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| 03:14 Uhr

Entdeckungen auf sieben Parkrouten für Touristen

Der Schlosspark in Uhyst bietet romantische Plätzchen. Für Touristen ist es sicherlich noch ein Geheimtipp.
Der Schlosspark in Uhyst bietet romantische Plätzchen. Für Touristen ist es sicherlich noch ein Geheimtipp. FOTO: Regina Weiß
Bad Muskau. Am Tourismuskonzept für den "Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße" wird fleißig gearbeitet. Großes Ziel der deutschen und polnischen Projektpartner ist es, wertvolle Parkanlagen wieder erlebbar zu machen. Bei einer zweitägigen Konferenz in Bad Muskau wurden wichtige Zwischenergebnisse präsentiert. Regina Weiß

Ein langer Atem ist manchmal vonnöten. "Nur gut, dass wir durchgehalten haben", freut sich Brigitta Wend, Vorstandsmitglied des Vereins "Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße". 2004 war unter der Schirmherrschaft der damaligen Präsidentin der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft, Gräfin Sonja Bernadotte, erstmals öffentlich über die Vision von einem grünen Netz über Ländergrenzen hinweg gesprochen worden. Gut neun Jahre später fühlen sich die Besitzer der 33 Anlagen als Teil des Netzwerkes. "Das merken wir jetzt deutlich", kann Brigitta Wend einordnen. Und ein Beispiel fällt ihr auch dazu ein. Die polnische Stiftung Niederschlesische Wälder wollte eine Ausstellung machen. Diese wird nun mit den Anlagen in Deutschland erweitert und solle dann zum Werbeträger hier wie dort werden.

Karte aller Parks

Zu den Marketingmaßnahmen, die auch anlaufen sollen, gehört eine Karte, die die 33 Gartenanlagen aufzeigt und die sich die Touristen sozusagen in die Handtasche stecken können. Ausgearbeitet sind zudem sieben geografische Routen: Hirschberger Tal, grüne Perlen der Niederschlesischen Wälder, entlang der Neiße, Heidelandschaft, zwischen Dresden und Görlitz, Schlossparks - Bautzen, Zittauer Gebirge. Sie alle bieten den Touristen die Möglichkeit, gleich mehrere Anlagen kennenzulernen.

Gerald Svarovsky, Geschäftsführer der Dienstleistungen für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung Dresden GmbH (DSA), als einer der Projektpartner, sieht die Chance, dass das Projekt auch gen Tschechien ausgedehnt werden kann. Möglich wäre das in der nächsten Förderperiode.

Etwas schwieriger sei es dagegen, Möglichkeiten zu finden, um die Parkpflege auf die Beine zu stellen. "Da muss es ein Umdenken in der Politik geben", so Svarovsky, damit Langzeitarbeitslose die Chance bekämen, in den Parks eingesetzt zu werden. Das bedeute aber nicht, dass auf Fachleute verzichtet werde. Diese erarbeiten ja auch für den Gartenkulturpfad einen einheitlichen Leitfaden für die Pflege und Gestaltung der Parks. Dass da Handlungsbedarf besteht, konnten die rund 50 Teilnehmer der zweitägigen Tagung in Bad Muskau erfahren.

Lob für Parkseminare

Gut die Hälfte der Parkanlagen sind noch nicht in vorzeigbarem Zustand. Auch ehrenamtliches Engagement könne helfen, daran etwas zu ändern. So wurden die in mehreren Anlagen schon durchgeführten Parkseminare als lobenswert hervorgehoben.

Das Projekt "Gartenkulturpfad beiderseits der Neiße" wird seit vergangenem Jahr aus dem deutsch-polnischen Ziel 3-Programm gefördert. Die Förderung umfasst zwei Jahre. Projektpartner sind neben der DSA, der Förderverein Gartenkulturpfad, die Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien, die Stiftung Niederschlesische Wälder sowie die Stiftung Tal der Schlösser und Gärten im Hirschberger Tal.

Zum Gartenkulturpfad gehören unter anderem der Schlosspark Uhyst, der Kräutergarten St. Marienstern, die Herrnhuter Gärten, der Rhododendronpark Kromlau und Findlingspark Nochten.