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| 18:22 Uhr

Lausitzer Seeland
Fingerspitzengefühl gefordert

Nicht nur Wassersportler sollen sich am Bärwalder See wohlfühlen, sondern auch Badegäste und Camper. Dafür ist es wichtig, dass Ordnung und Sicherheit eingehalten und kontrolliert werden.
Nicht nur Wassersportler sollen sich am Bärwalder See wohlfühlen, sondern auch Badegäste und Camper. Dafür ist es wichtig, dass Ordnung und Sicherheit eingehalten und kontrolliert werden. FOTO: Regina Weiß
Boxberg. Parkplätze am Bärwalder See sind keine Übernachtungsplätze für Camper. Von Regina Weiß

Wann, wenn nicht jetzt, zieht der Bärwalder See wie ein Magnet. Am Strand faulenzen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Die Erfrischung im See genießen. Oder aktiv mit Rad oder Inlinern den See umrunden. Ganz zu schweigen vom Bootfahren. Es geht hier vieles, doch eins geht nicht: Mit dem Caravan oder dem Wohnwagen auf dem Parkplatz übernachten. Seit Kurzem weist die Gemeinde an den Parkplatzeinfahrten mit Piktogrammen (Symbolbilder) auf diesen Umstand hin. Bereits im April hatte sie deshalb auch ihre Parkgebührenordnung angepasst. Diese soll helfen, einen Riegel vorzuschieben, damit Campingfreunde auf den öffentlichen Parkplätzen  rund um den See nicht mehr kostengünstig übernachten. Allerdings ist diese neue Ordnung noch nicht in Kraft. Sie wurde dem Kreis angezeigt.

Gemeinderat Horst Jannack jedenfalls nutzte die jüngste Gemeinderatssitzung, um das Thema anzusprechen. Derzeit kursieren wohl viele Gerüchte, was da am See passiere, sagte er. Er warnte davor, nun unbedingt Einnahmen mit Gewalt erzielen zu wollen. So könnte schnell der Eindruck entstehen, am Bärwalder See werde abgezockt. Im selben Atemzug verlangte er einen Ordnungsdienst mit Fingerspitzengefühl, um nicht am Ende erholungssuchende Gäste zu verprellen.

Von Abzocke kann laut Hauptamtsleiter Arian Leffs überhaupt keine Rede sein. Er spreche dabei genau wie See-Amtsleiter Roman Krautz aus Erfahrung. Beim kürzlich stattgefundenen Holi-Festival war man selbst im Einsatz und habe mit Augenmaß abgestraft. Außerdem sei die Art und Weise der Kontrollen auch in der Dienstberatung noch einmal besprochen worden. Kontrolle sei aber nötig, um Ordnung und Sicherheit am See garantieren zu können. Denn leider nicht jedem Gast liege dies im Blut. Das fange beim Parken an verbotenen Stellen an und höre beim „vergessenen“ Parkschein auf. Da werde Holz geschlagen, um am Strand ein offenes Feuer zu entzünden. „Wo überall die Notdurft verrichtet wird, das will ich gar nicht sagen“, so Leffs im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Obwohl es öffentliche Toiletten gibt.

Außerdem werde wild gezeltet, wobei mancher den halben Hausrat dabei habe. „Sollte mal etwas passieren und die Staatsanwaltschaft kommt und stellt Nachfragen, dann kann man wohl schlecht sagen, ach das haben wir schon jahrelang so gemacht“, so Leffs. Zudem gibt er zu bedenken, dass es am See zwei Campingplätze gibt, wo Betreiber mit Übernachtungsgästen ihren Unterhalt verdienen wollen.

Froh sei die Gemeinde auch, dass ihr mehrmaliges Ansprechen bei der LMBV nun von Erfolg gekrönt war und diese Dritte beauftragt hat, auf ihren Flächen zu kontrollieren. Dabei geht es vorrangig um das Merzdorfer Ufer, der Anlaufpunkt für Kiter und Surfer. Verbots- und Hinweisschilder sind dort aufgestellt worden. Auch in dem Fall geht es um das Falschparken und wilde Campen.

Die neuen Pictogramme am Bärwalder See weisen darauf hin, dass das Campen auf dem Parkplatz wie hier am Boxberger Ufer nicht gestattet ist.
Die neuen Pictogramme am Bärwalder See weisen darauf hin, dass das Campen auf dem Parkplatz wie hier am Boxberger Ufer nicht gestattet ist. FOTO: Regina Weiß