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Familienforscher wird in der Region immer beliebter

Der Rothenburger Hans-Joachim Wergien (hier mit seinen Enkelsöhnen) ist einer der Vorreiter der Genealogie in der Region.
Der Rothenburger Hans-Joachim Wergien (hier mit seinen Enkelsöhnen) ist einer der Vorreiter der Genealogie in der Region. FOTO: Uwe Menschner
Region. Die Erforschung der eigenen Familiengeschichte wird zum immer beliebteren Hobby. Auch in der Region um Görlitz und Niesky wird es von Hobby-Genealogen gepflegt. Aus der im September 2011 geborenen Idee gelegentlicher Treffen hat sich ein regelmäßig tagender Stammtisch etabliert. Uwe Menschner / ume1

Geplant hatten die Familienforscher einen einmaligen Erfahrungsaustausch zu allgemein interessierenden Themen der Genealogie. Doch das große Interesse übertraf die Erwartungen der Organisatoren bei Weitem. "Aus dem ersten Treffen hat sich inzwischen ein über fünf Jahre wirkendes kontinuierliches, offenes Forum des Erfahrungsaustauschs entwickelt", so Mitinitiator Hans-Joachim Wergien aus Rothenburg. Oft reichte die Platzkapazität nicht aus, wenn mehr als 30 Interessierte zum Genealogie-Stammtisch kamen. Unter ihnen befanden sich erfahrene Forscher und Anfänger.

Als Veranstaltungsort wählten die Organisatoren das Schloss Krobnitz bei Reichenbach aus - ein Treffpunkt, der wegen seiner zentralen Lage und dank seiner eigenen Geschichte den geeigneten historischen Rahmen bot. "Die Teilnehmer spürten schnell, dass sie im Stammtisch Familienforschung ein hilfreiches und interessantes Forum gefunden hatten, bei dem sie sich austauschen, Antworten und Hinweise auf ihre Fragen bekommen konnten. Diese Möglichkeit hatte es bisher im ostsächsischen Raum nicht gegeben", blickt Hans-Joachim Wergien zurück. Es konnten immer wieder neue Gäste begrüßt werden, aus denen sich ein fester Stamm von Forscherfreunden herausbildete.

Um den Anfängern grundlegende Kenntnisse und Erfahrungen zu vermitteln, entstand der Gedanke, ihnen eine Einführung in Form von mehreren Kurzvorträgen zu bieten. "Im Mittelpunkt standen die Systematik der Familienforschung, die Nutzung von Kirchenbüchern als Quellen, die Arbeit mit standesamtlichen Registern sowie der Umgang mit verfilmten Kirchenbüchern der Mormonen als einer regelrechten Schatztruhe bei der Ahnenforschung", so Wergien.

Forschungen in Polen

Dabei reifte die Erkenntnis, dass etwa 85 Prozent der Forscherfreunde ihre Wurzeln im polnisch-schlesischen Raum haben, oft in Orten, die nur wenige Kilometer hinter der deutsch-polnischen Grenze liegen. Dadurch gibt es umfangreiche Erfahrungen mit der Arbeit in polnischen Archiven. Einige Teilnehmer fahren seit Jahren nach Breslau in das dortige Staatsarchiv und geben ihre jeweils aktuellen Erfahrungen beim Stammtisch weiter. Von einem der Forscherfreunde wurde sogar eine schriftliche "Anleitung zur Vorrecherche in den polnischen Staatsarchiven" erarbeitet. Mit diesem Hilfsmittel ist es jetzt möglich, sich schon vor dem Archivbesuch in Polen optimal über die vorhandenen Bestände zu informieren und diese vorab zu bestellen.

Vorträge im Görlitzer Archiv

Höhepunkte der regelmäßig stattfindenden Treffen sind genealogische Vorträge, beispielsweise im Görlitzer Ratsarchiv vom dortigen Ratsarchivar Siegfried Hoche. Ein weiterer, sehr lehrreicher Besuch führte die Ahnenforscher in die Forschungsstelle der Mormonenkirche in Görlitz. Extra angereiste, kompetente Mitarbeiter dieser Kirche klärten über die Arbeit mit der weltweit größten genealogischen Datenbank "FamilySearch" auf. Dieses Portal beinhaltet circa drei Milliarden Personendaten.

Weitere Veranstaltungen wurden im Computerkabinett der Volkshochschule Görlitz durchgeführt, um den Interessierten die genealogische Recherche im Internet an praktischen Beispielen zu erläutern. In diesem Jahr wollen sich die Familienforscher anstelle des Stammtisches als "Arbeitskreis Familienforschung" präsentieren und wie bisher viermal im Jahr zusammenkommen.

Kontakt:

hajowergien@ online.de