geholt. Das Hotel übernimmt nicht nur wie im Theater das Catering, sondern bietet an dem Abend ein Essen aus Pücklers Tafelbüchern und am Nachmittag die Verkostung von Pückler-Eis zusätzlich mit an. Entsprechende  Genusstickets sind dort zu haben.

Apropos Nachmittagsvorstellung. Diese ist extra für Familien ausgewiesen. So kann ein Kind in Begleitung von zwei Erwachsenen die Aufführung kostenfrei besuchen. Es sei eben auch Anliegen, Kinder und Jugendliche an diese Art der Unterhaltung heranzuführen.

Aufführungen: Samstag, 9. Februar, 19 Uhr, und am 10. Februar, 15 Uhr.Tickets gibt es für 19 Euro, ermäßigt 14 Euro im Internet auf den Seiten von reservix und eventim beziehungsweise bei der Tourismusinformation Bad Muskau. Diese hat Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr geöffnet.