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| 16:24 Uhr

Saisoneröffnung
Farbtherapie im Findlingspark

  Blick auf die Winterheide im Findlingspark. Er ist in seine 16. Saison gestartet.
Blick auf die Winterheide im Findlingspark. Er ist in seine 16. Saison gestartet. FOTO: Regina Weiß
Nochten. Weil im Herbst 2000 Narzissenknollen gesetzt wurden, erwartet die Besucher eine blühende Begrüßung. Doch auf einen Gast könnten die Nochtener verzichten.

Das Gartenteam des Findlingsparks Nochten muss sturmerprobt sein. „Sind wir auch“, sagt Simone Dietrich und zieht beim kurzen Rundgang durch den Park die Kapuze hoch. Sie, die seit der Verabschiedung von Findlingsparkgründer Hartmut Ulbrich ab September 2019 für alle gärtnerischen Belange zuständig ist, meint damit nicht nur den Wind, der gerade kräftig durch die Lausitz pustet. Der Park hat schon manche Herausforderung meistern müssen, wie beispielsweie den vergangenen Sommer. Wochenlang kein Regen, Sonne und Hitze pur, haben Mensch und Pflanzen zugesetzt. Die Leute zog es viel lieber ans Wasser als in den Park. Mit rund 52 000 Besuchern hat das die Einrichtung zu spüren bekommen. Gespürt haben es aber auch die Pflanzen, obwohl das Gärtnerteam mit dem Bewässern hinterher war. „Das ganze Jahr hat sich eigentlich nur ums Gießen gedreht“, so Simone Dietrich. Aber die Serbische Fichte beispielsweise, ein Flachwurzler, hat es trotzdem nicht geschafft. Zehn Bäume mussten herausgenommen werden. Sie wurden durch neue, wenn auch kleinere ersetzt. Da ist es nun verständlich, wenn sich Simone Dietrich wünscht: „So einen Sommer brauchen wir nicht noch mal.“ Ideales Wunschwetter wäre: nachts immer mal wieder Regen und tagsüber Temperaturen von um die 25 Grad Celsius. Mal sehen, ob Petrus das für diesen Sommer einrichten kann.

Sonnenschein wäre beispielsweise auch am 1. April nicht schlecht. An dem Tag findet in diesem Jahr die Saisoneröffnung statt. Dafür hat sich der Förderverein der Anlage unter dem Vorsitzenden Ulrich Klinkert gleich mehrere Gäste eingeladen. So werden Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Domowina-Vorsitzender David Statnik und Landrat Bernd Lange (CDU) erwartet. Es ist eine gemeinsame Diskussionsveranstaltung geplant, bei der es um die Zukunft der Lausitz geht. Keine Zukunft ohne Geschichte – so wird der Bogen an diesem Tag in die Vergangenheit geschlagen. Im Besucherzentrum wird die Ausstellung „Zu den Wurzeln. Die wechselvolle Geschichte des sorbischen Dorfes Nochten.“ eröffnet.

„Der Findlingspark ist schließlich Teil des Dorfes“, erklärt Anita Schwitalla, Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit, die Idee. Ein Team hat sich der mehr als 500-jährigen Geschichte des sorbischen Dorfes gewidmet. Große Unterstützung haben beispielsweise die Landfrauen unter Regie von Renate Handrack gegeben. Die Stiftung für das sorbische Volk sowie die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien sorgten ebenfalls für Unterstützung. Derzeit ist die Ausstellung im Aufbau, und die letzten Abstimmungen laufen. Es wächst auch die Aufregung, ob am 1. April alles klappt.

 Die Alpenveilchen wurden gerade erst abgedeckt und stellen sich nun gegen den Sturm.
Die Alpenveilchen wurden gerade erst abgedeckt und stellen sich nun gegen den Sturm. FOTO: Regina Weiß
 Die Alpenveilchen wurden gerade erst abgedeckt und stellen sich nun gegen den Sturm.
Die Alpenveilchen wurden gerade erst abgedeckt und stellen sich nun gegen den Sturm. FOTO: Regina Weiß

Findlingspark und Vereine des Boxberger Ortsteils haben ein gutes Miteinander, bestätigt Anita Schwitalla. Dazu gehöre auch, dass man wie im vergangenen Herbst probiere, bei Veranstaltungen zusammenzurücken. Im September gelang das beim Herbstmarkt im Nochtener Findlingspark plus Hoffest des Vereins Swjela-Scheune Nochten. Letzterer konnte sich über mehr Besucher freuen.

Apropos Feste: Davon wird es auch in der jetzigen Saison des Parkes wieder einige geben. Schon nach dem offiziellen Saisonstart wartet am 7. April das große Frühlingsfest auf seine Besucher. Mehr und mehr sollen sich Familien angesprochen fühlen.

 Die Skandys begrüßen die Besucher im Park.
Die Skandys begrüßen die Besucher im Park. FOTO: Regina Weiß
 Die Skandys begrüßen die Besucher im Park.
Die Skandys begrüßen die Besucher im Park. FOTO: Regina Weiß

Natürlich bleibt das Aushängeschild der Gartenbereich. Den Winter haben bisher alle gut verkraftet. Er war feucht. Es gab auch Schnee, der die Heiden zugedeckt hat. Wurde es doch mal zu kalt, wurde mit Fliesdecken in einigen Bereich nachgeholfen. Die Winterheide dankt es den Gärtnern mit schöner Blüte. Wer dem Grau in Grau dieser Vorfrühlingszeit entgehen will, der kann im Findlingspark derzeit eine Farbtherapie machen. Therapeut ist die Winterheide.

Auch die Alpenveilchen halten die Köpfe hoch im Lausitzer Wind. Sie haben sich so gut vermehrt, dass sie nun auch an einem zweiten Standort eingesetzt wurden, um dort für Farbtupfer zu sorgen. Krokusse und Schneeglöckchen, Winterlinge und Leberblümchen zeigen auch ihre Blüten. Und selbst die Narzissen lassen ihr Gelb schon erahnen. 2000 Knollen sind im vergangenen Herbst gesetzt worden. Darunter auch auf einer Wiese gleich am Eingang. „Eine schöne Begrüßung für die Besucher“, findet Simone Dietrich.

Auf einen besonderen Gast können die Nochtener aber durchaus verzichten. Bei ihnen ist der Fischotter eingezogen. Es ist einer mit gutem Appetit. Der Teich ist demzufolge fast fischleer. Erst hatte man den Fuchs als Fischdieb in Verdacht. Doch eine Gärtnerin wurde Zeugin, wie sich der Fischotter bedient hat.

  Blick auf die Winterheide im Findlingspark. Er ist in seine 16. Saison gestartet.
Blick auf die Winterheide im Findlingspark. Er ist in seine 16. Saison gestartet. FOTO: Regina Weiß