| 02:45 Uhr

Flickschusterei wird jetzt nicht mehr betrieben

Erst musste der Fußboden komplett raus, bevor er nun in den nächsten Tagen neu aufgebaut werden kann.
Erst musste der Fußboden komplett raus, bevor er nun in den nächsten Tagen neu aufgebaut werden kann. FOTO: Joachim Rehle/jor1
Bad Muskau. Bei der Sanierung der Sporthalle in Bad Muskau wird den Missständen auf den Grund gegangen. Und dabei gibt es so manche Überraschung. Regina Weiß

In der Sporthalle in Bad Muskau haben die Bauarbeiter das Sagen, seit Montag die Bodenleger. Vier Wochen werden sie zu tun haben. Damit hat Hauptamtsleiter Dirk Eidtner die Hoffnung, dass die Sanierung eher beendet sein könnte, als ursprünglich geplant war. Ende September war bislang als Fertigstellungstermin anvisiert worden. Die Arbeiten haben im Juni begonnen, nachdem lange darüber geredet worden war.

1995 wurde die Sporthalle Muskau eingeweiht. Im Laufe der Zeit zeigten immer mehr Macken, dass saniert werden muss. Deutlichstes Zeichen war der wellige Hallenboden. Für die Handballer, aber auch für den Schulsport keine idealen Bedingungen. "Brücken in die Zukunft" - das Förderprogramm eröffnete der Stadt die Möglichkeit, die Probleme abzustellen. Letztlich zeigte sich, was bei der Halle alles im Argen liegt. "Ich weiß ja nicht, wer das damals gemauert hat", schüttelt Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) den Kopf. Er meint die Wände, die hinter den Fliesen in den Duschräumen zutage kamen. "So was habe ich noch nicht gesehen", so Bänder über dieses Stückwerk. Das wurde nur entdeckt, weil man sich entschlossen hat, alle Fliesen - nicht nur die gerissenen - zu erneuern. Diese Vorgehensweise war für die Stadt sinnvoller, als nur zu flicken.

Mit Flicken war auch dem Sportboden nicht mehr beizukommen. Hier wurde alles entfernt und auch dort war laut Bürgermeister eine Überraschung zu erleben: Rigipsplatten, die als Dämmerung dienen verbaut worden waren, waren nur noch Brösel. Der Einbau dieses Materials sei wohl damals nicht so unüblich gewesen, hat Dirk Eidtner in Erfahrung gebracht. Der Aufbau wurde komplett entfernt und wird erneuert - bis hin zum neuen und vor allem glatten Sportboden.

Eines der wichtigsten Unterfangen ist die Sanierung der Hebeanlage. Diese befördert Regen- und Abwasser in den Kanal. Und das soll sie dauerhaft tun, damit die Sporthalle von weiteren Feuchtigkeitsschäden bewahrt bleibt. Diese sind nämlich der Grund des gesamten Übels im Sportboden. Weil die Hebeanlage aber bei Stromausfall ihren Dienst einstellt und das erst kürzlich bei einem starken Gewitter demonstriert hat, wird am Notausgang nun eine weitere Stufe eingebaut, um bei starken Güssen ein Eindringen von Oberflächenwasser zu verhindern.

Durch den Arbeitsaufwand und die Baukostenentwicklung musste die Stadt bereits registrieren, dass das Vorhaben teurer wird. Nun hofft die Kommune, dass sie zur ihren bereits bewilligten 127 500-Euro-Förderung noch einen Nachschlag bekommt. Das Ansinnen ist bereits angemeldet. Bürgermeister Andreas Bänder geht davon aus, dass darüber frühestens im Oktober entschieden wird.