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| 19:03 Uhr

Brandschutz und Tradition
Florianjünger führen Schmuckstücke aus

Die ätesten dieser Tanklöschfahrzeuge 15 G 5 haben 65 Jahre auf dem Buckel. Zehn dieser Schmuckstücke waren zu bewundern.
Die ätesten dieser Tanklöschfahrzeuge 15 G 5 haben 65 Jahre auf dem Buckel. Zehn dieser Schmuckstücke waren zu bewundern. FOTO: Gabi Nitsche
Weißwasser. Das 4.Oldtimer-Treffen verwandelt den Kohlestauplatz in Weißwasser in ein Feuerwehr-Museum. Von Gabi Nitsche

Nein, es gab Samstag keinen Großbrand in Weißwasser. Und dennoch bestimmte die Farbe Rot das Geschehen. Auf dem Kohlestauplatz wimmelte es nur so vor historischer Feuerwehrtechnik. Oldies vom Feinsten, aufgefädelt wie Perlen an einer Kette, standen sie zum Bestaunen. „Hier musste herkommen, Mädel!“ Frank Queißer, stellvertretender Amtsbrandmeister bei den Freiwilligen in Döbern, steht am Zapfhahn. Eingebaut ist dieser in einen Ford Transit, Baujahr 1971. „Wir haben ihn voriges Jahr umgebaut zum Löschmittelzug für die Kameradschaftspflege“, feixen die Männer. Derweil eröffnet Jürgen Herzog im Namen der AG Feuerwehr-Historik im Landkreis Görlitz Nord mit Jörg Lübben, er leitet den Förderverein der Weißwasseraner Wehr, der vor zehn Jahren gegründet wurde, das 4. Oldtimer-Treffen. Dazu gibt es einen Tusch von den Kameraden vom Spielmannszug Nochten. Herzog bekommt ein Grinsen nicht mehr aus seinem Gesicht. Er und all die Mitstreiter freuen sich riesig über die Resonanz. Um die 60 Fahrzeuge zeigen sich in voller Schönheit den vielen Besuchern. „Ein imposanter Anblick ist das“, ruft Lübben ins Mikro. Dieter Freißler und Frank Köhler aus Terpe thronen derweil auf ihrer Handdruckspritze anno 1912. Den Brandenburgmeistern 2017 gefällt das Treffen super. „Im Juli geht’s nach Heidelberg zum Wettbewerb.“ Einer, der Originalität, Alter, Uniformen und so etwas in Baden-Württemberg richtet, ist Dieter Gehring aus Winnenden. Mit fünf Mitstreitern ist er nur der historischen Technik wegen heute hier. 326 Kilometer haben Ralf-Peter „Nante“ Mineif und seine Kameraden mit ihrem „Baby“ zurückgelegt – ein TLF 15 G 5. Zuhause sind sie in Torgelow an der Ostsee. „Das ist ein Fahrzeug aus der Nullserie 1953, also der Testserie, vom Hersteller in Jöhstadt.“ Dreißig Jahre im Einsatz reichten nicht, denn immer wenn der Nachfolger, ein Sil, nicht wollte, half „Baby“.

Kurz vor 12 Uhr kommt der Befehl „Anlassen der Motoren!“. Dann startet die rote Kolonne zum großen Korso von Weißwasser über Halbendorf, Schleife, Trebendorf und zurück. Leute halten den Moment mit der Handykamera fest. Es fahren ja nicht jeden Tag zig solcher Schmuckstücke durch die Gegend. Großes Kino. „Alles funktioniert“, freut sich Jürgen Herzog und ist allen Mitstreitern dankbar – selbst Petrus machte Freude.

4. Oldtimer-Treffen in Weißwasser FOTO: Gabi Nitsche