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| 02:47 Uhr

Ex-Steenbecker auf der Cebit in Hannover

Die drei kämpfen mit ihren Erfindungen um die Plätze beim Cebit Innovation Award: Benjamin Werners (l.) App shoutr ermöglicht den drahtlosen Austausch digitaler Inhalte, Sven Köhlers (Mitte) Touchscreen Fiberio erkennt Fingerabdrücke und Leonhard Oschütz' (r.) Robotik-Baukasten Kinematics für Kinder und Jugendliche.
Die drei kämpfen mit ihren Erfindungen um die Plätze beim Cebit Innovation Award: Benjamin Werners (l.) App shoutr ermöglicht den drahtlosen Austausch digitaler Inhalte, Sven Köhlers (Mitte) Touchscreen Fiberio erkennt Fingerabdrücke und Leonhard Oschütz' (r.) Robotik-Baukasten Kinematics für Kinder und Jugendliche. FOTO: Cebit Innovation Award
Cottbus/Hannover. Sven Köhler hat am Max-Steenbeck-Gymnasium in Cottbus sein Abitur gemacht. Fünf Jahre später steht er auf der weltgrößten Messe für Informationstechnik – der Cebit in Hannover – und stellt seine Forschung vor. Für den Touch screen Fiberio erhält er den Innovationspreis. Peggy Kompalla

Sven Köhler ist gerade einmal 23 Jahre alt, steckt noch mitten in seinem ersten Master-Semester am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam und steht trotzdem schon auf internationaler Forscherbühne. Gemeinsam mit Dr. Christian Holz hat er den Touchscreen Fiberio entwickelt. Er erkennt in Echtzeit Fingerabdrücke. Das macht Passwörter oder PIN-Codes überflüssig, gewährt also auf ziemlich bequeme Weise eine hohe Sicherheit. Dafür erhalten die beiden Juniorforscher den Cebit Innovation Award. Die genaue Platzierung wird bei der Eröffnung der Messe am Sonntag in Hannover bekannt gegeben.

Das Rüstzeug für diese Spitzenleistung hat Sven Köhler am Max-Steenbeck-Gymnasium bekommen. "In der Informatik-AG von Matthias König habe ich programmieren gelernt", erzählt er. Das seien zunächst viele Spielereien gewesen. Zum Abitur hat er eine Programm zur Handschrifterkennung geschrieben. "Dabei habe ich gelernt, extrem große Programme zu verwalten." Genau das hat ihm beim Studium geholfen. "Da ich die Grundlagen schon gut kannte, konnte ich mich im ersten Semester auch auf andere Sache konzentrieren und bin so ziemlich früh in Forschungsprojekte eingestiegen." So landete er bei Fiberio. Dort war Christian Holz für Konzept und Hardware zuständig, Sven Köhler für die Software. "Ich habe die Programme geschrieben, damit es in Echtzeit läuft", berichtet Köhler. Das Gerät weiß immer, wer gerade an ihm arbeitet. Die beiden HPI-Juniorforscher haben einen Prototypen gebaut, an dem zwei Personen gleichzeitig arbeiten können, die darüber hinaus unterschiedliche Befugnisse haben. Das könnte Anwendung in Banken oder Krankenhäusern finden. "Das neue iPhone wird zwar auch schon mit einem Fingerabdruck entsperrt. Das Problem ist aber, dass es dann offen für jede Person ist", sagt der Student. "Das Besondere an Fiberio ist, dass kein anderer ohne Zugangsberechtigung daran arbeiten kann." Bis das System aber fürs Handy funktioniert, sei es noch ein weiter Weg.

Nichtsdestotrotz ist das Interesse bereits im Vorfeld der Cebit in Hannover groß. Mehrere Unternehmen haben demnach angefragt, darunter auch Cross Match Technologies, der Marktführer für Fingerabdruckscanner. Wenn da nun das große Angebot aus der Wirtschaft kommt? "Ich interessiere mich wirklich sehr für die Forschungsarbeit", sagt der Forster. "Ich bin mit Brandenburg verbunden, habe aber keine Angst, in die Welt zu fahren. Es käme also auf das Angebot an." Weit hergeholt ist das nicht, schließlich arbeitet sein Forschungspartner Christian Holz mittlerweile in den Yahoo Labs in San Francisco.

Sven Köhler ist auf der Cebit in Hannover mit seinem Touch screen-Prototypen in der Halle 9 am Stand des Bundesforschungsministeriums zu finden. Er erklärt nicht nur, verspricht er: "Das kann jeder ausprobieren."

Ein Geheimnis des Touchscreens ist die Glasfaserplatte. Darauf sind Fingerabdrücke bei jedem Lichteinfall gut zu erkennen.
Ein Geheimnis des Touchscreens ist die Glasfaserplatte. Darauf sind Fingerabdrücke bei jedem Lichteinfall gut zu erkennen. FOTO: bmbf