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| 17:26 Uhr

Gemeinderat
Felsen und Skepsis wachsen

Der Kletterfelsen ist eine der Attraktionen der künftigen Abenteuerwelt im Helmut-Just-Stadion.
Der Kletterfelsen ist eine der Attraktionen der künftigen Abenteuerwelt im Helmut-Just-Stadion. FOTO: Regina Weiß
Krauschwitz. Bürgermeister beantwortet Fragenpaket zur Freizeit-Gletscher & Abenteuerwelt in Krauschwitz. Von Regina Weiß

Nur um die Vergabe von Bauleistungen für die Kinder-Kletterfelsenlandschaft auf dem Gelände des Helmut-Just-Stadions sollte es am Dienstag im Gemeinderat Krauschwitz gehen. Doch letztlich ging es um das gesamte Vorhaben. So hoch, wie der Kletterfelsen derzeit gen Himmel wächst – er bringt es am Ende auf eine Höhe von 16 Metern – so tief scheinen die Gräben zwischen Befürwortern und Kritikern für das Projekt Freizeit-Gletscher & Abenteuerwelt in Krauschwitz. So war Bürgermeister Rüdiger Mönch (Freie Wähler) erst überrascht und dann sauer, als sich plötzlich die Teilnehmerzahl der Arbeitsgemeinschaft (sie war einst aus dem Bereich Ortsentwicklung hervorgegangen) zur Besprechung vor Ort Anfang Mai bei einem Treffen vervierfacht hatte. Auf seine Nachfrage wollte es keiner gewesen sein, der zu der Runde eingeladen hatte. „Wir wollten uns nichtöffentlich erst einmal finden“, erklärte der Bürgermeister seine Intention und zeigte sich in der Ratssitzung verwundert, „wie man mit nichtöffentlichen Informationen umgeht.“

Dafür beantwortete er Dienstag eine ganze Liste an Fragen, die ein Bürger eingereicht hatte. Für das Projekt in Krauschwitz stehen 436 517,60 Euro aus dem Interreg-Förderprojekt „Abenteuer Neiße, Etappe vier, Erschließung des deutsch-polnischen Grenzgebietes“ zur Verfügung. Damit werde der kommunale Haushalt nicht belastet. Bis dato seien 260 000 Euro ausgegeben. Das kostet der große Kletterfelsen, der gerade im Entstehen ist. Er soll am 18. August in Zusammenarbeit mit dem Alpenverein Zittau beklettert werden. Außen vor beim jetzt genehmigten Projekt bleiben der Rückbau der Anlagen sowie Investitionen in den Bungalow beziehungsweise die WC-Anlagen. Da ein altes Tor durch eine Schrottaktion verschwunden ist, muss ein neues her, um die Anlage verschließen zu können. Sie soll aber grundsätzlich offen sein für alle. Demzufolge werde dort kein Eintrittsgeld verlangt. Anders sehe es aus, wenn der Alpenverein Kletterkurse anbietet. Diese seien dann aber auch mit der Bereitstellung von Material verbunden, erklärt Mönch. Er hofft, dass sich in die Betreibung und Pflege Bürger ehrenamtlich mit einbringen. Als Beispiel nennt er das Freizeitzentrum Skerbersdorf. Deshalb sind auch nur 5000 Euro Folgekosten ab dem Haushalt 2019 eingeplant. „Das reicht nicht“, ist für Gemeinderat Frank Lehmann (Freie Wähler) jetzt schon klar. „Wenn Du andere Zahlen kennst, ich kenne keine anderen“, hält Mönch dagegen. Und er erinnert an den Anfang der Geschichte. Dass man sich überlegt habe, aus dem Gelände des Helmut-Just-Stadions etwas zu machen. „Mit einem normalen Spielplatz hätten wir abtreten können.“ Deshalb sei die Idee von der Abenteuerwelt entstanden, die sich an das Eiszeitdorf Krauschwitz und den Muskauer Faltenbogen anlehnt. „Ich hoffe, dass es kein Stiefkind wird“, so Mönch. Und er will auf keinen Fall das Förderprojekt gefährden. Dann würden nämlich bei allen Partnern Projekte im Wert von 3,5 Millionen Euro wackeln. Bis November muss Krauschwitz das Geld abrechnen. Als nächstes entsteht auf der Anlage eine Kinder-Kletterfelsenlandschaft. Grundlage sind Klettermöglichkeiten aus Beton, die mit stabilen Seilen und Hangelnetzen verbunden werden, „um den Kindern ganz viel Spaß zu bieten“, so der Bürgermeister. Das Vorhaben kostet 30 809,10 Euro und wird nach mehrheitlichem Beschluss des Rates von der Cottbuser Firma built a rock GmbH ausgeführt. Die Kostenschätzungen lagen laut Gemeinde bei über 42 000 Euro. Vier Firmen waren aufgefordert worden, ihr Angebot abzugeben. Zwei taten es. Als nächstes sollen auf dem Gelände noch ein Rodelberg mit Felsengrotte, eine Slagline, ein Grillplatz, eine Trampolingruppe und Sitzplätze entstehen.

Noch eine Möglichkeit tut sich auf, von der die ehemalige Sportstätte profitieren könnte, liegt sie doch neben der Erlebniswelt Krauschwitz. Ein Caravanstellplatz mit der dafür notwendigen Sanitärinfrastruktur steht auf ihrer Wunschliste. Die Fördermöglichkeiten liegen laut Mönch bei 90 Prozent. „Jetzt müssen wir die Eigenmittel beschaffen.“