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Frau aus Weißwasser sticht lebensgefährlich auf Mann ein

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Weißwasser/Görlitz. Der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Görlitz hat am Dienstag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Görlitz einen Unterbringungsbefehl gegen eine 47-jährige Frau aus Weißwasser erlassen. Sie steht im Verdacht, in der Nacht zu Montag, 20.

Sie steht im Verdacht, in der Nacht zu Montag, 20. April, einem 63-jährigen Bekannten in einer Gartensparte in Weißwasser völlig unvermittelt mit einem Messer mehrfach in den Rücken gestochen zu haben, teilen Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Gemeinsamer Alkoholkonsum soll vorausgegangen sein.

Während der Mann Gegenwehr leistete, soll die Frau ihm auch in den Arm und die Leistengegend gestochen haben. Durch die Verletzungen erlitt das Opfer massiven Blutverlust. Der Mann konnte, nachdem er der Frau das Tatwerkzeug entrissen hatte, dennoch einen Notruf absetzen und wurde durch eine Notoperation gerettet.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Görlitz werden auch zur Frage der Schuldfähigkeit der Frau geführt. Denn sie war einerseits hochgradig alkoholisiert, andererseits bereits vorab in psychiatrischer Behandlung gewesen. Sie will sich an die Tat und deren Auslöser nicht erinnern können.

Es wurde kein Untersuchungshaftbefehl, sondern ein Unterbringungsbefehl beantragt und erlassen. Denn gegenwärtig kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Frau ohne Schuld oder zumindest im Zustand der verminderten Schuldfähigkeit handelte und ohne medizinische Versorgung ihrer Person die öffentliche Sicherheit gefährdet sein könnte. Die 47-Jährige wurde in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Nach aktuellem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass es zumindest um versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung geht. Mord ist mit lebenslanger Freiheitsstrafe bedroht.

Hat die Frau allerdings ohne Schuld gehandelt und wird - was noch unter Einschaltung eines Sachverständigen zu ermitteln ist - festgestellt, dass unbehandelt die Gefahr vergleichbarer schwerer Straftaten besteht, käme die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus in Betracht. red/dh