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Kultur
Der Findlingspark arbeitet an seiner Internationalität

Impressionen vom Lampionumzug durch den Findlingspark.
Impressionen vom Lampionumzug durch den Findlingspark. FOTO: Torsten Richter-Zippack / Richter-Zippack Torsten
Nochten. Mehr als 60 000 Besucher besuchen die Anlage in der Saison 2017 / Riesiger Zulauf zur Halloween-Feier

. Angst und bange ist den Protagonisten des Findlingsparks Nochten geworden. Denn  zum zweiten Halloween-Fest wird ein schwerer Sturm angekündigt. Der kommt sogar im Doppelpack. Zum einen mit starken Windböen, die aber vor Veranstaltungsbeginn wieder abflauten, zum anderen in Form unzähliger Besucher. Der Parkplatz ist fast komplett gefüllt, die Leute strömen zumeist verkleidet und gruselig geschminkt in den Park. „Das ist überwältigend. Damit hatten wir bei diesem Wetter nun wirklich nicht gerechnet“, so Ulrich Klinkert, Vorsitzender des Fördervereins des Parks. Eine Absage der Party habe nicht zur Debatte gestanden. Dafür war der im Vorfeld betriebene Aufwand viel zu groß. Es galt, zahlreiche Kürbisse zu besorgen und aufzustellen, kleine Geister im Park zu verstecken sowie Bäume und Sträucher in magisches Licht zu tauchen.

Mit von der Partie ist auch Heiko Harig. Der Oberlausitzer ist vor allem als Eier-Jockel auf dem Bautzener Protschenberg bekannt. Extra für die Halloween-Party hatte der Künstler in der Sturmnacht eine mehrere hundert Kilometer lange Autofahrt vom Harz in die Heimat in Kauf genommen. „Nach Nochten komme ich sehr gern, da die Macher des Findlingsparks jede Menge Kraft und Herzblut in das Ensemble investieren“, lobt er. Für ihn sei der Auftritt daher längst nicht nur „Dienst“. Für Furore sorgt ebenso die Feuerschau der Kinder- und Jugendfarm Hoyerswerda. Fünf Kinder und Jugendliche zeigen, was man mit den Flammen so alles zaubern kann. Dass die Show stattfinden kann, habe sich erst wenige Stunden zuvor entschieden. „Wir hätten als Ersatz unser Zirkuszelt im Gepäck“, erklärt Mitorganisatorin Liane Semjank.

Indes neigt sich die Park-Saison dem Ende entgegen. Ulrich Klinkert zieht schon jetzt ein überaus zufriedenes Resümee. „Wir hatten bis Ende Oktober bereits 60 000 Besucher, das sind 2000 mehr als 2016. Inzwischen kommen auch Gäste aus dem gesamten Raum zwischen Berlin und Dresden.“ Während an den Wochentagen die Senioren dominieren, seien sonnabends und sonntags vor allem Familien mit Kindern unterwegs. Hinzu gesellten sich zunehmend polnische Besucher. Die Park-Protagonisten hätten mehrere polnische Partner gefunden, mit denen die Zusammenarbeit weiter intensiviert werden solle. Auch in Tschechien bemühten sie sich um Partner und Gäste.

2017 habe bereits mit einem Besucheransturm im Rahmen des Tulpen- und Narzissenfestes begonnen. Mehr als 2000 Menschen wollten beim Pflanzenverkauf im Mai mit dabei sein. In der gleichen Größenordnung hatten sich die Gästezahlen im Rahmen des „Heidefestes der Stars“ bewegt.

Ab Mitte November wird es erfahrungsgemäß ruhiger Dann starte die Vorbereitung der neuen Saison. Am 1. Mai wird sich die Eröffnung des Parks zum bereits 15. Mal jähren. Das Jubiläum solle im Rahmen der Pflanzenbörse, die mit zahlreichen Überraschungen gespickt sein wird, gefeiert werden.

In den kommenden fünf bis zehn Jahren werde der Findlingspark indes sein Antlitz weiter verändern. Er präsentiere sich dann „erwachsener“, sprich, die Bäume werden immer größer und die Pflanzenteppiche dichter. „Der Park wird internationaler“, kündigt Klinkert an. So solle unter anderem die Kooperation mit Polen und Tschechen verstärkt und das kulturelle Angebot aus den Nachbarländern erweitert werden. Darüber hinaus sei die Etablierung einer Multimedia-Ausstellung über „Findlinge als Eiszeitzeugen“ avisiert und individuelle Parkführungen mit eigener App denkbar, ebenso mehrsprachige Exkursionen mit qualifizierten Parkführern. Nicht zuletzt befänden sich weitere Spielanlagen für Kinder in Planung.

Der Park ist jetzt noch bis zum 15. November geöffnet.