ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:50 Uhr

Fotografische Schätze im Neuen Schloss

Hans Schmidt (2.v.l.) und Holger Klein (2.v.r.) - beides Mitglieder im Freundeskreis Historica Bad Muskau - kommen beim Blick auf die originalen Glasplattenaufnahmen um 1900 ins Fachsimpeln.
Hans Schmidt (2.v.l.) und Holger Klein (2.v.r.) - beides Mitglieder im Freundeskreis Historica Bad Muskau - kommen beim Blick auf die originalen Glasplattenaufnahmen um 1900 ins Fachsimpeln. FOTO: Weiß
Bad Muskau. Eine Zeitreise der besonderen Art ist derzeit im Neuen Schloss Bad Muskau möglich. 300 Ansichtskarten und zahlreiche Motive aus acht Fotoserien lassen Geschichte wieder lebendig werden. Bis zum 9. Mai ist die Sonderschau zu sehen. Regina Weiß

Das soll das Muskauer Schloss auf dem bräunlichen Foto sein? Wo sind die Verzierungen am Giebel, auf dem Dach? Wo sind die Türme? Der Bau sieht aus wie ein klobiger Kasten, aber nicht wie das heutige "Märchenschloss". 1860 kommt das Neue Schloss in seinem ausladenden Barock daher. Der Umbau im Stil der Neorenaissance haben die Muskauer dann dem Prinzen der Niederlande und seinen beauftragten Architekten zu verdanken. Also dem Standesherren nach Pückler.

Nicht nur die ältesten Fotos aus den Jahren 1860, 1865 und 1870 sorgen am Mittwochabend für so manche Aha-Effekte. Insgesamt acht Fotoserien geben Einblicke in längst vergangene Zeiten. "Es sind echte Raritäten", sagt Regina Barufke von der Stiftung Fürst-Pückler-Park beim ersten offiziellen Ausstellungsrundgang.

"Muskau 1860-1945, Ansichtskarten und Fotoserien" heißt die erste Sonderschau des Ausstellungsjahres im Muskauer Park. "Als die Postkarte aufkam, war sie für die anspruchsvolle Kommunikation kein Gewinn. Doch als Fotos als Motive dazu kamen, änderte sich das", so Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park. Heute seien historische Ansichtskarten bestens als geschichtliche Quellen geeignet. 300 Postkarten aus einer Auswahl von rund 1600 Stück bieten nun in Bad Muskau bestens Anlass, um sich mit der Heimatgeschichte zu beschäftigen. "Es ist doch immer ganz gut zu wissen, wo man herkommt", so Panning weiter.

Dass die historische Ansichtskarte Interesse weckt, weiß Regina Barufke aus Erfahrung. 1997 zeigte das damalige Stadt- und Parkmuseum eine solche Sonderausstellung in den eigenen Räumen. Sie kam bestens an. Das zu wiederholen, hoffen alle, die an der Vorbereitung der Ausstellung beteiligt waren. Darunter auch Sammler von Ansichtskarten in Bad Muskau und Cottbus. Sie übergaben einige ihrer Schätzchen leihweise.

Von den fotografischen Schätzen wurden nicht nur Abzüge gemacht, sondern einige Originale sind auch in der Schau zu sehen. Darunter Stereofotografien um 1880. 41 Fotos zeigen den Park und das Alaunwerk gegen Ende der Besitzphase des Prinzen Friedrich der Niederlande. Durch den Stereobetrachter geguckt, vermitteln die Bilder einen räumlichen Eindruck: ein bisschen wie beim 3 D.

"Es gibt so viel zu sehen. Ich hoffe, sie kommen mit ihrem Osterbesuch wieder", sagt Regina Barufke. Soll heißen, nur bei einem Rundgang ist gar nicht alles zu entdecken.

Am Mittwochabend dauert es auch nicht lange und die Muskauer kommen ins Fachsimpeln. Sie schwärmen über die tolle Freiluftgaststätte an der Friedensmühle, die damals übrigens zur Gemarkung Lugknitz gehörte, und erinnern sich an schöne Gebäude im Stadtzentrum, die durch die Kriegsfolgen unwiederbringlich verschwunden sind. Anderen hat der Zahn der Zeit zu DDR-Zeiten nicht gut getan. Zumindest dank der Ansichtskarten bleibt alles ein stückweit erhalten. Daran hatte die Muskauer Verlage ihren Anteil. In der Stadt gab es allein acht, die bebilderte Postkarten herausgegeben haben.

Der Eintritt zur Sonderausstellung, die sich im zweiten Obergeschoss des Neuen Schlosses befindet, kostet drei Euro, ermäßigt 1,50 Euro. Die Sonderausstellung ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Zum Thema:
Mit der Saisoneröffnung liegt auch der Veranstaltungsplan der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau in ihrem Besucherzentrum im Neuen Schloss vor. Dieses ist nun wieder täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.Den Reigen der thematischen Parkführungen wird am 22. April eröffnet. Das Thema lautet dann "Täler und Sichten - Der Bergpark im Wandel der Zeit".Nach der gelungenen Premiere des "Parkplauschs am Gartentisch" im vergangenen Jahr wird dieses Format 2016 fortgesetzt. Besucher haben dann die Gelegenheit, mit Bad Muskauer Bürgern und Parkliebhabern am 7. und 28. Mai ins Gespräch zu kommen.Den 28. Mai sollte man sich für das deutsch-polnische Parkfest vormerken. Das Open-Air-Picknick hat längst Fans aus nah und fern. Es findet am 3. Juli statt. Im vergangenen Jahr haben nach Stiftungsangaben rund 350 000 Besucher den Muskauer Park besucht. www.muskauer-park.de