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Weißwasser
Erster WSW-Rückkehrertag

Mit dieser Postkarte werben die Veranstalter für den Rückkehrertag.
Mit dieser Postkarte werben die Veranstalter für den Rückkehrertag. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Weißwasser. Am 28. Dezember buhlen Firmen um Fachkräfte. Treffpunkt ist die Stadtbibliothek. Von Gabi Nitsche

In anderen Städten hat er sich bereits bewährt. Jetzt startet auch Weißwasser seinen ersten Rückkehrertag.

Seit Wochen wird dafür die Werbetrommel auf allen Kanälen gerührt. Wann, wenn nicht jetzt, wo viele ehemalige Weißwasseraner ihre Familien besuchen, ist ein günstigerer Zeitpunkt für eine Charme-Offensive? „Ansonsten kommen wir doch schlecht an die Personen heran“, weiß Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak. Deshalb wurde der 28. Dezember als Termin ausgesucht.

Die Macher vom Projekt „Perspektive(n) Weißwasser“ wie Anett Felgenhauer und Christine Lehmann haben ihre Anstrengungen mit  Thorsten Rennhak dafür gebündelt.  „Auch wenn es oftmals belächelt wird, aber es ist Tatsache, dass in der nahen Zukunft infolge des Generationswechsels viele Stellen frei werden. Fachleute werden in den unterschiedlichsten Branchen gebraucht. Und wenn dann noch der chinesische Automobilhersteller kommt, was wir ja alle hoffen, dann braucht auch dieser Arbeitskräfte“, blickt Rennhak optimistisch in die Zukunft. Es sei längst nicht mehr so, dass hier nur Billigjobs zu haben seien, sagt er. Außerdem: Man müsse auch die weichen Faktoren berücksichtigen. Zum Beispiel, wenn es um die Kosten für einen Krippen- oder Kita-Platz geht, wie die Mieten für Wohnungen bemessen sind und vieles mehr. Rennhak ist überzeugt davon, dass man hier in der Region bedeutend günstiger wohnen kann.

All das soll am Donnerstag „zwischen den Jahren“ Berücksichtigung finden. „Wir sind darauf vorbereitet, auch zu diesen Themen Auskunft zu geben“, so Anett Felgenhauer. Deshalb wurden viele Bemühungen angestellt, um gebündelte Perspektiven zum Arbeiten, Wohnen und Leben in Weißwasser aufzuzeigen.

Ortsansässige und -nahe Unternehmen stellen sich und ihre offenen Stellen vor. So zum Beispiel das Kreiskrankenhaus Weißwasser als einer der größten Arbeitgeber in der Region. Fensterbau Holtzheuer hofft auf Interessenten genau wie Kreisel, Familienunternehmen Kunze, Ihr Friseur, Hilzinger, Stölzle, SKM, Weier Bau und Leag. Auch der LR Medienverlag ist vertreten, um nur einige aufzuzählen. „Uns ist wichtig, dass eben nicht nur eine Branche vertreten ist“, sagt Thorsten Rennhak. Dass auch Jobcenter und Arbeitsagentur sozusagen gleich vor Ort nützliche Tipps für die Arbeitssuche geben, sei sicherlich von Vorteil. Den Part, Informationen über Kinderbetreuungsmöglichkeiten, Schulen und so weiter vorzuhalten, haben Ansprechpartner der Stadtverwaltung inne. „Sollte es Bauwillige geben, können wir am Rückkehrertag Auskunft zu einigen freien Baugrundstücken geben“, sagt Rennhak. Und wer sich für eine Wohnung interessiert, findet aussagekräftige Mitarbeiter von der Wohnungsbaugesellschaft und auch Wohnungsbaugenossenschaft vor Ort.

Die Industrie- und Handelskammer ist gerüstet für Fragen, die sich auf Unternehmensnachfolge und Existenzgründungen richten. Gerade, was die Nachfolgen in kleinen und mittelständischen Firmen angeht, würden sich die Eigentümer leider oft erst spät oder gar nicht outen, weiß Thorsten Rennhak.

Abgerundet wird der Rückkehrertag mit dem Aufzeigen von Angeboten im Weißwasseraner Vereinsleben und im Freizeitbereich. Denn, so Anett Felgenhauer: „Möglichkeiten, sich in der Heimat zu engagieren, gibt es viele.“  Genauso Angebote, die Weißwasser lebenswert machen. Diese Palette präsentiert das Projektteam von „Perspektive(n) Weißwasser“.

Treffpunkt für mögliche Rückkehrer und  andere Interessierte ist am Donnerstag, 28. Dezember, von 14 bis 18 Uhr die Stadtbibliothek. „Wir möchten dann dort so etwas wie Wohnzimmer-Atmosphäre schaffen samt Spielecke für die Jüngsten“, sagt Thorsten Rennhak.