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| 14:14 Uhr

Landwirtschaft
Erste Mohn-Ernte der Neuzeit bei Wartha

 Von den ersten drei Hektar Acker ist der Wintermohn im Biosphärenresérvat Oberlausitzer Teichlandschaft jetzt mit dem Mähdrescher geerntet.
Von den ersten drei Hektar Acker ist der Wintermohn im Biosphärenresérvat Oberlausitzer Teichlandschaft jetzt mit dem Mähdrescher geerntet. FOTO: Bodo Hering
Wartha. Mit den ersten 1,5 Tonnen Wintermohn der Sorte Zeno scheint der Versuch des Wiederanbaus in der Oberlausitz geglückt. Von Kathleen Weser

Die erste Mohnernte im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist augenscheinlich ein Erfolg. Das heimische Bäckerhandwerk ist wild auf den Mohn.

Der Mähdrescher zieht auf dem Modellacker „Dubina“ bei Wartha eine Staubwolke hinter sich her. „Ideales Erntewetter für den Wintermohn“, sagt Philipp Schlachte von der Agrargenossenschaft „Heidefarm“ Sdier Denn das kräftig leuchtende Lila des Mohnfeldes hat sich längst in ein helles Beige gewandelt. Auf drei Hektar Ackerfläche entlang des Naturerlebnispfades „Guttauer Teiche und Olbasee“ hat die Biosphärenreservatsverwaltung gemeinsam mit der Agrargenossenschaft „Heidefarm“ Sdier erstmals Backmohn angebaut, ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Region.

Schon früher wurde in der Oberlausitz Mohn angebaut. „Nun soll getestet werden, ob die Fruchtart auch unter den jetzigen marktwirtschaftlichen und klimatischen Bedingungen eine Chance hat“, erklärt Eva Lehmann, Mitarbeiterin der Biosphärenreservatsverwaltung.

 Der Mohn wird jetzt in der Versuchsstation Pommritz des Sachsischen Landesamtes für Umwel, Landwirtschaft und Geologie getrocknet und geprüft. Heimische Bäcker sollen den Mohn verarbeiten.
Der Mohn wird jetzt in der Versuchsstation Pommritz des Sachsischen Landesamtes für Umwel, Landwirtschaft und Geologie getrocknet und geprüft. Heimische Bäcker sollen den Mohn verarbeiten. FOTO: Bodo Hering

Die Innungsbäckereien der Kreishandwerkerschaft Bautzen jedenfalls will Mohn aus der Oberlausitz haben. Bereits in der Vergangenheit wurden Wünsche berücksichtigt: Der Anbau von alten Sorten und Fruchtarten wird für das heimische Lebensmittel-Handwerk auf Ackerflächen im Biosphärenreservat getestet. „So möchten wir Nischen für Landwirtschaftsbetriebe und Verarbeiter aufzeigen, denn eine regionale Vielfalt auf dem Acker bringt auch eine Vielfalt auf den Teller“, sagt Eva Lehmann.

Für den ersten Aufschlag sind die Ernteergebnisse von rund 1,5 Tonnen für alle Beteiligten zufriedenstellend. Das Erntegut kommt nun in Kisten direkt vom Feld in die Versuchsstation Pommritz des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Denn hier soll es für die Reinigung in der Rätze-Mühle Spittwitz getrocknet werden. „Nach der Reinigung wird der Oberlausitzer Backmohn von unseren Projekt-Bäckereien zu regionalen Spezialitäten verarbeitet“, erläutert Eva Lehmann. „Wir können uns also schon jetzt auf den Oberlausitzer Mohnkuchen, Mohnbrötchen, Mohnstollen und Mohnöl freuen.“

Ende September soll auf dem Modellacker „Dubina“ erneut ein Ackerschlag von rund drei Hektar mit der lila blühendenden Wintermohnsorte „Zeno Morphex“ bestellt werden. Und während des Blühzeitraums werde das Feld auch für zahlreiche Insekten „einen idealer Lebensraum sein“, sagt Lehmann.

 Der Wintermohn der Sorte Zeno ist augenscheinlich von guter Qualität. .
Der Wintermohn der Sorte Zeno ist augenscheinlich von guter Qualität. . FOTO: Bodo Hering