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| 02:54 Uhr

Europaschau mit Rekord in Trebendorf

Sie engagieren sich für die Europaschau und freuen sich schon auf das Großereignis: Marina Kwasny, Horst Schumann, Gerhard Röhle und Ronald Steffek (v. l.).
Sie engagieren sich für die Europaschau und freuen sich schon auf das Großereignis: Marina Kwasny, Horst Schumann, Gerhard Röhle und Ronald Steffek (v. l.). FOTO: Ingolf Tschätsch/igt1
Schleife/Trebendorf. Am 22. und 23. November ist die Reinert-Ranch in Trebendorf wieder von Gackern, Gurren, Schnattern und Krähen erfüllt. Die Rassegeflügelzüchter aus Schleife laden dort zu ihrer traditionellen Ausstellung ein. Das Ereignis ist mit einem Hochkaräter verbunden: Dem Verein ist es erstmalig gelungen, die Europaschau für die Hühnerrassen Orpington und Zwerg-Orpington in die Region zu holen. Ingolf Tschätsch / igt1

Eine kleine abendliche Runde hat sich im Schleifer Werksweg bei Ronald Steffek, dem Vorsitzenden des ortsansässigen Rassegeflügelzuchtvereins, eingefunden. Es dreht sich alles um das Ereignis am 22. und 23. November - die große Hühner-Europaschau auf der Reinert-Ranch Trebendorf, die von den Schleifern ausgerichtet wird. Die Züchter wollen noch einige Details durchsprechen, die letzten Vorbereitungen für diesen Höhepunkt treffen.

"Für diese 4. Europaschau der Hühnerrassen Orpington und Zwerg-Orpington sind von 79 Ausstellern 814 Tiere gemeldet worden, 339 bei den großen Orpington und 475 bei den Zwergen", erklärt Roland Steffek. "Das ist schon jetzt Rekord. Damit haben wir das beste Ergebnis von der 1. Schau, bei der 761 Tiere gezeigt wurden, bereits überboten. Hinzu kommen noch einmal 160 Exemplare, die 21 unserer Mitglieder bei der Vereinsausstellung präsentieren", so Steffek. Summa summarum werden 100 Aussteller rund 1000 Stück gackerndes, gurrendes, schnatterndes und krähendes Federvieh einer breiten Öffentlichkeit vorstellen.

Ein Drittel der bei der Europaschau vertretenen Züchter kommt aus dem Ausland, was den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung unterstreicht. Laut Steffek sind es 13 Franzosen, sieben Dänen, vier Belgier und zwei Niederländer. Außerdem wird am Sonnabend eine Delegation von Orpington-Züchtern aus der Schweiz auf der Ranch erwartet, die sich von der Qualität der Tiere überzeugen wollen. Das wird auf jeden Fall das Interesse des Fachpublikums finden, ist sich die Runde sicher, und die 14 Preisrichter, davon vier aus Frankreich, vor eine schwierige Aufgabe stellen. "So sind bei den Orpingtons die verschiedensten Farbschläge vertreten. Darunter befinden sich auch solche, die nicht dem deutschen Standard entsprechen und demzufolge bei uns nicht zu sehen sind", so Steffek. Mit Spannung werden beispielsweise die schokoladenbraunen Orpington-Hühner des Dänen Willy Littau erwartet. Littau ist ein international anerkannter Experte, der im Vorstand der Sparte Hühner des Europäischen Dachverbandes der Rassegeflügelzüchter sitzt.

Ronald Steffek und sein Schwiegervater Gerhard Röhle - sie bilden eine Zuchtgemeinschaft - sind die beiden einzigen aus dem Verein und der Region, die bei der Europaschau ausstellen. 33 Tiere werden sie zeigen. Was rechnen sich die beiden Lokalmatadore aus? "Natürlich liebäugeln wir mit einem Preis. Aber das ist für mich nicht das Entscheidende. Ich werde am Sonntagabend froh und glücklich sein, wenn alles ohne Probleme reibungslos über die Bühne gegangen ist", sagt Ronald Steffek.

Die Schleifer haben, was die Rassegeflügelzucht insgesamt betrifft, einen guten Namen in der Republik. So sind aus ihren Reihen deutsche Meister hervorgegangen. Einer von ihnen ist der aus Döbern stammende Taubenzüchter Michael Sachse. "Im vorigen Jahr hat er bei einer Spenden- und Versteigerungsaktion in Leipzig zugunsten der Deutschen Kinderkrebsstiftung für seine Tiere einen Erlös von über 400 Euro erzielt und ihn für diesen guten Zweck zur Verfügung gestellt.

Das zeigt, dass wir nicht bloß Rassegeflügel halten, um uns am Fleisch zu erfreuen, wie manche meinen", meldet sich Horst Schumann aus der Runde zu Wort. Der 76-Jährige ist das einzige noch lebende Gründungsmitglied des 1953 aus der Taufe gehobenen Schleifer Vereins und weiß, wovon er spricht.

In den zurückliegenden Wochen gehörte er zu denen, die sich besonders für die Europa- und Vereinsschau ins Zeug gelegt haben. Schon acht Tage vor der Eröffnung wurden die Käfige und Volieren aufgebaut. Die Ausgestaltung, das Anbringen der Trink näpfe und der Käfignummern ist bis Mittwoch zu erledigen gewesen, denn am heutigen Donnerstag kommen die Tiere.

Fazit der abendlichen Gesprächsrunde: Steffek, Röhle, Schumann und Co. sind stolz, dass ihr Verein diese Europaschau ausrichten darf. Sie freuen sich auf das Fachsimpeln mit anderen Zuchtfreunden und auf zahlreiche interessierte Besucher.

Zum Thema:
Öffnungszeiten der Schau: Sonnabend von 9 bis 20 Uhr, Sonntag nur von 9 bis 12 Uhr, weil der am weitesten gereiste Teilnehmer, ein Franzose, über 2000 Kilometer Heimfahrt vor sich hat.Die auswärtigen Aussteller der Europaschau werden auf der Reinert-Ranch in Trebendorf, in der Pension "Regenbogen" und in der Gaststätte "Schlangenkrone" (beide Schleife) übernachten. Zum Rahmenprogramm, das ihnen geboten wird, gehören unter anderem Besuche im Glasmuseum in Weißwasser, beim Unternehmen Stölzle in der Großen Kreisstadt und auf dem Njepila-Hof in Rohne, um sorbische Sitten und Bräuche kennenzulernen. Dafür will sich auch der Schleifer Verein "kólesko" einbringen.