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| 18:57 Uhr

Zwölf Apostel
Es gewinnen der Park und zwei Kirchen

Der ökumenische Weg verbindet nun beide Kirchgemeinden. Pfarrerin Miriam Arndt und Pfarrer Michael Noack nutzen ihn gemeinsam.
Der ökumenische Weg verbindet nun beide Kirchgemeinden. Pfarrerin Miriam Arndt und Pfarrer Michael Noack nutzen ihn gemeinsam. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Ökumenischer Weg bietet ganz neue Blickachsen auf Gotteshäuser in Bad Muskau. Einweihung zum Gemeindefest. Von Regina Weiß

An Machbubas Grab blühen die Rosen in sattem Rot. Neben das gebrochene Herz auf dem steinernen Grabhügel hat jemand eine Stoffblüte gelegt. Auch die Gräber von Pücklers Freund Leopold Schefer und Pücklers Obergärtner Jacob Heinrich Rehder sind mit Blumen hergerichtet. Die letzten Ruhestätten auf dem alten Friedhof noch näher in Beziehung zum Muskauer Park zu bringen, war schon lange Wunsch der Stiftung. „Dass wir den Zaun immer offen halten, darauf hat schon Ekkehard Brucksch immer gedrängt“, erinnert Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park, an den Wunsch des ehemaligen Parkmeisters. Über den Gloriettenweg ist der Machbuba-Steg zu erreichen und von dort der Friedhof. Gerade nach der Neugestaltung des Machbuba-Grabes wuchs das Interesse der Besucher. Und diese haben nun die Möglichkeit auf dem neuen ökumenischen Weg von der evangelischen Jakobskirche zur katholischen Kirche zu schlendern. Für Cord Panning ist es ein schönes Projekt. Eine Einschätzung, die am Dienstag bei einem Pressegespräch vor Ort alle Beteiligten teilen. Pfarrerin Miriam Arndt erinnert sich, dass der Gemeindekirchenrat das Projekt positiv aufnahm, sich aber noch eine Bedenkzeit ausgebeten habe. Das Ergebnis überzeuge alle. „Dafür danke“, so die Pfarrerin. Michael Noack, Pfarrer der Katholischen Kirchgemeinde Weißwasser/Bad Muskau, freut sich, dass ganz andere Sichtbeziehungen auf Kirche und Pfarrhaus (ehemals katholische Schule) möglich sind. Vorher gab es einen trennenden Zaun,  Sträucher und Bäume bildeten eine teilweise blickdichte grüne Wand. Jetzt schwingt sich dort ein gelb gekiester Weg entlang, der nun von zwölf Lebensbäumen gesäumt wird.

 Cord Panning spricht flapsig von einer „Anschlussverwendung“. Zehn Thujas stammen aus der Kunstinstallation von Maria Loboda, die sie für die Ausstellung „Beyond the river – Künstlerinnen im Dialog mit dem Muskauer Park“ in militärischen Formationen auf das Schloss zugeführt hatte. Nun sollen die grünen Säulen zwischen den Kirchen anwachsen. Zwei weitere wurden dazu gekauft. Denn zwischenzeitlich war die Idee von den zwölf Aposteln geboren worden, die die beiden Kirchen verbinden. Die Mitarbeiter der Parkpflege und der Muskauer Schule/Rodig GmbH haben sich bei der Umsetzung der Arbeiten eingebracht. Für Bad Muskaus Bürgermeister Andreas Bänder (CDU) ist klar: „Es gibt nur Gewinner.“ Er erinnert an den Spruch, der am alten Rathaus stand: Einigkeit macht das Schwache stark. „Auch mit kleinen Schritten kann man die Stadt für Gäste attraktiver machen“, ist sich Bänder sicher.

Und der Weg wird angenommen: Egal, ob es Touristen auf Erkundungstour sind, Gottesdienstbesucher oder Muskauer.

Michael Noack würde es gut finden, wenn Infotafeln den Gästen Interessantes aus der Geschichte der Gebäude vermitteln. Außerdem soll auch einmal der Turm der katholischen Kirche wie das Nachbar-Gotteshaus beleuchtet werden. Der ökumenische Weg soll aber auch mit Leben erfüllt werden. Das passiert am 19. August. Dann soll es eine Aktion zu den zwölf Aposteln geben und der Pfad offiziell eingeweiht werden. Rahmen ist ein gemeinsames Gemeindefest beider Konfessionen.