ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 17:31 Uhr

Feuerwehr
Feuerwehrleute üben den Großeinsatz

An der Feuerwehrübung in Bad Muskau waren am Samstag..70 polnische und deutsche Kameraden mit 13 Fahrzeugen auf dem alten Kita-Gelände in Bad Muskau in der Schützenstraße beteiligt.
An der Feuerwehrübung in Bad Muskau waren am Samstag..70 polnische und deutsche Kameraden mit 13 Fahrzeugen auf dem alten Kita-Gelände in Bad Muskau in der Schützenstraße beteiligt. FOTO: Joachim Rehle
Bad Muskau. In Bad Muskau haben Rettungskräfte von diesseits und jenseits der Neiße den Ernstfall geprobt. Von Martina Arlt

Großer Auflauf hat am Samstag auf dem alten Kita-Gelände in Bad Muskau zur großen EU-Feuerwehrübung geherrscht. Fünf alte Schrottautos waren von Bergungs- und Abschleppdiensten besorgt worden, um die Praxis für den Ernstfall zu proben. Daran waren 70 Kameraden aus Bad Muskau, Gablenz, Kromlau sowie Feuerwehrleute von vier polnischen Wehren (drei freiwillige und eine staatliche) mit insgesamt 13 Fahrzeugen beteiligt.

Bürgermeister Andreas Bänder und Dirk Enax eröffneten diesen Trainingstag. Die sechsstündige Übung stand unter dem Thema: „Katastrophe im Landverkehr“. Dabei gab es ein Szenario zu zwei realitätsnahen Themenkomplexen. Alle beteiligten  Kameraden aus der Grenzregion probten gemeinsam die Rettung von eingeklemmten Personen bei einem Verkehrsunfall mit drei Pkw. In den Autos befanden sich Dummies (Übungspuppen), die mit hydraulischen Rettungsgeräten herausgeschnitten wurden. Im Ernstfall steht jeder verletzten Person ein Krankenwagen zu. Sehr wichtig ist dann die richtige Abfolge, wie und wann gerettet wird. Doch auch das Ablöschen von zwei Pkw bei einem Verkehrsunfall mit Brandfolge mittels Einsatz von Druckluftschaum gehörte zum Übungsprogramm. Um die Arbeitsschritte auf beiden Seiten verständlich zu machen, war eine Dolmetscherin vor Ort. Oft helfen aber auch nur Mimik und Gestik.

Unterstützt wurde der Einsatz von der First Responder Gruppe Schleife als Sanitätshelfer und der Landespolizei. „Diese gemeinsamen Übungen sind schon sehr wichtig. Denn die deutschen und polnischen Kameraden haben unterschiedliche Taktiken und andere Vorgehensweisen bei Hilfeleistungen. Bei einem Ernstfall ist nicht lange Zeit zum Überlegen, so müssen diese Dinge vorher geprobt werden. Diese Szenarien heute dienen dazu, eine gemeinsame Basis für die Übung zu finden“, so Kamerad Dirk Enax aus Bad Muskau, Projektkoordinator auf deutscher Seite und Sachbearbeiter für Brand- und Katastrophenschutz bei der Stadt Bad Muskau.

Die Stadt ist als Partner eines Interreg-Feuerwehr-Projekts mit der Gemeinde Gablenz und den polnischen Gemeinden Leknica, Lubsko und Zary. Als Leadpartner des Projektes fungiert die Landeshauptkommandantur der staatlichen Feuerwehr in Gorzow Wielkopolski. So finden im Projektzeitraum zwischen März 2018 und Mai 2020 insgesamt 13 Übungen, Schulungen und Konferenzen statt, darunter eine dreitägige Waldbrandübung im Jahr 2019 bei Leknica mit 500 Teilnehmern.

Die Kameraden kennen sich bereits. Denn die Bad Muskauer sind seit 1995 feuerwehrtechnisch grenzüberschreitend unterwegs. Um gemeinsam zum Einsatz zu kommen, müssen auch beide Seiten mit gleicher Technik ausgestattet sein. So bekommen die polnischen Kameraden zeitnah ein neues Feuerwehrfahrzeug. Für Bad Muskau ist ein Fahrzeug für 2019 vorgesehen.

Die nächsten Feuerwehrübungen stehen bereits am 20. Oktober 2018 in Zary sowie am 27. Oktober 2018 in Lubsko bei den
Projektpartnern an.