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| 18:54 Uhr

Tourismus
Erlebniswelt weiter auf Erfolgskurs

Blick aus dem Ruheraum ins Saunadorf der Erlebniswelt. Links soll 2018/2019 das neue Ruhehaus entstehen.
Blick aus dem Ruheraum ins Saunadorf der Erlebniswelt. Links soll 2018/2019 das neue Ruhehaus entstehen. FOTO: LRGabi Nitsche / LR
Krauschwitz. 82 402 Besucher erleben 2017 Saunadorf, Bad und Wellnessoase in Krauschwitz.

 Jörg Funda, Geschäftsführer der Erlebniswelt Krauschwitz, sitzt in seinem Mini-Büro am Computer und blickt auf eine Grafik. Deren Kurve zeigt wie mit dem Lineal gezogen nach oben – es sind Besucherzahlen seit 2009. Funda freut sich. „2016 war ein richtig gutes Jahr. Das allererste Mal hatten wir die 80 000er-Marke geknackt und uns gefragt, ob wir diese Gästezahl überhaupt halten können. Wir waren uns sicher, wenn das gelingt, dann können wir aber froh sein.“ Und dann deutete sich Mitte letzten Jahres an, es könnte ähnlich erfolgreich werden. „Und ob. Es ist richtig geil: 82 402 Besucher verbrachten bei uns einen Teil ihrer Freizeit“, berichtet Jörg Funda. Die tragende Säule sei die Sauna mit der Sole. Funda spricht von etwa 24 000 Besuchern allein dort.

Die Stammbesucher kämen aus dem 30-Kilometer-Radius und seien auch öfter zu Gast. Viele Besucher haben ihr Zuhause jenseits der Neiße, aber ebenso in brandenburgischen Randgebieten zu Sachsen.

 Jede Woche werden die Gästezahlen ausgewertet und das nach den unterschiedlichsten Kriterien. Funda nennt Beispiele wie Ferien, Feiertage, Witterung, Kursbelegung und so weiter. So sei es möglich, auf bestimmte Entwicklungen zu reagieren. Wobei bei Funda und Team nicht das Reagieren im Vordergrund steht, sagt er, sondern das Agieren. Um Gäste zu begeistern, müsse man sich immer mal wieder etwas Neues einfallen lassen. Genauso, wenn es um Auslastung geht. Dafür braucht es auch zuverlässige Partner.

„Wir bieten längst nicht mehr nur allein Kurse an, sondern stellen unsere Wasserfläche, unsere Infrastruktur anderen zur Verfügung.“ Funda berichtet von einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Krauschwitzer Physiotherapie Anja Platzk und auch Timm aus Weißkeißel oder aus dem Kulturhotel Bad Muskau. Anja Platzk führt für ihre Patienten vier Kurse pro Woche durch und das das gesamte Jahr über. Weitere wichtige Partner nennt der Chef mit der Volkshochschule Dreiländereck und dem Kiez in Weißwasser. „Wir allein können die Breite der Anwendungen  nicht abdecken, deswegen ist das doch eine gute Sache.“

„ Die verschiedensten Aqua-Fitness-, Schwimmkurse und den Kurs Aqua-Babys realisiert unser Team selbst. Wir haben immer nach Wegen gesucht, den gestiegenen Nachfragen nach Bewegung im Wasser nachzukommen. Und wenn man gemeinsam einen Weg findet, ist das doch gut“, ist Funda überzeugt.

Rund 15 Jahre leitet der Rohner nun schon die Erlebniswelt. Er übernahm die Einrichtung damals, nachdem diese schon kurz nach der Neueröffnung total in Schieflage geraten war. Funda erinnert sich: „Da ging es vor allem darum, die organisatorische Struktur mit Hinblick auf die Kosten hinzubekommen. Schritt für Schritt haben wir die Attraktivität erhöht, indem wir die verschiedensten Kurse Aquafitness anboten. Den ersten großen Pflock haben wir mit dem Saunadorf gesetzt und damit die Erlebniswelt ausgerichtet. Das haben wir auch an den Besucherzahlen gemerkt. Denn nach 2009 mit 67 800 ging es nur noch aufwärts.“ Klar, dass sich das Team entsprechend weiterentwickelte und sich „drehte“. Der Blick sei all die Jahre nach vorn gerichtet gewesen. Die vierte größere Veränderung waren dann das Solebad und das Gradierwerk. Und das liegt auch schon wieder knapp vier Jahre her.

Mit jeder neuen Errungenschaft steigt die Verweildauer der Gäste. Jörg Funda bemüht die Statistik und spricht von mittlerweile über drei Stunden in der Sauna und mehr als 2,5 Stunden im Bad. „Es ist ein Phänomen: Die Einwohnerzahlen in der Region sinken ja immer noch, aber wir bewegen uns gegen den Trend.“

Da das Team nicht aufhört, innovativ zu sein, ist Anfang Dezember eine Kelo-Salzsauna (70 Grad Celsius) dazugekommen. „Unser Hausmeister Michel Wisotzki hat diese allein gebaut – aus echt finischer Kiefer und Salzsteinen aus Pakistan. Die Saunagäste sind begeistert.“

Weiter geht’s: Der Chef hat dem Technischen Ausschuss der Gemeinde Krauschwitz – sie ist Eigentümerin der Erlebniswelt – die aktuelle Idee vorgestellt: ein Ruhehaus für das Saunadorf. „Es ist ratsam, den jetzigen Ruhebereich aufzuwerten und ihn vom Gastroareal dort zu trennen. Das Vorhaben wollen wir unabhängig vom Gemeindehaushalt realisieren nach dem Beispiel der Sauna. Die haben wir auch selbst gestemmt und sind mit der Finanzierung im August durch“, berichtet Funda. „Es gibt auch ernsthafte Diskussionen im Aufsichtsrat, über eigene Übernachtungskapazitäten nachzudenken. Dazu wollen wir mal einen Workshop mache.“

Das Gesamtpaket mit Sauna, Solebäder, Bad und im Sommer den Außenbereich stimmt. Den Gästen gefällt’s. Wobei sich Funda gut vorstellen kann, sagt er, im Sommer einen separaten Zugang über ein Drehkreuz ähnlich wie am Gradierwerk für den Außenbereich anzubieten. Ohne großen Aufwand fürs Team.

Apropos Team. Das sei ihm ganz wichtig, auch außerhalb der Arbeitszeit unternehmen die 27 „Nasen“ gemeinsam so manches. „Professionalität braucht eine kollegiale Basis“, so Fundas Anspruch.

Geschäftsführer Jörg Funda zeigt stolz auf die Besucherstatistik - unverkennbar zeigt der Verlauf nach oben.
Geschäftsführer Jörg Funda zeigt stolz auf die Besucherstatistik - unverkennbar zeigt der Verlauf nach oben. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Die neue Kelo-Salzsauna in der Erlebniswelt Krauschwitz können Besucher seit Dezember nutzen. Bisher gab es viel Lob laut Chef Jörg Funda.
Die neue Kelo-Salzsauna in der Erlebniswelt Krauschwitz können Besucher seit Dezember nutzen. Bisher gab es viel Lob laut Chef Jörg Funda. FOTO: Gabi Nitsche / LR
Im Ruhebereich der Sauna hat dieses Mini-Gradierwerk seinen Platz gefunden. Die Besucher finden das super.
Im Ruhebereich der Sauna hat dieses Mini-Gradierwerk seinen Platz gefunden. Die Besucher finden das super. FOTO: Gabi Nitsche / LR