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| 15:07 Uhr

Nach dem Orkan
Friederike holt Ziegel und Dach runter

An der Gelsdorfhütte laufen Absperrmaßnahmen, nachdem sich dort zu hauf Steine aus dem Giebel gelöst haben.
An der Gelsdorfhütte laufen Absperrmaßnahmen, nachdem sich dort zu hauf Steine aus dem Giebel gelöst haben. FOTO: Regina Weiß
Weißwasser. Zu 324 Einsätzen sind Helfer im Landkreis Görlitz ausgerückt. Die Feuerwehr muss nicht nur umgekippte Bäume beseitigen.

(rw) Der besondere historische Ort Gelsdorfhütte in Weißwasser ist seit Donnerstagabend um einiges an Bausubstanz ärmer. Auf der Giebelseite zur Forster Straße hat Orkan Friederike allerhand Ziegel runtergeholt. Nur gut, dass der Gehweg weit genug entfernt ist.

Doch nicht so der Schleichweg zum Beruflichen Schulzentrum. Der wird wie die Ruine am Freitag mit einem Bauzaun dicht gemacht. Mitarbeiter des Wirtschaftshofes der Stadt Weißwasser stellen mit Unterstützung der Kreativgemeinschaft Lausitz die Absperrung auf.

Derweil ist die neue Drehleiter der Feuerwehr Weißwasser gefragt. Bei der Geschwister-Scholl- und der Pestalozzi-Grundschule sind Dachziegel locker und auch das Rathaus in Weißwasser hat wieder einen Dachschaden erlitten. Anderswo sind es umgestürzte Bäume, die noch beräumt werden müssen.

18.39 Uhr hat die Unterleitstelle bei der Feuerwehr in Weißwasser am Donnerstag ihren Dienst aufgenommen. „Aber es war wirklich kein Vergleich mit Kyrill“, relativiert Wehrleiter Gerd Preußing. Dafür sprechen auch die sechs Einsätze. Der größte ist sicherlich der in der Gutenberg­straße 35 bis 41. Von dem Wohnblock hat es die Hälfte der Dachhaut abgedeckt. Am Freitag hat die Wohnungsbaugenossenschaft (WGW) Sicherungsmaßnahmen in die Wege geleitet. „Im Laufe des Tages wird das erledigt“, so Technischer Vorstand Dietmar Lange. Eine richtige Reparatur erfolge, wenn die Angelegenheit mit der Versicherung geklärt ist.

In der Hertzstraße und Straße der Kraftwerker muss die WGW am Freitag auch noch mal genauer hingucken. Da könnte Friederike ebenfalls an den Dächern genagt haben. „Gott sei Dank haben wir in Folge des losgelösten Dachs keine weiteren Sach- oder sogar Personenschäden zu beklagen“, sagt Dietmar Lange.

„Wir sind froh, dass wir verhältnismäßig glimpflich davongekommen sind“, erklärt Petra Sczesny, Geschäftsführerin der Wohnungsbaugesellschaft Weißwasser. Das kann sie bereits sagen, obwohl Freitag noch Kontrollfahrten unternommen werden.

Schäden an kommunalen Bauwerken kann auch Boxbergs Hauptamtsleiter Arian Leffs verneinen. Er weiß aber, dass die Feuerwehrleute der Gemeinde stark gefordert waren. Es ging vorrangig um auf Straßen oder in Leitungen gestürzte Bäume.

Apropos Leitungen. Noch am Freitagvormittag sitzen Teile von Nochten und Uhyst ohne Strom da. „Einige rund 20 Stunden“, beschreibt Leffs das Dilemma.

Die Kameraden der Feuerwehr Bad Muskau rücken Donnerstagabend aus, um die B 115 an der Neiße (Höhe Kleingärten) wieder befahrbar zu machen. Dort hatten sich gleich drei Bäume quergelegt.

Auf der B 156 (Muskauer Straße) in Weißwasser war es Donnerstagabend ein großer Nadelbaum, der dem Wind nicht mehr standhalten konnte. „Und plötzlich knackte noch mehr. Wir sind alle losgerannt“, schildert Kamerad Frank Wolsch. Doch nicht ein weiterer Baum fiel, sondern eine Sichtschutzwand aus Holz segelte mit  dem Wind. „Wir haben nicht schlecht geguckt.“

Dass die Arbeit der Feuerwehrleute gefährlich ist, zeigen die tragischen Todesfälle zweier Kameraden in Bad Salzungen und Sundern bei Hilfseinsätzen. Das sorgt auch bei Gerd Preußing und seinen Kameraden für große Bestürzung.

Feuerwehr und Wirtschaftshof koordinieren am Freitag die Einsätze. Für Dirk Zimmer ist es die erste Bewährungsprobe als neuer Leiter des Wirtschaftshofes.

Auch die Straßenmeistereien des Landkreises waren bis in die frühen Morgenstunden im Dauereinsatz und haben vorrangig herabgestürzte Äste auf den Straßen beräumt. Freitag geht es mit der Beräumung von umgestürzten Bäumen weiter.

Nach Informationen der Leitstelle Ostsachsen wurden am Donnerstag bis Freitag früh im Landkreis Görlitz 324 Einsätze aufgenommen.

In der Gutenbergstraße 35 bis 41 in Weißwasser ist in Folge des Orkans ein Teil vom Dach abgedeckt worden. Die Wohnungsbaugenossenschaft leitete die Reparatur ein.
In der Gutenbergstraße 35 bis 41 in Weißwasser ist in Folge des Orkans ein Teil vom Dach abgedeckt worden. Die Wohnungsbaugenossenschaft leitete die Reparatur ein. FOTO: Joachim Rehle
An der Geschwister-Scholl-Grundschule in Weißwasser hatten sich Ziegel gelöst. Die Feuerwehr schaute sich das am Freitagvormittag genauer an. Die B 156 musste kurzzeitig gesperrt werden.
An der Geschwister-Scholl-Grundschule in Weißwasser hatten sich Ziegel gelöst. Die Feuerwehr schaute sich das am Freitagvormittag genauer an. Die B 156 musste kurzzeitig gesperrt werden. FOTO: Regina Weiß