ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:01 Uhr

Es bewahrt sein Geheimnis

Noch sind nicht alle Geheimnisse um das Kreuz gelüftet.
Noch sind nicht alle Geheimnisse um das Kreuz gelüftet. FOTO: Foto: privat
Kringelsdorf.. Warum das mitten im Dorf stehende Steinkreuz einst von den Vorfahren der heutigen Kringelsdorfer gesetzt wurde, ist bis in unsere Tage noch nicht vollständig erforscht und ergründet worden. (B. Donke)



Von dem Kringelsdorfer Ortschronisten und Heimatforscher Gerhard Lehmann geht zwar die Aussage über die Bedeutung des Steinkreuzes dahin, dass es während der Bauernunruhen 1524/25 wegen einer begangenen Straftat zur Sühne derselben als Sühnekreuz aufgestellt wurde. Doch alle bisher erbrachten Nachforschungsergebnisse, ob nun von Hobby- oder Berufschronisten, können diese Angaben und Vermutungen nicht mit Bestimmtheit bestätigen und belegen.
Dabei gibt es vor allem zu bedenken, dass Straftaten wie Totschlag, Mord und Raub zwischen den Tätern und ihren Opfern bzw. Opferfamilien direkt in einen Sühnevergleich verhandelt wurden. Nach dem Sühnevergleich und der Wiedergutmachung durch den Täter oder die Täter, wurde noch verlangt, ein Steinkreuz oder einen Kreuzstein an der Tatortstelle zu errichten.
Im Fall des Kringelsdorfer Steinkreuzes kann man aber auch dem Denkmalsbeauftragten des Landratsamtes Kamenz folgen, der das Kringelsdorfer Steinkreuz 1997 in das Verzeichnis der Bildstöcke des katholisch-sorbischen Gebiets der Oberlausitz einordnete. Er beruft sich dabei auf die Tatsache, dass das Steinkreuz eine Bildnische für eine Heiligenfigur aufweist, die eindeutig auch katholisch ist. Des Weiteren weisen ein Schwert mit Parierstange, Kugelknauf und die Andeutung eines Korbes durch einen Bogen über der Parierstange darauf hin.
Geschichtlich kann man das Steinkreuz somit in die Zeit um 1540 legen, als in der Muskauer Standesherrschaft, und dazu gehörte damals Kringelsdorf, die Reformation Einzug hielt, und die Lehren Luthers die hier wohnenden Menschen erfasste. Was sicher nicht immer ganz reibungslos verlief. So soll es alten Schriften zufolge in Kringelsdorf 1525 im Zuge der Reformationseinführung zum Tod von zwei Brüdern gekommen sein. Ob aus diesem Anlass das Steinkreuz gesetzt wurde, ist aber wiederum nicht belegt. Unbekannt sind auch die Umstände, die zum Tod der Brüder führten. Belegt aber ist, dass es während der Bauernunruhen auch zu Unruhen und Aufständen der Reichwalder Untertanen gegenüber ihrer Herrschaft kam. Doch soll es dabei nicht zu Toten oder Verletzten gekommen sein. Es ging also bei diesen Unruhen ohne Blutvergießen ab . Berichte über blutigere Auseinandersetzungen bei einem Angriff auf Boxberg durch den fränkischen Reichsritter und Bauernführer im Bauernkrieg 1524/25, Florian Geyer (1490 bis 1525), auf die hier stationierten Truppen des Markgrafen Kasimir von Brandenburg und einem Treffen zwischen diesen beziehen sich aber auf den süddeutschen Raum. Hier ist das im heutigen Baden-Württemberg liegende Boxberg und Rothenburg ob der Tauber (Bayern) gemeint. So lange also noch keine verlässlichen Quellen eine Aussage über das Kringelsdorfer Steinkreuz machen können, wird es sein Geheimnis hüten und bewahren.