Petrijünger werden verständnislos den Kopf schütteln, aber daran hat sich nach wie vor nichts geändert: Rein rechtlich gesehen, ist das Angeln am Braunsteich verboten.
Darauf macht Ditmar Olschewski, Sprecher des Kreisfachausschusses des Anglerverbandes im Altkreis Weißwasser, im Gespräch mit der RUNDSCHAU aufmerksam. Auch wenn in Versammlungen und bei anderen Gelegenheiten die Petrijünger auf diesen Umstand hingewiesen würden, sitzen am Teich immer wieder Leute und haben die Rute ausgeworfen. Wieviele davon „richtige“ Angler mit Fischereischein sind, kann Olschewski nur vermuten. „Dann müssten sie auch wissen, dass man für jedes Gewässer einen Erlaubnisschein benötigt. Den bekommt man nur vom jeweiligen Besitzer. Da aber die Besitzverhältnisse für den Braunsteich immer noch ungeklärt sind, kann ein solcher Schein nicht ausgestellt werden. Damit ist das Angeln an diesem Gewässer verboten und kann bei Kontrollen, beispielsweise der Fischereiaufsicht, Konsequenzen in Form einer Ordnungsstrafe nach sich ziehen. Wer zudem noch ,schwarz' angelt, also ohne im Besitz des Fischereischeins zu sein, vergleichbar mit der Fahrerlaubnis, muss mit noch härteren Strafen rechnen. Bis zu 1000 Euro sind möglich“ , erläutert der Experte ausführlich die Rechtslage.

Verband will Teich pachten
Auch er bedauert die nicht zufriedenstellende Situation bezüglich des Braunsteiches, die nun schon über Jahre anhält. Der Anglerverband möchte das Gewässer gern pachten, hat deshalb im April an das Forstamt Weißwasser und schon vorher einen Antrag an die damalige Treuhandnachfolgeorganisation BVVS gestellt und letzteren erneuert. Leider ohne Erfolg. Es gibt derzeit keine Lösung, weil immer noch kein rechtmäßiger Besitzer existiert.

Für guten Bestand gesorgt
Ist es denn so schlimm, wenn trotzdem am Braunsteich geangelt wird„ Es wird doch niemand geschädigt“ Olschewski kann diesen Einwand nicht gelten lassen. „Bis 1993 waren noch die alten Pachtverträge gültig. Da haben wir als Verband für einen wertvollen Fischbestand gesorgt, Hechte, Zander u. a. ausgesetzt. Jetzt wird regelrechte Fischdieberei betrieben, die besten Exemplare rausgeholt. Wie ich schon sagte, wollen wir das Gewässer wieder pachten. Wenn nichts mehr drin ist? Es ist so, als ob Sie ein Grundstück kaufen, auf dem vorher herrliche Bäume standen, die abgesägt wurden und nur noch die Stümpfe übrig geblieben sind“ , macht der Verbandssprecher seinem Ärger Luft.

Vorzügliches Angelgewässer
Im Übrigen gelte der Braunsteich als vorzügliches, produktives Angelgewässer, fügt Olschewski hinzu. Der Rotwassergraben sorge für einen hohen Durchfluss und damit reichlich Frischwasserzufuhr. Da das Gewässer relativ flach ist, kann es sich im Sommer schnell erwärmen, wodurch die Algenbildung begünstigt wird und die Fische reichlich Nahrung finden. Infolge seiner Größe und Uferbeschaffenheit unterliege der Teich einer natürlichen Reproduktion.

Hintergrund 700 Petrijünger sind aktiv
 Rund zehn stehende Gewässer bewirtschaftet der Anglerverband des Altkreises Weißwasser. Dabei handelt es sich um eine Teichfläche von etwa 45 Hektar. Hinzu kommen als Fließgewässer der Schöps, die Spree und die Neiße. Im Verband sind rund 700 Angler organisiert.