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Kommunales
Ex-Umsiedler geben Gas für Wärmenetz

Ortsvorsteher Matthias Jainsch aus Rohne.
Ortsvorsteher Matthias Jainsch aus Rohne. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Rohne. Spreegas und NBB stellen in Rohne das Konzept für die Erdgas-Erschließung vor. Schleife und Mulkwitz folgen.

Die Ex-Umsiedlungsorte Schleife-Süd, Klein Trebendorf, Rohne und Mulkwitz erhalten nur ein Erdgasnetz, wenn sich genügend Grundstücksbesitzer dafür entscheiden. Das ist die eindeutige Botschaft der Informationsveranstaltung Mittwochabend in Rohne. Mitarbeiter der Unternehmen SpreeGas und NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg stellten das Projekt vor.

Das Netz würde von Nord nach Süd errichtet werden. Katrin Paulig vom NBB-Regionalcenter Süd: Von der Zahl der Befürworter in Schleife-Süd und Rohne hängt ab, ob auch Mulkwitz erschlossen werden kann. Bei dem hohen siebenstelligen Betrag, den Spreegas für die Investition in die Hand nehmen müsse, sei die Wirtschaftlichkeit der entscheidende Punkt.

Insgesamt müssten 14,3 Kilometer Leitungen verlegt werden. In Schleife-Nord mit dem vorhandenen Erdagasnetz kämen 600 Meter dazu, für Schleife-Süd und Rohne 7300, Klein Trebendorf 2700 und Mulkwitz 3700 Meter.

Sorgen würden die Sonderbauwerke wie die Bahnquerung am Schleifer Werksweg und die Gewässerquerung (Struga) in Mulkwitz bereiten. Wobei das größere Problem die Bahn sei und die Klärung entsprechend Zeit in Anspruch nehme, so Katrin Paulig. Sie machte den Zuhörern am Mittwoch kein X für ein U vor, was die finanzielle Belastung angeht, die bei einem Ja zur Erdgaserschließung auf die Einwohner zukommt.

Zwei Begriffe spielen dafür eine Rolle. Die jeweilige Anschlusspauschale richtet sich nach der Länge der Leitung von der Straßenmitte gerechnet bis zum Haus. Bis zu 14 Meter wären das 1000 Euro, bis zu 34 Meter 1250 Euro und bis zu 60 Meter 1500 Euro. Außerdem wird ein Baukostenzuschuss fällig. Den erhalten nicht etwa die Leute, sondern müssen ihn zahlen: Bei einer Anschlussdichte von 70 Prozent (189 Anschlüsse) beträgt dieser laut Katrin Paulig 3100 Euro netto, bei 50 Prozent (135 Anschlüsse) 4350 Euro netto. „Genauer lässt sich das erst berechnen, wenn wir die Zahl der Interessenten wissen“, so die NBB-Expertin.

Die Zeit drängt. Bis 23. Februar soll jeder sein Interesse bekunden. Die Listen zum Eintragen liegen im Gemeindeamt Schleife aus, in Rohne kann man sich zum Beispiel an den Ortsvorsteher Matthias Jainsch wenden, an Joachim Pudel, Jörg Funda.

Bis zum 9. März steht fest, so Katrin Paulig, ob die Zahl reicht, das Projekt weiter zu verfolgen. „Wenn ja, dann erfolgen Vor-Ort-Begehungen auf den Grundstücken wegen der Anschlüsse und so weiter“, erklärte die NBB-Fachfrau. Erst im Anschluss und spätestens bis zum 2. April erhalten die Interessenten konkret auf ihr Grundstück zugeschnittene Angebote. „Diese müssen sie bis 30. April unterschrieben an uns zurückschicken.“ Wenn dann das Mengengerüst steht, berechnet das Unternehmen die Wirtschaftlichkeit insgesamt. Ist diese gegeben, geht’s an die detaillierte Planung des Gesamtvorhabens, das in den Jahren 2019/2020 realisiert werden würde.  

Jörg Funda, Matthias Jainsch und Joachim Pudel betonten die Vorzüge, die Dörfer mit einem zentralen Erdgasnetz zu erschließen. „Das ist eine gute Sache“, so Jainsch. Er appellierte wiederholt, auch die Nachbarn zu informieren, die an der Veranstaltung nicht teilnahmen. Die drei Männer redeten den Anwesenden ins Gewissen: Wenn sie jetzt die Chance verpassen, würde es keine zweite geben. „Es gilt das Solidarprinzip: Je mehr, desto günstiger“, so Funda, der Mittwoch Bürgermeister Reinhard Bork vertrat und das Heimspiel gern übernahm.

Am 8. Februar von 14 bis 19 Uhr können sich die Einwohner aus den betroffenen Ortsteilen beim Spreegas-Info-Mobil individuell informieren, auch was Fördermöglichkeiten seitens Spreegas angeht. Außerdem findet für Schleife-Süd und Mulkwitz die Info-Veranstaltung zur Thematik Erdgas-Erschließung am 30. Januar ab 18.30 Uhr im SKC statt.