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| 16:09 Uhr

Ausflugstipps
Führungen auf dem Görlitzer Friedhof

 Blick in die Dauerausstellung im Kaisertrutz. Zu sehen ist der Altarretabel aus der Görlitzer Frauenkirche, Schrein um 1450, und Maria in der Hoffnung, um 1400. Beides sind Leihgaben der Evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz.
Blick in die Dauerausstellung im Kaisertrutz. Zu sehen ist der Altarretabel aus der Görlitzer Frauenkirche, Schrein um 1450, und Maria in der Hoffnung, um 1400. Beides sind Leihgaben der Evangelischen Innenstadtgemeinde Görlitz. FOTO: Görlitzer Sammlungen
Görlitz. Für Interessierte ist ein Rundgang vom Mittelalter bis ins Biedermeier möglich.

Zu einem Kulturgeschichtlichen Spaziergang laden der Eigenbetrieb Städtischer Friedhof und die Görlitzer Sammlungen am Dienstag, 21. Mai, um 17 Uhr auf den Städtischen Friedhof ein. Historikerin Ines Haaser erzählt dabei „Von Künstlern, Tuchfabrikanten und Oberbürgermeistern“ und geleitet die Besucher zu Grabstellen von Görlitzer Oberbürgermeistern, Industriellen und Künstlern.
Der Spaziergang führt auch zum Denkmal, das die Stadt errichten ließ, um an die beim Kapp-Putsch im Jahr 1920 ermordeten Görlitzer zu erinnern.
Der Eintritt beträgt fünf Euro je Person. Der Treff erfolgt an der Friedhofsverwaltung, Schanze 11b (Alte Feierhalle)

Vom Mittelalter bis zum Biedermeier führt die Interessierten dann Klaus-Dieter Hübel am Sonnabend, 25. Mai, um 15 Uhr im Kaisertrutz, teilt die Stadtverwaltung mit. Die kulturgeschichtliche Dauerausstellung im Erdgeschoss zeigt, wie es der Stadt Görlitz innerhalb weniger Jahrzehnte gelang, sich zu einer wirtschaftlichen und politischen Macht zu entwickeln. Die Lage am Schnittpunkt der wichtigen Ost-West-Handelsstraße Via Regia und der Nord-Süd-Verbindung zwischen Ostseeraum und Böhmen bot für die Entwicklung der Gewerbe beste Bedingungen. Auch das geistige Leben in der Stadt profitierte davon. Reisende, Pilger, Kaufleute, Baumeister, Wissenschaftler und Künstler brachten neues Wissen, Kenntnisse und Fertigkeiten nach Görlitz.

Dem Aufblühen der Stadt zur Handels- und Gewerbemetropole verdanken Bürger und Kirchen ihren Wohlstand, den hochwertige Kunstschätze wie mittelalterliche Altäre und Textilien sowie Zunftobjekte in der Dauerausstellung sichtbar machen. Das geistige Leben erreichte mit der Gründung des humanistischen Gymnasium Augustum anno 1565 einen Höhepunkt.

Doch auch Brände und Kriege hinterließen ihre Spuren in der Stadt. Nach der Niederlage Frankreichs und Napoleon Bonapartes in der Völkerschlacht bei Leipzig beriefen die Siegermächte 1814 den Wiener Kongress ein. Auf ihm wurden die Grenzen in Europa neu geordnet. So wurde die Oberlausitz geteilt. Preußen erhielt den östlichen Landesteil mit Görlitz, den man in den Regierungsbezirk Liegnitz eingliederte. Über Jahrhunderte gewachsene Beziehungen, Gewohnheiten, Kirchspiele und Grundherrschaften wurden so zerrissen.
Doch industrielle Revolution, wissenschaftlicher Fortschritt und demokratische Bewegungen ließen sich auch in Görlitz nicht aufhalten.

Die Kosten betragen für dieses Angebot acht Euro/ermäßigt 5,50 Euro.