Die Polizei in Görlitz ist fündig geworden – und zwar im Knast. Ein Zeuge hat den Ermittlern im Fall zweier Angriffe auf Geldautomaten offenbar den entscheidenden Hinweis gegeben. Dieser führte zu einem 34-jährigen Görlitzer, der bereits wegen anderer Straftaten seit einigen Wochen in Untersuchungshaft sitzt.

Der 34-Jährige soll im Dezember dem Geldautomaten des Jobcenters Lunitz 10 in Görlitz attackiert haben. Am 21. Dezember hatten Unbekannte diesen gesprengt und „eine höhere Summe Bargeld“ erbeutet, so die Polizei damals. Ein weiterer Aufbruch des gleichen Gerätes am 21. Oktober 2018 konnte dem verdächtigen im Zuge der Ermittlungen offenbar ebenfalls nachgewiesen werden.

Polizeiaktion zum Görlitzer Geldautomatensprenger

Den entscheidenden Hinweis erhielten die Polizisten nach einer bisher einmaligen Aktion. Sie hatten mit einem Fahndungsplakat in Deutschland und Polen nach möglichen Tätern gesucht und zusätzlich eine Belohnung für Hinweise ausgelobt.

Warum dieser neue Weg gewählt wurde, erläuterte Anja Leuschner, Pressesprecherin der Polizeidirektion Görlitz, gegenüber der RUNDSCHAU.

„Wir gehen nach derzeitigem Stand von regionalen Tätern beidseits der Neiße aus“, sagte sie Anfang März. „Der modus operandi unterscheidet sich zu vergleichbaren Fällen in der Region.“

Die Staatsanwaltschaft Görlitz wird sich nun mit den Fällen befassen.