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Entwurzelte Bäume, kein Strom

Der Sturm "warf" die Weide in der August-Bebel-Straße in Weißwasser in eine Freileitung.
Der Sturm "warf" die Weide in der August-Bebel-Straße in Weißwasser in eine Freileitung. FOTO: jor1
Weißwasser. Sturmtief Xavier hat auch die Region Weißwasser tüchtig durchgeschüttelt. Feuerwehren waren gefordert, tausende Haushalte ohne Strom. Gabi Nitsche

Noch am Freitagmittag stehen im Landkreis Görlitz knapp 1200 Kunden von Mitnetz ohne Strom da, wie das Unternehmen auf Nachfrage bestätigt. Davon betroffen sind auch Teile von Krauschwitz. Seit Donnerstagnachmittag bedeutet das für die Menschen starke Einschränkungen - kein Licht, kein warmes Wasser, keine Telefonverbindungen … Die Nerven liegen blank, vor allem, wenn Kleinkinder zu versorgen sind. Im Laufe des Tages sollte der Strom wieder zur Verfügung stehen, hatte Mitnetz gegenüber der RUNDSCHAU angekündigt. Umgestürzte Bäume, wie im Fall der 20-kV-Leitung am Umspannwerk in Krauschwitz, und aufgeweichte Böden würden den Zugang zu den Leitungstrassen und damit die Störungsbeseitigung erschweren. Rund 250 Mitarbeiter seien in Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Rahmenvertragsfirmen im Einsatz, um die Schäden zu reparieren, so ein Unternehmenssprecher Freitagmittag. Insgesamt waren seit Donnerstagabend vorübergehend rund 4100 Haushalte im Landkreis Görlitz betroffen, die von Mitnetz versorgt werden.

Dass Xavier so heftig wüten würden, hatten viele in der Region nicht angenommen. "Da übertreiben die Wetterfrösche aber wieder einmal maßlos", dachte noch so mancher am zeitigen Donnerstagnachmittag angesichts des wenigen Windes. Auch Ingelore Zech aus Gablenz gehört dazu, wie sie gesteht. "Doch plötzlich machte der Sturm los, als hätte einer den Schalter umgelegt", so die Mitarbeiterin in der Gemeindeverwaltung Gablenz. Sie sei dankbar, dass niemand in der waldreichen Gemeinde, zum Beispiel in der Bungalowsiedlung in Kromlau, von umstürzenden Bäumen verletzt oder Gebäude beschädigt wurden, sagte sie gestern. Denn Xavier hatte einige starke Bäume zum Fallen gebracht - ob auf der Puschina in Gablenz oder in der Allee zum Ortsteil Kromlau und im Park. Zwischendurch war Donnerstagabend kein Durchkommen auf der Straße. Die Kameraden der Feuerwehren kamen kaum zum Luftholen. Das bestätigt Gerd Preußing. Und dabei hat der Wehrleiter von Weißwasser den gesamten Kreisnorden im Blick als amtierender stellvertretender Kreisbrandmeister. "In all unseren Orten hier waren die Kameraden im selbstlosen Einsatz und haben einen super Job gemacht, dafür gebührt ihnen ein großes Dankeschön." Bis spät in die Nacht dauerten die Einsätze. In Weißwasser allein waren es bis gegen 23 Uhr 17.

Zwischen Weißwasser und Halbendorf waren riesige Bäume auf die Straße gekracht genauso wie zwischen Halbendorf und Kromlau. Egal wo, die Säge wurde Donnerstag sofort angesetzt und alles beiseite geräumt.

Eine Vollsperrung machte sich auch auf der B 156 zwischen Weißwasser und Krauschwitz notwendig. Auch hier war ein Baum umgestürzt. Freitag früh gegen 2.30 Uhr wurden in Halbendorf Freileitungen am Klein Dübener Weg zerrissen.

Betroffen davon war eine Milchviehanlage. Eine Spezialfirma kümmert sich um die Reparatur. Polizisten sperrten gestern früh die Straße ab, weil eine stark angeschlagene Pappel zu gefährlich für Autofahrer war. "Heute bei Licht gesehen kommt noch vieles zum Vorschein, was im Dunkeln nicht zu sehen war", so Gerd Preußing. Seine Floriansjünger waren dann gestern erneut mit Drehleiter und Säge im Einsatz. Das große Aufräumen wird wohl noch einige Tage dauern.

Die Großbäume in Kromlau wurden nicht nur kräftig durchgeschüttelt, sondern teilweise entwurzelt oder ihnen wurden starke Äste entrissen, wie bei dieser Kastanie nahe des Kavaliershauses.
Die Großbäume in Kromlau wurden nicht nur kräftig durchgeschüttelt, sondern teilweise entwurzelt oder ihnen wurden starke Äste entrissen, wie bei dieser Kastanie nahe des Kavaliershauses. FOTO: ni
Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren waren stark gefordert, wie hier auf der S 126 bei Halbendorf.
Die Kameraden der freiwilligen Feuerwehren waren stark gefordert, wie hier auf der S 126 bei Halbendorf. FOTO: Feuerwehr Halbendorf