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Feuerwehr rettet Vermisste aus brennendem Jugendclub

Die Atemschutzgeräteträger holen Danny Nikolaus aus dem Haus. Der Neunjährige, der eine der beiden vermissten Personen darstellt, ist unversehrt und wird fürsorglich betreut.
Die Atemschutzgeräteträger holen Danny Nikolaus aus dem Haus. Der Neunjährige, der eine der beiden vermissten Personen darstellt, ist unversehrt und wird fürsorglich betreut. FOTO: igt1
Kromlau. Mittwoch, 17.03 Uhr. Sirenengeheul in Kromlau, Gablenz und Bad Muskau. Die Leitstelle in Hoyerswerda meldet einen Brand in der oberen Etage des Jugendclubs Kromlau, den ein aufmerksamer Bürger entdeckt hat. Zwei Personen werden in den Räumen vermisst. Glücklicherweise entpuppt sich das Ganze als gemeinsame Einsatzübung. Ingolf Tschätsch / igt1

Die gemeinsame Übung der Feuerwehren von Kromlau, Gablenz und Bad Muskau findet einmal im Jahr statt. Schon sieben Minuten nach der Alarmierung rücken die Kameraden aus dem Ort an, wenig später die Gablenzer und Bad Muskauer. Die haben auch gleich ihr Tanklöschfahrzeug mitgebracht. 23 Brandschützer, davon elf Atemschutzgeräteträger sind eingetroffen.

Nun muss alles sehr schnell gehen. Menschenleben sind in Gefahr. Aus den oberen Fenstern des Jugendclubs dringen bereits kräftige Rauchschwaden. Clubvorsitzender Robert Paulik, selbst bei der Feuerwehr, hat dazu die große Disko-Nebelmaschine angeworfen, damit alles täuschend echt aussieht. Axel Paulik, der Kromlauer Feuerwehrchef - er spielt den aufmerksamen Bürger - berichtet Einsatzleiter Philipp Budszuhn von der hiesigen Ortswehr in knappen Worten, was er bemerkt hat. Für den jungen Mann ist es das erste Mal, dass er das Kommando hat. Schnell und umsichtig gibt er seine Anweisungen, von Unsicherheit keine Spur.

Die Löschwasserversorgung für die Brandbekämpfung muss als erstes gesichert werden. Die Kromlauer und Gablenzer Florianjünger nutzen dazu einen nur ein Stück entfernten Hydranten. Für die Kameraden der Parkstadt ist der Aufwand größer. Sie müssen eine Schlauchleitung zu einem in der Nähe befindlichen kleinen Teich herstellen. Der Einsatz läuft auf vollen Touren, schon machen sich die Atemschutzgeräteträger fertig. Der dichte Qualm im Inneren erfordert unbedingt ihr Eingreifen. Bange Frage vor der Übung: Werden wir genügend Atemschutzgeräteträger haben? "Zwei Trupps mit jeweils zwei Leuten brauchen wir mindestens dazu", hatte Axel Paulik vor dem Einsatz der RUNDSCHAU erklärt. Die gute Nachricht jetzt: Es sind elf und damit genügend Männer da, die sich mit Atemschutzgeräten ins Gebäude begeben können.

Schon nach wenigen Minuten wird die erste vermisste Person gerettet - eine Stoffpuppe. Aufatmen bei allen, als kurze Zeit später die Atemschutzgeräteträger Danny Nikolaus bergen. Der neunjährige Junge aus Kromlau - Sohn von Robert Paulik - hat sich als der zweite Vermisste zur Verfügung gestellt. Danny ist unversehrt und wird von den Feuerwehrleuten betreut. Sie legen ihm fürsorglich eine Decke um.

Die Übung neigt sich dem Ende entgegen. Noch einmal heißt es: Wasser marsch! Die Restablöschung von außen läuft, dann ist der Brand bekämpft. Der Einsatz hat nur eine halbe Stunde gedauert. Henry Kossack, stellvertretender Kreisbrandmeister, ist zufrieden: "Die Übung war erfolgreich. Bis auf einige kleine Dinge, die wir noch auswerten, hat alles geklappt." "Wichtig ist, dass wir die vermissten Personen gerettet und die Flammen gelöscht haben", meint Kromlaus Feuerwehrchef Axel Paulik.