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Stromversorgung
Freileitungen kommen in die Erde

Drei Kilometer Freileitung zwischen Sagar und Weißkeißel sind im November im Auftrag der Mitnetz freigeschnitten worden.
Drei Kilometer Freileitung zwischen Sagar und Weißkeißel sind im November im Auftrag der Mitnetz freigeschnitten worden. FOTO: Joachim Rehle
Krauschwitz. Krauschwitzer Bürgermeister: Mitnetz will Stromversorgung stabilisieren.

Seit 2011 hat der regionale Stromnetzbetreiber Mitnetz allein in das Netz im Gemeindegebiet Krauschwitz rund 2,75 Millionen Euro investiert, um es auf den neuesten Stand zu bringen und sicherer zu machen. Dennoch gibt es noch einige offene Baustellen, so Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) nach einem Gespräch mit Verantwortlichen des Unternehmens in Cottbus.

In diesem Jahr werden Erdkabel im Mittelspannungsbereich von der Obermühle Krauschwitz bis Sagar neu verlegt, berichtet Mönch. Das sollte die Stromversorgung bis Skerbersdorf stabilisieren. Im Zuge der Straßenbaumaßnahme Kaupen – Sagar wird ein neues Mittelspannungserdkabel verlegt. Damit werde sozusagen ein Knoten mit dem anderen verknüpft, so Mönch gegenüber den Gemeinderäten. Die Koppelstation zum Gebiet des Versorgers Enso in Steinbach werde derzeit von zehn kV auf 20 kV umgestellt. Im Frühjahr wolle Mitnetz einen Haken an dieses Vorhaben machen können.

Wie Mönch erklärte, soll dann mithilfe von fernsteuerbarer Funktechnik bei Stromausfällen auf den jeweils benachbarten Energieversorger zurückgegriffen werden. „Ich kann nur hoffen, dass das alles funktioniert“, so Mönch. Denn ihn treibt die Sorge, ob die Funktechnik auch wirklich zu jeder Zeit funktioniert, also auch bei Stromausfall.

„Klärungsbedarf haben wir noch mit der Bundeswehr und dem Bundesforst. Denn die Freileitung zwischen Steinbach und Podrosche, die über den Truppenübungsplatz führt, bleibt.“ Wie Mönch vom Mitnetz-Regionalleiter weiß, würden dort die Freileitungen nur unzureichend von Bäumen freigehalten werden. Das sei ihm beim Gespräch in Cottbus gesagt worden. Ein weiteres Problem habe der Versorger, diese Bundeswehrflächen in Havariefällen problemlos und schnell zu betreten. Mönch wolle im Interesse der Bewohner der Gemeinde Krausch­witz auf den Kommandanten des Truppenübungsplatzes zugehen, kündigte er an, um das Problem zu lösen. Zu den Neuigkeiten, die er von Mitnetz außerdem mitbrachte, gehört dieses Vorhaben: Das Unternehmen überdenke eine Mittelspannung-Netzverbindung von Weißkeißel nach Kaupen. Aus Sicht von Bürgermeister Rüdiger Mönch wäre das eine sehr sinnvolle Sache, weil damit von Krauschwitz über Weißkeißel und Sagar eine Ringleitung zur Verfügung stehen würde. Manche Probleme bei Stromunterbrechungen würden sich möglicherweise verhindern lassen.

In den vergangenen Monaten hat es wegen unterbrochener Stromversorgung in Krauschwitzer Ortsteilen viel Kritik gegeben. Denn wenn Sturmtiefs wie Xavier im Oktober oder Friedericke im Januar zur Hochform aufliefen, stürzten immer wieder Bäume in Freileitungen. Dann war alles vorbei. Betroffen war im Herbst zum Beispiel der Bereich Feldweg und Grüner Weg in Krausch­witz-West. Betroffene Einwohner meldeten sich in Ratssitzungen zu Wort, Ratsmitglieder wie Thomas Najork (CDU) forderten eine baldige Lösung, denn die Probleme seien nicht erst seit gestern bekannt. Doch wie Mönch jetzt berichtete, plane Mitnetz hier keine Erdverkabelung. Er werde darüber auch mit Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder sprechen, denn die Einspeisungen in die Mittelspannungsleitungen von Krauschwitz in Richtung Bad Muskau erfolgen über diese Freileitungen.