Von Christian Köhler

Als sich im September 1889 die Freiwillige Feuerwehr gründete, hat der damalige Gründer und heutige Ehrenbürger Joseph Schweig wahrscheinlich nicht geahnt, welche Aufgaben die Feuerwehr in Weißwasser in den nächsten 130 Jahren wird leisten müssen. „Für uns ist der 130. Geburtstag der Feuerwehr Anlass, auf unsere Arbeit zu verweisen und zu zeigen, dass jeder mitmachen kann“, sagt Feuerwehrchef Marcel Nestler.

Am Samstag, 14. September, wollen die Kameraden deshalb in ihren Standort laden – und das gemeinsam mit dem Förderverein der Wehr sowie den Katastrophenschützern des DRK um dessen Leiter Jan Bauer. „Ich finde es eigentlich gut, dass das Fest nun direkt bei der Feuerwehr stattfindet“, sagt Fördervereinsvorsitzender Jörg Lübben. Zunächst nämlich habe man mit dem Glasunternehmen Stölzle feiern wollen, dessen Standort an der Berliner Straße in Weißwasser ebenfalls seit 130 Jahren besteht. Das aber feierte man nicht mit der Feuerwehr. Lübben indes findet es nunmehr gut, wenn die Öffentlichkeit von den Zuständen des Feuerwehrzentrums erfährt, unter denen die Kameraden tagein tagaus ehrenamtlich für die Gesellschaft ihren Dienst verrichten.

Feuerwehr Weißwasser mit Problemen

„Wir haben zwar gute bis sehr gute Technik hier“, gibt Marcel Nestler zu verstehen, „aber auch eine Hand voll Probleme.“ Und die liegen nicht bei denen, die sich seit Jahren für die Wehr engagieren, sondern haben eine Vielzahl von anderer Ursachen. Fest steht: „Ohne Ehrenamt und Förderer würde es nicht mehr funktionieren“, sagt der Wehrleiter.

Da wäre zunächst das Problem der Demografie. Dass Weißwassers Bewohner nämlich immer älter werden, wirkt sich auch auf die Einsatzarten der Feuerwehr aus. Und ihre Kameraden werden gleichzeitig nicht jünger. „Wir wollen auch das Geburtstagsfest dazu nutzen, die Leute anzusprechen, bei uns mitzumachen“, erklärt Marcel Nestler. Trotz sinkender Einwohnerzahl ist die Einsatzzahl seit Jahren gleichbleibend zwischen 200 und 250 Ausrückungen.

Kameraden sprechen sich gegen zweite Feuerwache aus

Auf der anderen Seite ist das Feuerwehrdomizil an der Thomas-Jung-Straße in einem beklagenswerten Zustand. Der Brandschutzbedarfsplan, den noch der alte Stadtrat vor gut zwei Jahren verabschiedet hat, schlägt zudem eine zweite Wache vor. Dagegen haben sich die Mitglieder der Feuerwehr ausgesprochen. Was allerdings ein Neubau oder eine Sanierung des bestehenden Gebäudes kostet, ist unklar. „Wir würden uns eine Planung wünschen. Dazu müsste einfach einmal der Ist-Zustand aufgenommen werden um zu klären, was der Soll-Zustand kostet“, erklärt Nestler.

Jener Soll-Zustand nämlich schreibt beispeilsweise vor, dass es eine getrennte Aus- und Einfahrt zur Feuerwehr geben müsste, dass mehr Platz in den Werkstätten vorhanden sein müsste, dass es eine Trennung zwischen Umkleidebereich und dem nach einem Einsatz konterminierten Bereich geben müsste. Das seien, so Marcel Nestler, nur einige Beispiele. „Wir verstehen, dass die Stadträte und die Verwaltung viel mit dem Strukturwandel zu tun haben, aber an uns sollte man auch denken“, sagt der Wehrleiter.

Jan Bauer vom DRK-Katastrophenschutz arbeitet mit den Feuerwehr-Ehren- und Hauptamtlern inzwischen eng zusammen. Er befürwortet beispielsweise den Wehrstandort in der Südstadt: „Man muss zum Standort auch sagen, dass der jetzige notstromversorgt ist“, erklärt er. Das sei im Ernstfall wichtig. Das DRK, Rettungsdienst und Feuerwehr sind in Weißwasser an einem Standort. „Und was das, auch im positiven Sinne bedeutet, wollen wir den Weißwasseranern beim Fest am Samstag zwischen 10 und 16 Uhr zeigen“, so Jan Bauer.