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Erste Sparkasse schließt Filialen wegen Bankomatensprengern

Unbekannte sprengen Geldautomaten und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung, die sich durch ganz Brandenburg zieht. Nun gibt es erste Erfolge der Ermittlergruppe. Sie vermutet ganze Tätergruppierungen hinter den Anschlägen.
Unbekannte sprengen Geldautomaten und hinterlassen eine Schneise der Verwüstung, die sich durch ganz Brandenburg zieht. Nun gibt es erste Erfolge der Ermittlergruppe. Sie vermutet ganze Tätergruppierungen hinter den Anschlägen. FOTO: Mirko Sattler
Update | Görlitz/Schleife. Aufgrund der anhaltenden Serie von Bankomatensprengungen in der Lausitz zieht jetzt die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien Konsequenzen. Geldautomaten sollen nachts nicht mehr zugänglich sein – zum Schutz der Anwohner. Brandenburger Filialen reagieren derweil noch verhalten. Bodo Baumert und Rüdiger Hofmann

Immer wieder haben die Bankomatenbanden in den vergangenen Monaten in der Lausitz zugeschlagen. Immer nach der gleichen Methode: Automat aufhebeln, Gas einfüllen, sprengen. Dabei haben die Täter zum Teil erheblichen Schaden an den Gebäuden hinterlassen, in denen die Automaten standen.

Einige Banken haben bereits ihre Automaten technisch aufgerüstet. Einen anderen Weg geht jetzt die Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien. "Um den Schutz und die Sicherheit für die Kunden und die Mieter in den Wohnungen über den Geschäftsräumen weiterhin zu gewährleisten, werden die Selbstbedienungsbereiche der Sparkassen-Filialen in Bernstadt, Ostritz, Olbersdorf, Görlitz Königshufen, Rothenburg und Schleife ab dem 27. Juni bis auf weiteres über Nacht geschlossen", teilt Sprecherin Kirsten Müller mit. Die Nachtsicherung soll täglich zwischen 22 Uhr und 6 Uhr erfolgen.

Diese Neubewertung der Sicherheitslage erfolgte vor dem Eindruck des jüngsten Falles aus Ostsachsen. Am Freitag hatten Einbrecher in Bernsdorf im Vorraum einer Bank-Filiale an der Rathausallee einen Geldautomaten gesprengt. Ein Anwohner war vom Knall der Detonation wach geworden und informierte die Polizei. Die Täter flüchteten mit einem dunklen Fahrzeug. Eine Streife des Polizeireviers Hoyerswerda verfolgte das Auto auf der B 96 zwischen Lauta und Nardt. Als die Beamten versuchten, das Auto zu stoppen, warfen die Unbekannten Krähenfüße auf die Straße, wodurch die Reifen des Polizeiwagens beschädigt wurden. Die Täter konnten flüchten.

Die Filiale in Hoyerswerda hingegen, die zur Ostsächsischen Sparkasse Dresden zählt, wird aktuell keine Veränderungen vornehmen. "Unsere Öffnungszeiten bleiben wie gehabt", sagt Unternehmenssprecher Andreas Rieger.

Zurückhaltend reagieren die Bankfilialen derweil noch in Brandenburg. "Nach den jüngsten Vorfällen wird es keine Veränderungen unserer Öffnungszeiten geben", sagt Jürgen Riecke, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Elbe-Elster. Das bestätigt auch die Sparkasse Niederlausitz. "Unsere Automaten bleiben tagsüber und auch nachts zu den gewohnten Zeiten zugänglich", sagt Pressesprecherin Eva Elmer. Zu den technischen Änderungen an den Automaten, die in den vergangenen Monaten durchgeführt wurden, wollen sich die Banken aus Sicherheitsgründen nicht äußern. "Es ist eh schon schlimm genug, dass die Sprengungen in dieser Häufigkeit passieren. Wir wollen das Thema aber nicht noch zusätzlich aufbauschen", so Elmer.

Auch Cottbus und Spree-Neiße bleiben zurückhaltend. "Die Sparkasse Spree-Neiße bietet ihren Kunden mit 43 Geschäftsstellen sowie dem dichtesten Selbstbedienungsnetz mit 53 Geldausgabeautomaten und 61 Kontoauszugdruckern die höchste Präsenz in der Region. Daran wird sich nichts ändern. Die Geldausgabeautomaten und Kontoauszugdrucker in den SB-Bereichen stehen auch zukünftig rund um die Uhr zur Verfügung", sagt Pressesprecherin Anja Schroschk.

Die Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam hat bei einer unbemannten Selbstbedienungsfiliale in Trebbin (Landkreis Teltow-Fläming) ähnliche Konsequenzen wie die der sächsischen Kollegen gezogen. "Nachdem die Filiale im vergangenen Jahr gleich zweimal gesprengt wurde, haben wir sie geschlossen", sagt Pressesprecher Robert Heiduck. Das sei allerdings bedauerlich für die Kunden, da der Service wegbleibe. Über Schließungen weiterer Sparkassen oder vergleichbare Entscheidungen hätte man im Detail noch nicht nachgedacht.

Generell sei die Erfolgsquote der Bankomatensprenger nicht besonders hoch. "Die meisten Diebstahlversuche scheitern in der Regel, aber Verwüstungen gibt es leider immer", sagt Heiduck.