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Findlingspark-Romantik mit Ecken

Die Landschaft ist nach 22 Uhr in ein magisch-romantisches Licht getaucht.
Die Landschaft ist nach 22 Uhr in ein magisch-romantisches Licht getaucht. FOTO: Ingolf Tschätsch
Nochten. Rund 100 Besucher haben in Nochten eine faszinierende Mittsommernacht erlebt. Organisatorische Mängel trüben ein wenig die Freude über den Erfolg. Von INGOLF TSCHÄTSCH / igt1

So hat mancher der knapp 100 Besucher den Findlingspark am späteren Abend noch nie gesehen. Er ist in ein faszinierendes Licht getaucht. Scheinwerfer lassen den Teich und die ihn umgebende Landschaft in Grün und Violett erscheinen. Die Brücke erstrahlt in hellem Weiß. Fackeln erleuchten den Weg zum Festgelände. Das Ganze versprüht eine magisch-romantische Atmosphäre. Der Besucher fühlt sich in eine andere Welt versetzt. Immer wieder zücken Gäste an den Tischen Fotoapparate oder Smartphones, um diese bezaubernde Kulisse festzuhalten. Viele lassen sich die Speisen des Caterings schmecken. Die Spremberger Bläsergilde fügt dem Genuss fürs Auge und Gaumen den musikalischen Farbtupfer hinzu. Wenn sie mal nicht ins "Horn" stößt, ist der Backgroundchor der Frösche zu hören.

Der Findlingspark Nochten hat an diesem Sonnabend zur zweiten Mittsommernacht eingeladen. Anders als im Vorjahr spielt das Wetter mit. Die Mehrheit derer, die den Weg in das landschaftliche Kleinod gefunden haben, ist begeistert, so, wie Gisela und Manfred Klimsch aus Weißwasser. "Uns gefällt das hier ganz ausgezeichnet. Wir haben schon sehnlichst gehofft, dass es bald dunkel wird, um dieses Schauspiel zu erleben", sagt Gisela Klimsch. Das Ehepaar ist nicht das erste Mal im Findlingspark, erstmals bei dieser Mittsommernacht-Veranstaltung.

"Wir wollen den Leuten immer wieder was Neues bieten. Schließlich finanzieren wir uns zu 90 Prozent über Eintrittsgelder. Jetzt suchen wir verstärkt nach Fördermöglichkeiten, werden dafür geeignete Projekte prüfen", sagt Anita Schwitalla. Die Bad Muskauerin stammt aus Warschau und ist erst seit einem Monat für das Marketing im Findlingspark zuständig. Wie die 33-Jährige sagt, werde überlegt, im nächsten Jahr diese Veranstaltung ein wenig anders aufzuziehen. Dann vielleicht ganztägig, als ein Fest für die ganze Familie, mit Basteln für die Kinder beispielsweise.

Das Ehepaar Schöne aus dem Oberland tritt die Heimreise an, bevor gegen 22 Uhr die Lichtinstallation so richtig zum Tragen kommt. Die Senioren sind extra aus Schirgiswalde gekommen, weil sie den Findlingspark kennen und lieben. Doch sie stellten fest: "Hier ist ja nichts los. Nur Blasmusik und warten, bis es dunkel ist und der Lichtzauber beginnt, kein Programm zwischendurch." Nein, das sei ihnen zu wenig und so verlassen sie enttäuscht noch vor dem eigentlichen Höhepunkt das Areal. "Wir haben extra für den Findlingspark eine Jahreskarte gekauft. Das werden wir nicht mehr machen. Vor Jahren war das hier ganz anders, hat leider nachgelassen", sagt das Paar.

Schon gegen 20.30 Uhr - anderthalb Stunden nach Einlass - sind die Kasse ge- und die Eingangstür verschlossen. Wer noch mal auf den Parkplatz will, um aus dem Auto beispielsweise eine Jacke wegen der kühleren Temperaturen zu später Stunde zu holen, muss die Drehtür passieren. Er weiß aber nicht, ob er wieder in den Park hineinkommt. Draußen, so ist später zu erfahren, verkündet ein Zettel, dass Besucher über den Wirtschaftshof hineingelangen. Wenig professionell diese Regelung, zumal das wirkliche Highlight des Abends - die Lichtanimation -

erst nach 22 Uhr zum Tragen kommt und deshalb mit späteren Besuchern zu rechnen ist.

Die Verantwortlichen des Findlingsparks, mit diesen Informationen konfrontiert, zeigen sich einsichtsvoll und wollen solche Fehler bei der Organisation, wie sie betonen, bei späteren Veranstaltungen abstellen. "Wir sind für jede Kritik offen, die uns helfen kann. Wir lernen ja daraus, um es künftig besser zu machen. Ganz klar, die Sache mit dem Einlass muss überprüft werden. Vielleicht sollten wir den Einlassbeginn erst auf 20 Uhr festlegen und damit auch die Kasse länger besetzen", sagt Ulrich Klinkert, der Vorsitzende des Fördervereins. Alles, was Besucher kritisch sehen, könne er jedoch nicht nachvollziehen, erklärt er im gleichen Atemzug: "Für die heutige Mittsommernacht haben wir sieben Euro Eintritt erhoben. Das ist nur ein Euro mehr als der normale Eintrittspreis. Davon müssen wir die Lichttechnik, die Bläser und das Catering bezahlen." Für Klinkert ist es ein finanzieller Spagat, den er immer wieder im Interesse der Besucher irgendwie hinkriegen muss.