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| 02:56 Uhr

Feuer und Flamme für den Ton

Töpfermeister Gordon Gran zeigt seinen Besucherinnen Elvira Bayer und Anett Lange einige seiner Arbeiten.
Töpfermeister Gordon Gran zeigt seinen Besucherinnen Elvira Bayer und Anett Lange einige seiner Arbeiten. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Bad Muskau/Krauschwitz/Sagar. Zum neunten Tag der offenen Töpfereien haben wieder viele Keramik-Freunde die Gelegenheit genutzt, um einige der 68 in Sachsen geöffneten Töpfereien zu besuchen. Zahlreiche Einblicke haben auch die drei Töpfereien und Keramik-Werkstätten in Bad Muskau, Krauschwitz und Sagar gegeben. Anja Guhlan

Gordon Gran liebt seinen Beruf. Schon immer. Seit seinem 16. Lebensjahr töpfert er, stellt bunt glasierte Gebrauchskeramik her. "Ton hat mich eigentlich schon immer fasziniert", sagt er.

Nun steht er in seinem Töpfer-Lädchen im Bad Muskauer Pückler-Park und begrüßt seine Gäste mit einem Gläschen Sekt und mit musikalischen Klängen vom Grammofon. Er feiere zum Tag der offenen Töpfereien auch das 20-jährige Bestehen seiner Werkstatt, erklärt Gordon Gran. Die Besucher lassen sich gerne auf einen Sekt ein und beglückwünschen den Handwerker. Seit 1993 ist der Töpfermeister selbstständig und verdient mit seiner Frau Claudia den Lebensunterhalt mit den tönernen Tassen, Tellern, Kannen und Kerzenhaltern.

"Am liebsten töpfere ich zurzeit eckige Vasen", erklärt Gran. Auch die 70-jährige Besucherin aus Spremberg Elvira Bayer interessiert sich für diese Vasen. "Die haben mir gleich auf den ersten Blick gefallen", meint sie. Ihre Tochter Anett Lange (50) aus Dresden nickt zustimmend. Gordon Gran erklärt den Besucherinnen, wie diese Vase entstehen konnte. Denn das Töpfern sei eigentlich nur ein Zehntel der gesamten Arbeit. So erklärt der Meister die verschiedensten Techniken beim Töpfern, erklärt Brennverfahren, erzählt von Formen und Glasuren.

Ortswechsel: In Krauschwitz streicht Kathrin Najorka sanft mit der Hand über den Ton auf der Töpferscheibe. Ganz bewusst und mit viel Gefühl fängt sie an den Tonklumpen zu formen. Die anwesenden Besucher staunen nicht schlecht. So beobachtet auch Antoni Koalowski aus Cottbus die Töpferin ganz genau.

Kathrin Najorka beschreibt ihre Handgriffe und Schritte. "Sie erklärt das wirklich gut", meint Antoni Koalowski, der selbst hobbymäßig das Töpfern begonnen hat und sich an diesem Tag einige Handgriffe abschauen will.

Das Besondere bei Kathrin Najorka ist ihre traditionelle Arbeitsweise: "Ich bereite meinen Ton zum Beispiel selbst auf und bearbeite ihn", so die qualitätsbewusste Töpferin. Nach einer Führung durch die Töpferei von Najorka ist auch die Besucherin Sieglinde Busch aus Leipzig hellauf begeistert. "Ich interessiere mich seit Jahren für Keramik, habe auch schon sehr viele Töpfereien besucht. Diese hier gefällt mir auch", so ihr Urteil und fügt hinzu: "Es ist wichtig, dass dieses Handwerk weiter nach außen getragen wird."

Der Öffentlichkeit zeigen, was dieses Handwerk ausmacht, das wollen auch die beiden Töpfer Uwe und Kurt Hirche aus Sagar. Vor allem Kurt Hirche zeigt an der Töpferscheibe wie Gefäße, aber auch verschiedene Figuren geformt werden können. Die Keramikwerkstatt in Sagar ist bekannt für ihre Gefäße mit Blumenfelddekor, hat aber ebenso die Gartenkeramik für sich entdeckt. So töpfern die beiden auch größere Pflanzengefäße oder den ein oder anderen wetterfesten Frosch für den Gartenteich.

"Es ist wirklich interessant, dieses Handwerk live zu erleben. Jeder Töpfer hat ja doch seinen eigenen Stil", meint Besucherin Brigitte Bramburger (58). Aktiv werden konnten die Besucher bei Hirches auch: So formte der neunjährige Lennart mit seiner Mutter zahlreiche Tonfiguren oder -schälchen. "Das ist gar nicht so einfach", sagt Lennart und fügt hinzu: "Aber es macht total viel Spaß." Töpfer Kurt Hirche verspricht: "Die Gefäße brennen wir und dann kann sie sich Lennart abholen."

Zum Thema:
Im Jahr 2006 öffneten erstmals Töpfereien in Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen zum Tag der offenen Töpfereien. Inzwischen beteiligen sich alle Bundesländer an diesem Tag. 2014 haben nahezu 600 Werkstätten und Ateliers aus allen Bundesländern ihre Türen geöffnet. Inzwischen gibt es Bemühungen, den Tag der offenen Töpfereien auf die Nachbarländer Deutschlands auszudehnen.