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Brandschutz
Fahrzeug-Gewicht wirft Fragen auf

Gibt die Tragfähigkeit  der Decke vom Geräteshaus zur Kita darunter es her, hier ein modernes Löschfahrzeug unterzubringen? Foto: ni
Gibt die Tragfähigkeit der Decke vom Geräteshaus zur Kita darunter es her, hier ein modernes Löschfahrzeug unterzubringen? Foto: ni FOTO: Gabi Nitsche
Groß Düben. Für das 50 Jahre alte Gebäude in Halbendorf finden sich keine Bauunterlagen mehr. Von Gabi Nitsche

Reicht die Tragfähigkeit der Zwischendecke im Feuerwehrgerätehaus Halbendorf aus für ein neues Löschfahrzeug von gut sieben Tonnen? Diese Frage treibt den am Donnerstag vom Gemeinderat berufenen Ortswehrleiter Olaf Hanusch und seine Kameraden um. Denn unter dem Gerätehaus befindet sich ein Großteil des Kita-Gebäudes.  Vorsicht ist also geboten, die Kameraden wollen sicher gehen.

Mit einem Blick in die entsprechenden Bauunterlagen, so dachten sie, müsste sich diese Frage eigentlich schnell beantworten lassen. Doch genau das ist das Problem. „Weder im Archiv in Niesky noch sonst irgendwo sind diese Unterlagen zu finden“, berichtete Ratsmitglied Jens Hanusch.

Das Gerätehaus an der Dorfstraße ist in den 1960er-Jahren gebaut und  vor fünfzig Jahren eingeweiht worden. Mitte der 1990er-Jahre erfolgte ein Umbau. Die Ortswehr verfügt aktuell über ein elf Jahre altes Löschfahrzeug und einen Schlauchträger, zusammen  knapp sechs Tonnen schwer. Beide haben ausgedient, wenn das neue Löschfahrzeug kommt. Entsprechende Vorgespräche sind bereits mit dem Amt für Brand- und Katastrophenschutz im Landkreis Görlitz gelaufen. Der Förderantrag müsste spätestens  im September gestellt werden, so Wehrleiter Hanusch.  „Was können wir jetzt also machen?“ Bürgermeister Helmut Krautz will, dass die Verwaltung weiter nach den entsprechenden Unterlagen sucht.

Parallel dazu verständigte man sich auf eine Vor-Ort-Begehung mit Bauamtsleiter Steffen Seidlich und Planer Bodo Frischke. Ob letztlich ein Neubau die einzige Alternative bleibt, werden die nächsten Wochen zeigen.

Ein neues Fahrzeug und neue Mitglieder – darin sieht Olaf Hanusch jetzt seine Hauptaufgabe. Der 31-Jährige fand als kleiner Stepke mit seinem Bruder Jens zur Feuerwehr, gehört seit nunmehr 13 Jahren zur aktiven Einsatzgruppe. „Wenn die Sirene geht – da bin ich mit Leidenschaft dabei.“ Weil die bisherige Wehrleiterin aus persönlichen Gründen zurückgetreten war, brauchte es eine Nachfolger. Die einstimmige Wahl der Kameraden fiel zu Beginn des Jahres auf Olaf Hanusch. Da war er noch Mitglied im Gemeinderat. „Doch zwei Sachen – das haut nicht hin. Ich mach lieber eine, und die dann richtig. Ich hab ja auch noch einen Job“, begründet der Halbendorfer seine Entscheidung. Im Landwirtschaftsbetrieb Prohav ist er Abteilungsleiter Pflanzenproduktion. Bürgermeister und Räte haben Verständnis für seine Entscheidung, lassen ihn aber ungern aus dem Rat ziehen. Die Groß Dübenerin Ires Fercho brachte es auf den Punkt: „Alles Gute. Aber ich bedauere es trotzdem.“ Sie dankte dem Halbendorfer, der durch seine Art so manche feurige Debatte zu löschen vermochte,

Nun konzentriert sich Olaf Hanusch auf die Feuerwehr, die im September ihr 90-jähriges Bestehen feiert. „Wir sind ganz gut aufgestellt mit 26 Mitgliedern.“  Sechs Mädchen und Jungen sind in der Jugendwehr, auch eine Alters- und Ehrenabteilung hat Halbendorf. Die Gemeinde werde beide Ortswehren, die „super zusammenarbeiten“, so gut es geht unterstützen.

Bürgermeister Helmut Krautz wünscht Olaf Hanusch gutes Gelingen. Der 31-Jährige ist neuer Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Halbendorf. Foto: ni
Bürgermeister Helmut Krautz wünscht Olaf Hanusch gutes Gelingen. Der 31-Jährige ist neuer Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Halbendorf. Foto: ni FOTO: Gabi Nitsche