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Falsche Verdächtigung mit bösen Folgen

Weißwasser.. Die 32-jährige Angeklagte ging am 13. März 2002 um 9.15 Uhr zum Polizeirevier in Weißwasser, um einen Unfall anzuzeigen. Sie legte dar, dass ein Pkw Opel Vectra am 10. (gh)

März 2002 auf dem Parkplatz am Sachsendamm in Weißwasser gegen ihr Auto, einen Opel Kadett, gestoßen sei und es beschädigt habe. Die Arbeitslose sagte aber nicht die Wahrheit.
Tatsache war, dass der Schaden an ihrem Pkw durch einen Unfall auf dem Parkplatz an der Schwimmhalle in Weißwasser passierte. Sie verdächtigte also einen anderen, der keine Schuld hatte und machte sich damit der falschen Verdächtigung schuldig und erhielt einen Strafbefehl.
Gegen diesen Strafbefehl legte sie Einspruch ein. Deshalb kam es zur Hauptverhandlung unter Vorsitz von Richter Alexander Wilhelm Telle, für den der Schuldvorwurf feststand.
Es ging der Angeklagten aber um die Höhe der Geldstrafe. Da die arbeitslose Frau nur ein geringes Einkommen hat, wurde ein Tagessatz von 15 Euro festgesetzt, wobei ihr Geständnis berücksichtigt wurde. Sie sagte: „Ich weiß nicht, wie ich das Geld aufbringen soll.“
Zur Debatte stand also nur noch die Höhe der Geldstrafe. Wie sie angab, hat sie 84 Euro Mietschulden. Im Bundeszentralregister sind keine Eintragungen über begangene Straftaten enthalten.
Nachdem ihr Richter Telle die Zusammenhänge erklärt hatte, nahm die Frau den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Sie hat eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro zu zahlen, also 900 Euro. Staatsanwalt Stefan Schulz stimmte zu, so dass das Urteil bereits rechtskräftig ist.
Wenn sie die Geldstrafe nicht zahlen kann, ist an die Staatsanwaltschaft Görlitz ein Antrag zu richten, um die Zahlung der 900 Euro Geldstrafe in gemeinnützige Arbeit umzuwandeln.
Die falsche Verdächtigung hat der Frau keinen Nutzen gebracht, sondern zu einer Geldstrafe geführt.