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| 18:56 Uhr

Brandschutz
Feuerwehr rollt roten Teppich aus

Einen roten „Teppich“ haben die Kameraden für Gerd Preußing ausgerollt. 13 Jahre war er Wehrleiter.
Einen roten „Teppich“ haben die Kameraden für Gerd Preußing ausgerollt. 13 Jahre war er Wehrleiter. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Weißwassers Wehrleiter Gerd Preußing ist verabschiedet. Marcel Nestler übernimmt den Staffelstab. Von Gabi Nitsche

Einen roten Schlauch-Teppich haben die Floriansjünger der Freiwilligen Feuerwehr Weißwasser am Donnerstag zu Dienstbeginn für Gerd Preußing ausgerollt. Sie wollten unbedingt noch einmal herzlich Danke sagen für 13 Jahre, die der 55-Jährige Verantwortung trug als Wehrleiter. Die Überraschung war gelungen. Preußing guckte ganz schön verdutzt, als er in die Fahrzeughalle kam und von Sven Müller und einer applaudierenden Mannschaft begrüßt wurde. „Ich bin ja noch da“, wehrte Preußing ab. An Sven Müller, seit einer Woche neuer stellvertretender Wehrleiter, war es dann, Blümchen und das Dankeschön-Geschenk der Kameraden und des Fördervereins zu überreichen, eingeschlossen herzliche Worte.

Der Rücktritt von Gerd Preu­ßing kam nicht von heut auf morgen. Er hatte allen Beteiligten schon vor geraumer Zeit reinen Wein eingeschenkt. Doch ein Nachfolger fand sich nicht, der sich bei der Jahreshauptversammlung am 26. Januar zur Wahl stellte. Weißwassers Oberbürgermeister blieb nichts anderes übrig, als seines Amtes zu walten und den Ehrenamtsposten kommissarisch zu besetzen.

Bevor Torsten Pötzsch Donnerstagabend die Katze aus dem Sack ließ, waren verschiedene Gespräche erfolgt, um die richtige Wahl zu treffen. Dass er das mit dem 36-jährigen Marcel Nestler getan hat, bestätigten die Kameraden und auch Gerd Preußing: „Marcel ist menschlich und fachlich gut geeignet, und er hat Rückhalt in der Mannschaft.“

Bis Ende Juni wird der Berufsfeuerwehrmann Nestler, der bei der Werksfeuerwehr der Leag beschäftigt ist, kommissarisch die Verantwortung als Wehrleiter übernehmen. „Ja, ich habe mich bereit erklärt.“ Er schließe sich den Worten von Sven Müller an, der bereits vergangenen Freitag das „Wir“ eingefordert hatte. Marcel Nestler: „Ich wünsche mir ein Miteinander. Und erwartet nicht immer gleich eine Entscheidung, denn Sven und ich leben das Wir vor“, sprach der Weißwasseraner den Mitstreitern ins Gewissen.

Beide bringen viel Erfahrung im Brandschutz mit. Marcel Nestler ist seit 2000 bei der freiwilligen Feuerwehr, beim 46-jährigen Sven Müller sind es sage und schreibe 29 Jahre. „Der Waldbrand 1988 war der Auslöser für mich, zur Feuerwehr zu gehen“, sagt Müller, der in der Arztpraxis Nagel als Haustechniker arbeitet. Beide sehen in Kameradschaft und Vertrauen wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in der Wehr. Kritik ist bei beiden erwünscht, aber offen und ehrlich sollte diese sein.

Am Donnerstagabend gab es vom Wehrleiter a.D. an den Nachfolger die symbolische Übergabe mittels eines Strahlrohrs, feuerwehr-typisch eben, und ein Schulterklopfen. In den nächsten Tagen erfolgt Stück für Stück die „richtige“ Übergabe. Preußing wünscht dem neuen Führungs-Duo viel Glück. Er sei nun „normaler“ Kamerad. Wobei das ein bisschen untertrieben ist. Denn Preußing bleibt vorerst ehrenamtlich stellvertretender Kreisbrandmeister. „Als Leiter der Führungsgruppe brauche ich eine starke Wehr im Rücken“, ist Preußing beim Blick auf die Weißwasseraner optimistisch. Wobei auf Nestler, Müller & Co. einige Herausforderungen warten. Zum Beispiel der erst im Herbst vom Stadtrat beschlossene Brandschutzbedarfsplan. Angesichts der finanziellen Situation Weißwassers eine ganz harte Nuss.

Gerd Preußing überreicht den Staffelstab – feuerwehr-typisch ein Strahlrohr - an Marcel Nestler, der die Freiwillige Feuerwehr nun kommissarisch leitet.
Gerd Preußing überreicht den Staffelstab – feuerwehr-typisch ein Strahlrohr - an Marcel Nestler, der die Freiwillige Feuerwehr nun kommissarisch leitet. FOTO: Gabi Nitsche / LR