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| 15:37 Uhr

Stiftung „Zukunft und Leben in Trebendorf“
Ex-Stiftungsvorstand sichert Kooperation zu

Trebendorf. Nach der Neuwahl des Stiftungsvorstandes in Trebendorf äußern sich nun die Ausgeschiedenen. Man habe eine hervorragende Arbeit gemacht, betonen die Ehemaligen. Von Christian Köhler

Ein Missverständnis ist auszuräumen in Trebendorf. Der ehemalige Stiftungsvorstand von „Leben in Trebendorf“ und „Zukunft in Trebendorf“ will mit dem neuen Vorstand zusammenarbeiten. Das betonen die Ex-Vorstandsvorsitzende der Stiftungen, Gemeinderätin Ariane Kraink, sowie die einstigen Vorstandsmitglieder Birgit Seyfarth, Bodo Schmidt und Andreas Fabian. „Wir haben lediglich unsere Bedenken zum Ausdruck gebracht, dass der neue Vorstand möglicherweise nicht über den großen Arbeitsaufwand, die Pflichten und der Verantwortung in Kenntnis gesetzt wurde, der nun auf ihn zukommt“, erklärt Birgit Seyfarth.

Als sich Anfang des Jahres der neuen Stiftungsrat während der Ratssitzung vorstellte, war die Rede davon, dass den Neuen „Neid und Missgunst“ entgegengebracht würden. Davon jedenfalls berichteten Sandra Scherer, Mirko Tschernik und Claudia Langer, die nun neuer Stiftungsvorstand sind.

Zum Hintergrund: Noch vor Weihnachten, am 21. Dezember, hatte sich der neue Stiftungsrat zu seiner ersten Sitzung getroffen. Dazu hatte der ehemalige Stiftungsratsvorsitzende Wolfgang Zech, der seinerzeit noch kommissarisch tätig war, eingeladen. Bei der Sitzung ist Bürgermeister Waldemar Locke (CDU) zum neuen Stiftungsratsvorsitzenden gewählt worden. „Er drängte jedoch darauf, dass schnellstmöglich ein neuer Vorstand gewählt werden soll“, berichtet Ariane Kraink.

Wolfgang Zech habe, so die Gemeinderätin weiter, daraufhin einen Brief an alle Räte verfasst und darin seine Bedenken geäußert, zu schnell einen neuen Vorstand zu berufen. Lieber solle der Gemeinderat sich noch einmal damit auseinandersetzen, hieß es, um die Abfolge der Vorstandsarbeit wie Mittelvergabe, Jahresabschluss, Anlagestrategie nicht zu gefährden. „Das aber lehnte der Bürgermeister ab, obwohl die Mehrheit der Räte dazu einen Antrag stellten“, sagt Ariane Kraink.

Waldemar Locke hält dem entgegen, dass die Wahl des neuen Stiftungsrates und -vorstandes eigentlich schon im Oktober des vergangenen Jahres hätte durchgeführt werden müssen. Alle fünf Jahre nämlich, so schreibt es die Satzung vor, müsse ein neuer Rat und Vorstand gewählt werden. „Deshalb die Eile“, begründet Locke. Zudem sei im Vorfeld, „aggressiv auf die Stiftungsratsmitglieder eingewirkt“ worden. Deshalb sei er einschritten. Ferner habe er den Antrag der Räte abgewiesen, eine nicht-öffentliche Sitzung durchzuführen, weil „die Angelegenheit nicht die Gemeinde direkt betrifft“. Das aber sei nötig, um eine Sitzung einzuberufen, schreibt die Gemeindeordnung vor.

Mit Kritik an dieser Situation hält sich Ariane Kraink nicht zurück, die sich bei der vergangenen Bürgermeisterwahl in Trebendorf Waldemar Locke geschlagen geben musste: „Wir als ehemaliger Vorstand mussten uns häufig rechtfertigen, seitdem Herr Locke Bürgermeister ist.“ Das könne sie nicht verstehen, denn der Vorstand könne ja nicht allein entscheiden, wofür Gelder ausgegeben werden. Zumal jetzt, so die Rätin, Mitglieder der Feuerwehr sowohl im Stiftungsvorstand als auch im Stiftungsrat – dem Kontrollgremium – mehrheitlich vertreten sind. „Das hat schon sein Geschmäckle“, sagt die ehemalige Stiftungsvorsitzende. Ihrer Ansicht nach sei es doch besser, dass möglichst viele Vereine in den Gremien vertreten sind. Diese Bedenken teilt die Aufsichtsbehörde, die Landesdirektion Sachsen, nicht.  Es bestehen, so Holm Felber, „keine stiftungsrechtlichen Bedenken“ in Sachen Neuwahl des Stiftungsrates und -vorstandes.

Birgit Seyfarth resümiert für die vergangenen zehn Jahre: Die Stiftung habe eine erfolgreiche Arbeit trotz Zinstief erbracht und habe alle Vereine sowie gemeindliche Einrichtungen satzungskonform unterstützen können. Bei der Mittelvergabe wurde seit der Haushaltskonsolidierung des Gemeindehaushaltes mehr auf die Unterstützung der freiwilligen Aufgaben orientiert. Dem Gerücht im Dorf, dass sich der ehemalige Vorstand an der Stiftung bereichert habe, tritt der gesamte ehemalige Vorstand entgegen. „Das ist einfach falsch“, sagt Birgit Seyfarth mit Nachdruck. Der Wirtschaftsplan des Stiftungsvorstandes wird durch den Stiftungsrat beschlossen und somit ist dieser auch über die Mittelverteilung in Kenntnis gesetzt. Alles müsse schließlich mit dem Stiftungsrat abgesprochen werden. Zudem muss der Vorstand der Stiftungsaufsichtsbehörde Rechenschaft ablegen, alle Unterlagen durch ein externes Steuerbüro prüfen lassen und den daraus resultierenden Bericht dem Finanzamt zur Prüfung vorlegen. „Dabei gab es nie Probleme“, sagt Ariane Kraink.

Ob der ehemalige Vorstand nun tatsächlich mit dem neuen zusammenarbeitet, wird die Zukunft zeigen, fasst Bürgermeister Waldemar Locke pragmatisch zusammen.