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| 17:54 Uhr

Förderprojekt
Geotourismus ohne Grenzen

Die Löwenberger Schweiz soll über das gemeinsame Projekt noch besser vermarktet werden. Foto: Stadt Löwenberg
Die Löwenberger Schweiz soll über das gemeinsame Projekt noch besser vermarktet werden. Foto: Stadt Löwenberg FOTO: Stadt Löwenberg
Nochten. Der Lausitzer Findlingspark Nochten freut sich über EU-Förderzusage. Von Regina Weiß

Mit Steinen kennt sich das Team des Findlingsparks Nochten ja bestens aus. Rund 7000 Findlinge haben dort inmitten blühender Landschaft ihren Platz gefunden. Anita Schwitalla, Leiterin Marketing der Anlage, ist dieser Tage ein großer Stein vom Herzen geplumpst. „Es ist eine total gute Nachricht und wird sind wirklich sehr, sehr froh“, schildert sie der RUNDSCHAU am Telefon ihre Gemütslage.

Auslöser für die Freude ist die Entscheidung des Begleitausschusses des Kooperationsprogramms Interreg Polen-Sachsen, der über neue polnisch-sächsische Projekte für die Förderung und den Erhalt des gemeinsamen Natur- und Kulturerbes beraten hat. Insgesamt 24 Antragsteller hatten ihre Projekte eingereicht. Acht von ihnen bekamen ein positives Veto. Der Findlingspark als Leadpartner ist einer von ihnen. Das bedeutet, dass die Macher in Nochten und ihre polnischen Partner in Lwowek Slaski (Löwenberg), die Zusammenarbeit wurde 2017 besiegelt, trotz Grenze noch enger zusammenrücken werden. „Es ist der Ritterschlag für eine Partnerschaft, die den größten Steingarten Europas und das polnische Löwenberg bereits seit einiger Zeit miteinander verbindet“, bewertet es Anita Schwitalla.

Das Ganze zahlt sich für die Nochtener, ihre polnischen Partner sowie als Dritter im Bunde die Marketinggesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien in der Fördersumme von rund 415 500 Euro aus. Ergebnisse dessen werden Besucher ab 2019 erleben können. So ist ein Audioguide geplant, den man sich aufs Handy laden kann und der dann mehrsprachig beim Parkrundgang für den Besucher die entsprechenden Informationen parat hat. Ganz dem Titel des Förderprojektes gerecht: „Entdecke geologische Schätze der Oberlausitz und Niederschlesiens.“ Dazu sollen auch multimediale Dauerausstellungen an beiden Orten beitragen, auf ansprechende Art und Weise das geologische Erbe der Region präsentieren. Zusätzlich wird das zweisprachige touristische Angebot durch Infotafeln im Findlingspark, den Druck eines Parkplanes und die Übersetzung der Internetseite verbessert. Die Steintage im Findlingspark und der Achatsommer in Löwenberg sollen deutsch-polnisch ausgerichtet werden. Klar ist, dass die Gäste aus Niederschlesien bei der 2018er-Auflage an diesem Wochenende auch dabei sind. Damit wird die beim Saisonstart von Findlingspark-Förderchef Ulrich Klinkert getroffene Aussage, der Park werde noch internationaler, in die Tat umgesetzt.

Und auch die Vorbereitung hat sich gelohnt. Der 72 Seiten umfassende Fördermittelantrag ist nicht ohne, soll alles stimmig und vor allem überzeugend sein. Da sind schon manche über kleine Steine gestolpert. Da ist es beispielsweise ein Pfund, wenn man beide Sprachen beherrscht. Wie eben Anita Schwitalla. Zudem bringt sie aus ihrer früheren Tätigkeit beim Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße schon reichlich Erfahrung mit, was die deutsch-polnische Zusammenarbeit betrifft. Doch darüber will sie am liebsten gar nicht reden ...

Lwowek Slaski liegt in Niederschlesien am Boberufer. Sehenswert sind die Sandstein-Felsen in der Löwenberger Schweiz südlich der Stadt. Vom 13. bis 15. Juli findet der Achatsommer statt. Das Bober-Katzbach-Gebirge gilt als das polnische Mekka für die Suche nach Achaten und Amethysten.