Bereits zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten hat der Gemeinderat in Rietschen über die Kalkulation der Trinkwasserpreise des Wasserzweckverbandes „Schöpsaue“ beraten. Die gute Nachricht vorweg: Die Preise bleiben, wie sie sind. Dennoch hat es offenbar erheblichen Redebedarf gegeben. Das zeigt nicht nur der Umstand, dass das Thema bereits zwei Mal, also Anfang und Ende September, wieder von der Tagesordnung genommen werden musste. Das sei auch gut so gewesen, wie Kämmerin Sigune Hilke unterstreicht. Denn Rechenfehler können sich in einem solchen Zahlenwerk schnell als große Summe ansammeln.

Etwas kompiliziert

Außerdem nämlich ist die Geschichte etwas kompliziert: Die Kalkulation der Trinkwasserpreise muss eigentlich alle fünf Jahre vorgenommen werden. In Rietschen sind aber bislang neun Jahre ins Land gegangen. Nun braucht es wieder eine neue Satzung. Und das aus zweierlei Gründen: Weil, wie Bürgermeister Ralf Brehmer (parteilos) erklärt, zum 1. Januar neue Zähler in die Haushalte eingebaut werden. Und, darauf hebt Kämmerin Sigune Hilke schon Anfang September ab, „der Gemeinderat sich einst für einen politischen, nicht für einen betriebswirtschaftlichen Wasserpreis entschieden hat.“

Eine Überprüfung des damals festgelegten Preises sei zwar erfolgt, habe mit der Einführung der Doppik in der Haushaltführung des Wasserzweckverband „Schöpsaue“ neue Erkenntnisse gebracht. Nämlich, dass es zu einer Unterdeckung der Preise für den Zeitraum 2011 bis 2015 gekommen war. Diese müsse nun, so die Kämmerin, durch die Jahre 2016 bis 2019 ausgeglichen werden. Für diesen Zeitraum aber hat es gar keine neue Kalkulation gegeben.

Punktlandung

Dennoch kann die Kämmerin von einer Punktlandung sprechen. In der Gesamtbilanz ist von einer Uterdeckung von rund 4000 Euro die Rede. Dennoch bleibt es bei den seit neun Jahren geltenden Preisen von 1,45 Euro für den Kubikmeter Wasser und 10,50 Euro für den kleinsten Zähler. Eine Umstellung der Gebührensätze hätte einen zu hohen Verwaltungsaufwand bedeutet.