Vor genau 150 Jahren wurde das Muskauer Gradierwerk an der Bahnhofstraße nach Stilllegung des Alaunbergwerkes abgerissen. Wenige Kilometer weiter nimmt Krauschwitz die Tradition wieder auf und schuf ein neues Gradierwerk. Doch dieses dient nicht industriellen Zwecken, sondern einzig und allein der Gesundhaltung. Die solehaltige Luft, die hier ausströmt, tue den Atemwegen und der Haut gut, so Jörg Funda am Sonntagvormittag zu den 160 Gästen. Sie wollten unbedingt einen Blick in das Gebäude werfen. So wie Wolfgang Haenisch aus Weißwasser versprachen einige, künftig regelmäßig das Gradierwerk aufzusuchen, um Erkältungen vorzubeugen oder zu lindern. "Das ist richtig angenehm", urteilte Helga Mätschke aus Bad Muskau nach einer halben Stunde Soleluft atmen. Diese hat eine Konzentration von sieben bis elf Prozent. "Die Sole, die wir derzeit noch aus Bad Salzuflen beziehen und später von Bad Muskau, hat einen Gehalt von 25 Prozent. Wir verdünnen sie", erklärt Funda. Die Sole wird mittels Pumpe aus einer Betonwanne - dort plätschern 4000 Liter - oberhalb der Reisigwände in eine hölzerne Wanne befördert. Von dort geht's über Kerben wieder abwärts, das kostbare Nass wird über doe Schwarzdornreisig-Wände verrieselt. "Deren Fläche ist 80 Quadratmeter groß, und wir mussten den Schwarzdorn aus Russland beziehen, weil er in Deutschland nicht angebaut wird." 16 000 Euro habe das gekostet. Das Gesamtvorhaben sei mit 80 Prozent Infrastrukturmittel gefördert worden. Den Rest schoss die Gemeinde vor, die Erlebniswelt zahlt es über die Pacht zurück, so der Bad-Chef. "1000 Gäste würden wir uns im Jahr wünschen", sagt dieser. Gäste, die über ein Drehkreuz im hinteren Bereich und für nur einen Euro die neue Errungenschaft nutzen können. Wie Funda sagt, ist für die Saungänger der Besuch des Gradierwerkes im Preis enthalten. 25 Plätze hat dieses. Funda vermutet, es sei das kleinste seiner Art in Deutschland.

Einer der ersten am Sonntag, den Bürgermeister Rüdiger Mönch und Jörg Funda begrüßten, war SPD-Bundestagsabgeordneter Thomas Jurk.